Das Regionale Raumentwicklungsprogramm Rostock (RREP) legt die künftigen Flächennutzungen der Region fest und wird derzeit neu aufgestellt. Hier sollen u.a. großflächige Industrie- und Gewerbeflächen neu ausgewiesen werden, die dann Vorrang vor sämtlichen anderen Nutzungen und Schutzansprüchen haben. Auch im zweiten Entwurf sind die Flächenansprüche für den geplanten Hafenausbau enorm: zu den bereits vorhandenen 721 ha sollen noch einmal 471 ha hinzukommen! Auf Kosten eines zusammenhängenden Ökosystems bestehend aus Flachwasser, natürlichem Warnowufer, Küstenüberflutungsmoor und Küstenurwald. Dieser Naturraum ist entweder direkt für Hafen/Industrie/Gewerbe geplant oder soll davon eingeschlossen werden, so dass ein Erhalt der Funktionen und des Arteninventars nicht möglich ist. Der Bedarf dieses enormen Flächenanspruchs ist nicht ausreichend begründet!
Ein kleiner Erfolg: Ein Teil des Mischwaldes „Oldendorfer Tannen“ und das letzte Stück natürliches Warnowsteilufer wurden aus den Planungen wieder herausgenommen.
Textteil & Karten unter Neuaufstellung Raumentwicklungsprogramm ab 2022 - Planungsverband Region Rostock.
Das ist unsere Stellungnahme zum Bereich Seehafen
Und hier geht´s zu unserer Pressemitteilung.
Eine weitere Inanspruchnahme dieses einzigartigen und jahrtausendealten Ökosystems widerspricht jeglichen formulierten Naturschutz-, Klima- und Moorschutzzielen! Dieser Naturraum bietet uns lebenswichtige Ökosystemdienstleistungen (Treibhausgasspeicher, Feinstaubsenke, Wasserspeicher, Klimaanlage, Wasserfilterfunktion, Hochwasser- und Sturmflutschutz, Heringslaichstätte, Lebensräume einer besonderen Fauna und Flora, die wiederum für das Funktionieren dieser Systeme verantwortlich sind.) und würde die letzten wenigen Prozent des ehemaligen natürlichen Warnowdeltas unwiederbringlich zerstören. Der durch die Seekanalvertiefung schon jetzt spürbare und dann durch neue Kaikanten verstärkte Salzwassereinstrom würde die Baumgrenze der uralten Bereiche der Rostocker Heide zurückdrängen.