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Veranstaltungen und Aktionen in Rostock zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit
In der BUND-Gruppe Rostock könnt ihr euch für aktuelle Umwelt- und Naturschutzthemen unserer Hansestadt einsetzen. Besucht uns!
Der Regionale Planungsverband ruft zur Nachbeteiligung auf! Im neuen Entwurf des Regionalplans wird das Vorranggebiet Hafen Süd um 31 ha vergrößert, davon 14 ha im geschützten Landschaftsbestandteil "Swienskuhlen". Die "Swienskuhlen" sind ein arten- und strukturreicher Wald, der sich seit der letzten Eiszeit entwickelt hat. Ein Ökosystem, das sich über Jahrtausende entwickelt hat, kann an anderer Stelle nicht ersetzt werden! Deshalb muss eine Umwandlung in Industriegebiet ein Tabu sein! Zumal das Unternehmen EEW, das den Flächenbedarf angemeldet hatte, nun erklärt hat, auf die Waldrodung verzichten zu können (NDR). Das macht die Ausweisung als Industriegebiet unnötig!
Zur Erinnerung: in den "Swienskuhlen" sind Urwaldreliktarten zu erwarten, die es nur noch in so alten Waldstandorten gibt. Dieser Wald ist Natur- und Klimaschützer für uns alle und in Zeiten von Waldsterben und Klimawandel Teil unserer Lebensversicherung. Nur noch 2% unserer Wälder sind so naturnah wie unsere "Swienskuhlen". Wenn wir den Wald verlieren, verlieren wir alle, egal ob Umweltschützer, Bürger oder Arbeitnehmer.
Deswegen beteiligt euch:
Die Swienskuhlen sind ein jahrhundertealter Laubmischwald und damit besonders arten- und strukturreich. Solche Wälder können an anderer Stelle nicht einfach durch Aufforstung ersetzt werden, da sie sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Doch nicht nur das! Anders als viele Forstwälder in Monokultur dienen uns die Swienskuhlen als wichtige Treibhausgassenke, Wasserspeicher, Schadstoffpuffer und Erholungsraum in einem Teil Rostocks, der sich ringsherum zunehmend in ein Großindustriegebiet verwandelt.
Nur noch 2% von MVs Wäldern sind Naturwälder und auch die Swienskuhlen haben mit ihren 69 Hektar bereits ihr Minimalareal, das es zum Überleben und weiteren Funktionieren des Waldkomplex braucht, erreicht. Jede weitere Verkleinerung würde langfristig zu weniger Waldklima, zum Aussterben von Arten und Ausfallen wichtiger ökologischer Leistungen führen. Wir brauchen diese letzten Naturräume aber im Kampf gegen Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung. Auch wenn die hier geplante Industrie für die Energiewende arbeitet, darf dafür kein kostenlos und zuverlässig funktionierender Klimaschutzwald gerodet werden. Technischer Klimaschutz kann natürlichen Klimaschutz und Naturschutz nicht ersetzen!
Es irritiert uns zudem, dass die Flächenansprüche im Schutzgebiet parallel zur aktuellen Neuaufstellung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms (RREP Region Rostock) verhandelt würden. Im Entwurf des RREP ist eine Erweiterung des Seehafens von derzeit 721 Hektar um zusätzliche 471 Hektar geplant. Hier sollen ebenfalls teils wertvolle Naturräume in Industrie- und Gewerbegebiet verwandelt werden. Die Waldrodung käme außerhalb des RREP noch oben drauf!
Die Swienskuhlen sind im Entwurf des RREP von der Überplanung mit Industrie und Gewerbe eigentlich ausgenommen. Einen jahrhundertealten Naturwald zu erhalten ist für die Menschen insgesamt wertvoller als eine Industrie, die nur wenige Jahrzehnte andauert. Waldrodung und Versiegelung wären aber an dieser Stelle nicht nur volkswirtschaftlich sondern auch betriebswirtschaftlich teuer, da die Industrieerweiterung teils auf Flächen stattfinden würde, die bereits Kompensationsflächen für den damaligen Kohlekraftwerksbau sind und schon einmal renaturiert wurden.
⛩️ Im 19. Jahrhundert als Zierpflanze aus Ostasien eingeführt, wird der Japanische Staudenknöterich in vielen Kommunen zum Problem.
Die invasive Art ist unglaublich konkurrenzstark in ihrem Wuchs und bildet rasch Dominanzbestände. Die heimische Pflanzenvielfalt wird verdrängt und die Biodiversität nachhaltig geschädigt. In der Hauptwuchszeit im Mai wächst die Pflanze 10-30 cm – pro Tag(!) und wird insgesamt 3-4 m hoch. Die meiste Pflanzenmasse ist jedoch unter der Oberfläche, was das nachhaltige Entfernen der Pflanze so erschwert. Die mehrere Meter tiefen Wurzeln bilden unterirdische Ausläufer, wodurch sich die Staude in alle Richtungen verbreitet und ständig an Masse zulegt.
Gewässerufer z.B. werden nach und nach destabilisiert. Sterben im Herbst die oberirdischen Pflanzenteile ab, bleibt ein stark erosionsgefährdeter Oberboden.
Das Entfernen dieser Pflanze ist zeit- und kostenintensiv und durch das Grünamt nicht zu bewältigen. Daher seid ihr gefragt! Meldet uns Bestände des Japanknöterichs und wir rufen dann gemeinsam zu Beräumungsaktionen auf: info(at)bund-rostock.de.
Habt ihr selbst Bestände im Garten, grabt diese am besten tief aus oder mäht diese bis zu 6 mal pro Jahr. Das Schnittgut darf nicht auf den Kompost oder in die Bio-Tonne, sondern muss in den Restmüll! Klärt Familie und Freunde über die Schädlichkeit dieser invasiven Pflanzen auf! Im Handel sind sie leider immer noch erhältlich, anders als z.B. in der Schweiz.
Im Frühling locken wieder Angebote „insektenfreundlicher“ bzw. "bienenfreundlicher" Samen und Pflanzen. Doch Vorsicht! Saat- und Pflanzgut aus Discountern, Bau- und Gartenmärkten enthält fast ausschließlich nicht-heimische und gezüchtete Arten. Die sind für die meisten unserer Insekten völlig nutzlos. Und sogar schädlich: Die Pflanzen werden bei der Aufzucht mit mehreren Pestiziden behandelt und sind für spätere Blüten- und Blattbesucher direkt toxisch! Mischungen enthalten zudem meist nur Einjährige. Für die Überwinterung von Ei, Puppe oder Larve sind Insekten jedoch auf Stängel und Blätter von Mehrjährigen angewiesen.
Die meisten unserer Insekten sind auf einheimische Pflanzen spezialisiert. Das spiegelt sich in den Hauptursachen des aktuellen Massensterbens wieder: Verlust von Lebensräumen, strukturelle Verarmung von Wald-, Acker- und Gartenlandschaften, Einsatz von Düngern und Pestiziden, invasive Arten, Klimawandel. Ein Drittel unserer Wildbienen z.B. ist sogar nur auf eine oder wenige Pflanzenarten spezialisiert, wie mancher Name verrät (z.B. Hahnenfuß-Scherenbiene; Rainfarn-Maskenbiene; Pippau-Sandbiene..). Andersherum gibt es diese Abhängigkeit genauso! Einige Orchideen bspw. können nur von einer Wildbienenart bestäubt werden - verschwindet diese, verschwindet auch die Orchideenart (z.B. Langhornbiene - Ragwurz).
Ihr wollt mehr Tipps für den Naturgarten? Wildblumen (bund-mecklenburg-vorpommern.de)
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