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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Gesundheitsrisiko Kohle

In Deutschland sterben laut einer Studie der Allianz Gesundheit und Umwelt (HEAL), die im April 2013 veröffentlicht wurde, jedes Jahr 2.700 Menschen an den Folgen der Verschmutzung durch Kohlekraftwerke. In der gesamten EU sind es über 18.000 Menschen. Darüber hinaus belastet die Kohlestromgewinnung die Gesundheitssysteme mit bis zu sechs Milliarden Euro in Deutschland und bis zu 42 Milliarden Euro in der gesamten Europäischen Union. Der Bericht leitet daraus Empfehlungen an die Politik sowie an Gesundheitsfachleute ab, wie die durch Kohlestrom verursachten externen Kosten reduziert werden können und wie die wirklichen Kosten von Kohlestrom bei energiepolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollten, die bisher nicht in den Strompreis einfließen.

Zu ähnlichen Ergebnissen war auch eine Studie von Greenpeace vom März 2013 gekommen, die sogar von 3.100 Todesfällen pro Jahr in Deutschland ausgeht. Greenpeace fordert einen vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2040. Die besonders schädliche Braunkohle müsse bis spätestens 2030 auslaufen. "Um Todes- und Krankheitsfälle zu vermeiden, muss die Politik endlich den Ausstieg aus der Kohle beschließen", sagt Gerald Neubauer von Greenpeace. Für die Übergangszeit müssen alle Kohlekraftwerke mit der besten verfügbaren Filtertechnik ausgerüstet werden, um Schadstoffemissionen zu verringern.

Die Experten von HEAL nannten darüber hinaus die europäischen Emissionsvorschriften für Kohlekraftwerke „veraltet“ und kritisierten, dass selbst die USA und China in den letzten Jahren wesentlich strengere Emissionsstandards festgelegt hätten.

Was für Konsequenzen die europäische Kohleverstromung hat, bekommen gerade die Bewohner der deutsch-niederländischen Grenze zu spüren: RWE baut in Emshaven, wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, das größte Kohlekraftwerk der Niederlande. Experten rechnen auf Grund der Windverhältnisse aber damit, dass die Emissionen des Kraftwerks nicht in den Niederlanden, sondern zu 80 Prozent über Deutschland niedergehen werden.

 

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