BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Rückkehr einer bedrohten Art

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten bis zu 100.000 Kegelrobben in der gesamten Ostsee. Ausgewachsene Tiere können ein Gewicht von bis zu 300 kg aufweisen und stellen somit in Deutschland das größte Raubtier dar. Sie ernähren sich vorzugsweise von heimischen Fischarten, vor allem von Hering und Plötze. Die Kegelrobbenbestände dezimierten sich auf Grund systematischer Bejagung, verschiedener Umweltgifte (PCBs, DDTs) und baulicher Erschließung der Küste (Habitatverlust) erheblich.  

In Deutschland wurde bereits 1920 das letzte Tier erlegt. Danach galten sie hierzulande als ausgestorben. Ostseeweit gab es in den 1980er Jahre noch knapp 3.000 Individuen. Die Ostsee-Kegelrobbe stand kurz vor dem gesamten Aussterben.  

Internationale Schutzmaßnahmen, wie bspw. die Helsinki-Konvention sowie das Jagdverbot, sorgten für die Erholung der Kegelrobbenbestände. Seit Anfang der 2000er sind Kegelrobben wieder an der deutschen Ostseeküste anzutreffen. Ein großer Erfolg ist der Nachweis von jährlich wiederkehrenden Tieren. Auch die Kenntnis von Kegelrobbengeburten an den heimischen Stränden ist ein Novum (2019 Insel Poel und 2018 Kap Arkona).  

Mittlerweile wurden ostseeweit ca. 38.000 Tiere gezählt. Die Erfassung der Zahlen erfolgt durch Land- und Flugzählungen einer Expertengruppe für marine Säugetiere der Vereinigung HELCOM (Helsinki-Kommission). Dieser gehören auch Forschende des Deutschen Meeresmuseums (DMM) in Stralsund an. Im März 2020 fanden erstmals an der Küste von MV Flugzählungen statt. 

Ein Kurzfilmbeitrag, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund für die Nationalpark-Ausstellung in Waase auf Ummanz für das Projekt Schatz an der Küste erstellt wurde, klärt über die Ostseekegelrobbe und den Umgang mit ihr auf:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt nachzuladen.

BUND-Bestellkorb