Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Flusslandschaft Elbe

Wertvoller Auwald bleibt erhalten

Für den schnellen Wasserabfluss plante das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern 5,6 Hektar hochgradig geschützten Auwald zu roden. Der BUND argumentierte erfolgreich: Die Annahme, durch die Rodung einen besseren Hochwasserschutz zu erzielen, war falsch.

Retentionsräume schaffen statt Auwald abholzen

Die Abgeschiedenheit des ehemaligen innerdeutschen Grenzraumes im Bereich Boizenburg trug dazu bei, dass sich im Urstromtal der Elbe einer der artenreichsten Lebensraumtypen Mitteleuropas herausbilden konnte: der durch die Dynamik des Wassers geprägte Auwald. Ohne den entschlossenen Einsatz des BUND wäre eine bedeutende Fläche des sehr selten gewordenen und hochgradig geschützten Lebensraumes einer wirkungslosen, staatlichen Hochwasserschutzmaßnahme zum Opfer gefallen. 5,6 Hektar Weißweidenauenwald sollten auf einer in die Elbe hineinragenden Landzunge im Mündungsbereich von Sude und Boize gerodet werden, um den Abfluss des Elbewassers zu beschleunigen. Dieses Pilotprojekt stand ganz im Gegensatz zu den Bestrebungen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms der Bundesregierung, Projekte zur kontrollierten Wasserrückhaltung zu fördern. Der BUND stellte fest, dass der betroffene Auwald tatsächlich als hochwertiger Schutz für Boizenburg dient, indem er die Strömung bei Hochwasserereignissen von Boizenburg fernhält und den Elbhang bei Vier und den Elbedeich vor Erosion durch Wasserschlag und Eisgang abschirmt. Die zur Begründung der Maßnahme angeführte deutliche Senkung des Hochwasserscheitels von 45 cm musste nach erneuter Vorlage hydrologischer Gutachten auf nur 1 cm korrigiert werden.

Geschichtsträchtiger Weg mit Elbpanorama

Ausgangs- und Endpunkt: Aussichtsturm Elwkieker im Boizenburger Stadtteil Vier, Landkreis Ludwiglust-Parchim

Wegcharakter: meist schmaler, hügeliger Waldpfad, Rückweg über ehemaligen Kolonnenweg

Beste Zeit: im Frühjahr schimmert die Elbe durch den lichten Blätterbewuchs

Besonderheit: phantastische Aussicht über die Flusslandschaft Elbe im Biosphärenreservat, abwechslungsreicher Hangwald im Naturschutzgebiet „Vierwald“, Biotopverbundsystem „Grünes Band“

Dauer/ Länge: 2 Std. / 5 km

Vom Aussichtsturm „Elwkieker“ (1), der auf einem beeindruckend hohen Prallhang der Ur-Elbe thront, bietet sich ein phantastischer Blick über die Flusslandschaft. Wir sehen die gemeinsame Mündung der Elbnebenflüsse Sude und Boize und schauen direkt zu unseren Füßen auf die durch den BUND gerettete, mit typischem Auwald bewachsene Landzunge.

Der Abstieg zum Schiffsanleger Boizenburg-Vier über eine Stahltreppe, direkt unter dem Aussichtspunkt, bietet die Möglichkeit, der Elbe noch ein Stück näher zu kommen. Für den gut ausgeschilderten Rundweg über den Köpelberg folgen wir jedoch dem oben am Elbhang verlaufenden Weg durch ein kleines Waldstück. Nach ca. 200 Metern bietet hier eine weitere Aussichtsstelle einen schönen Blick auf die Elbniederung. Bald darauf erreichen wir eine durch den Boizenburger Ortsteil Vier verlaufende Schotterstraße, die uns geradewegs an eine Kreuzung zur Pforte des Vierwaldes führt (2).

Wir folgen dem mit der Aufschrift „Köpelberg – Vierwald“ ausgewiesenen Pfad zur Linken, der uns zurück an das Hochufer der Elbe führt und in der Folge über die Höhen und Senken der eiszeitlichen Kerbtäler verläuft (3). Zwischen dem Blattwerk des artenreichen Hangmischwaldes sieht man das Wasser der Elbe blitzen. Die uns begleitende Reihe alter Betonpfosten inmitten des Vierwaldes weist auf den Verlauf des ehemaligen innerdeutschen Grenzzauns hin. Am westlichsten Punkt des Pfades erreichen wir den 59,9 Meter hohen Köpelberg (4), auf dem Holzbänke zum Verweilen einladen. Nach weiteren 50 Metern treffen wir auf den von Lauenburg nach Vier verlaufenden ehemaligen Grenzkontrollweg (5), auch „Kolonnenweg“ genannt, der uns zurück an die Kreuzung am Ortsrand von Vier führt (2).

 

zurück

BUND-Bestellkorb