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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Noch 60 Ernten, dann ist Schluss!

05. Dezember 2018

- Humusgehalte landwirtschaftlicher Böden haben bundesweit abgenommen - BUND fordert bodenschonende, humusmehrende Landbewirtschaftung und mehr Ökolandbau für mehr Bodenschutz

Bodenstruktur mit reichem Bodenleben, Foto: Dr. Andrea Beste

Aus Anlass des Weltbodentages am Mittwoch, den 05.12.2018 weist der BUND auf die weltweite Verschlechterung landwirtschaftlicher Böden hin und fordert mehr Ökolandbau für mehr Bodenschutz. Laut einer Studie der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO  ist  die Qualität von einem Drittel der weltweit nutzbaren Böden schlecht. Jedes Jahr verliert die Menschheit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbaren Boden. Die Böden der Erde können demnach nur noch für etwa 60 Erntejahre ausreichende Erträge liefern. Der Grund ist  die weltweite Boden-Verschlechterung oder -Degradation. Dr. Burkhard Roloff, Boden-Experte des BUND zur Geschwindigkeit und zur Dimension der Boden-Verschlechterung: „Täglich und oft unbemerkt findet  weltweit die Boden-Verschlechterung statt in Form von Versiegelung, Wind- und Wasser-Erosion, Verdichtung und Verschlämmung, aber zunehmend und sehr rasant durch den Verlust an organischer Substanz und die Verringerung der biologischen Vielfalt im und auf den Böden. Der Humus, die Gesamtheit der toten organischen Substanz im Boden ist entscheidend für die Bodenqualität und beeinflusst alle Bodenfunktionen. Humus ist Speicher- und Puffermedium für Wasser, Nähr- und Schadstoffe, steuert wesentlich das Nähr- und Schadstoffrückhaltevermögen der Böden und wirkt boden-strukturbildend. Die letzte bundesweite Bodenuntersuchung aus dem Jahre 2008 ergab, dass 34% der Böden nur 1-2%Humus  enthielten und 47%  zwischen 2-4% Humus. Die aktuellen Ergebnisse einer bundesweiten Bodenzustandserhebung ergaben insgesamt „abfallende“ Humuswerte. In Mecklenburg-Vorpommern weisen zwei Drittel der Ackerböden geringe Humusgehalte unter 2% auf." Roloff zu den landwirtschaftlichen Alternativen zum allgegenwärtigen Humusabbau: „Wir fordern eine Abkehr von der industriellen Pflanzenproduktion hin zu einer bodenschonenden, humusmehrenden  Landbewirtschaftung mit vielfältigen Fruchtfolgen, dem Anbau von Luft-Stickstoff-bindenden Pflanzen, standortangepasster Bodenbearbeitung sowie Gründüngung bzw. Winterbegrünung zur Erosionsminderung. Grundlegend ist die ausreichende Versorgung des Bodens mit organischem Material durch Mischkulturen, Untersaaten oder Zwischenfrüchte, Belassen von Ernterückständen auf den Feldern und durch Wirtschaftsdünger, ob Festmist oder Kompost. Wir fordern mehr Ökolandbau für mehr Bodenschutz, denn ökologische Landbaumethoden schützen nachweislich den Boden, fördern die Humusbildung und das Bodenleben. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird dadurch nachhaltig erhöht.“

Hintergrund: Der Weltbodentag, der seit 2005 jedes Jahr am 5. Dezember stattfindet, ist ein gemeinsamer Aktionstag für den Boden. Durch ein Kuratorium wird ein Boden als "Boden des Jahres" ausgewählt.

„Noch 60 Ernten, dann ist Schluss!“ Maria Helena Sameda, Expertin für Ressourcenschutz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schockte mit diesem Satz die Öffentlichkeit im Frühherbst 2015. Wenn nicht innegehalten werde mit der Verschlechterung der Böden (Degradation), die weltweit nicht nur sehr fortgeschritten sei, sondern auch rasant weiter wachse, dann gäbe es im Jahr 2076 nichts mehr zu essen für den größten Teil der Menschheit.

Das Thünen-Institut in Braunschweig hat in den letzten sieben Jahren  bundesweit eine Bodenzustandserhebung Landwirtschaft durchgeführt. In einem Rasters von 8 x 8 km wurden an über 3000 Standorten erstmalig eine deutschlandweite, konsistente und repräsentative Inventur der Kohlenstoffvorräte in den obersten 100 cm landwirtschaftlich genutzter Böden durchgeführt. www.thuenen.de/de/ak/projekte/bodenzustandserhebung-landwirtschaft-bze-lw/. Ergebnisse  als Abschlussbericht werden am Mittwoch, 05.12.2018  veröffentlicht auf der Webseite des Thünen-Instituts: www.thuenen.de/de/ak/aktuelles-und-service/

Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0385 52133913 und 0176 25190600.

 

 

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