Festung Dömitz
Amphibienschutz in der Elbaue
Trotz abnehmender Bestände brüten im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe die meisten Weißstörche in Deutschland. Damit dies auch weiterhin so bleibt, ließ der BUND rund um die Festung Dömitz Kleingewässer anlegen, die den Amphibien als Laichgewässer und dem Storch als Nahrungstümpel dienen.
Sprungbrett zum Festungsgraben
Im eingedeichten Wiesenland vor der Festung Dömitz lässt sich bei Hochwasser eine elbetypische Besonderheit beobachten. Durch den Deichfuß gedrücktes und dadurch gereinigtes Wasser, sogenanntes Qualmwasser, tritt auf den Binnendeichflächen zum Teil sprudelnd zutage und stellt einen wertvollen Lebensraum für Amphibien und Krebse dar. Am häufigsten kommen im elbnahen Bereich Moorfrösche vor, die bereits sehr früh im Jahr ablaichen. Auch Rotbauchunke, Laubfrosch, Erd- und Knoblauchkröte sowie Molche profitieren hier von besonnten, flachen Gewässern. Allerdings ist das Qualmwasser häufig so schnell wieder weg, dass die als Laichplätze dienenden feuchten Senken trocken liegen, bevor es zur Entwicklung der Kaulquappen kommen kann. Das brachte die BUND-Gruppe Dömitz, allen voran Waltraud Nowe, auf die Idee, in enger Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und der Stadt Dömitz im eingedeichten Wiesenland dauerhafte Laichgewässer für Amphibien anzulegen. Die rund 2.000 Quadratmeter umfassende Nassstelle und eine zweite renaturierte Feuchtfläche sollen den Amphibien den Weg zu dem fast immer wasserführenden Graben der Festung Dömitz erleichtern. Von einem hohen Amphibienreichtum profitieren vor allem die Weißstörche. In den ersten Lebenstagen benötigen die Storchenküken kleine und weiche Nahrungstiere wie Regenwürmer, Kaulquappen und junge Amphibien, später bekommen die älteren Jungstörche auch größere Frösche.