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LNG-Anlage Lubmin gefährdet Greifswalder Bodden

29. November 2022 | Energie, Energiewende, Klimawandel, Lebensräume, Ostsee, Ressourcen & Technik

BUND fordert ergänzendes Genehmigungsverfahren

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Mecklenburg-Vorpommern sieht dringenden Ergänzungsbedarf für die Genehmigung des LNG-Terminals mit dem Regasifizierungsschiff im Lubminer Hafen. Mit den vorgelegten Unterlagen und Untersuchungen sei das Vorhaben nicht genehmigungsfähig – so der BUND.

Laut BUND sind die vorlegenten Untersuchungen nicht ausreichend, um Schäden für das Vogelschutz- und Heringslaichgebiet Greifswalder Bodden und die Sicherheit der Anlage auszuschließen. So sei für den Kühlwasserdurchsatz von 31.200 Kubikmeter pro Tag im Lubminer Hafenbecken im jahrelangen Dauerbetrieb nur eine Simulation für 90 Sekunden vorlegt worden. Das tägliche Einlaufen der 136 Meter langen Shuttel-Gastanker in das Hafenbecken sowie der Schlepperbetrieb seinen zudem nicht berücksichtigt worden.

„Wärmeausbreitungen in den flachen Greifswalder Bodden können entgegen den Aussagen der Betreiberin nicht ausgeschlossen werden. Das hat negative Auswirkungen auf die Wasserqualität, auf das Heringslaichgebiet und die Nahrungsräume für Seevögel und Meeressäuger“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin der BUND in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Grenzen des Naturraumes sind hier maßgebend. Bereits bei der Anfahrt des 283 Meter langen FSRU-Schiffes durch den flachen Greifswalder Bodden können die Rohre der teilweise noch gasgefüllten Norstream-Pipelines durch die Schlepper freigespült werden. Durch die Shuttel-Gastanker entsteht ein permanenter Verkehr. Die flachen Gewässer werden dauernd durch täglich aufgewirbelte Sedimente getrübt. Das Vorhaben ist einfach zu groß für Lubmin“, so Cwielag weiter.

Der BUND hat gemeinsam mit den Umweltverbänden NABU, WWF und Deutsche Umwelthilfe auch auf erhebliche Probleme mit der Anlagensicherheit durch Explosionsgefahren hingewiesen. Bei LNG bestehe die Gefahr einer Entzündung des Gases bei der Verflüssigung oder der Vergasung im LNG-Terminal, so die Umweltverbände. Neben den Industrieanlagen am Lubminer Hafen könne auch das atomare Zwischenlager Nord und die Gas-Anlandestation der Nordstream-Pipelines betroffen sein.

Der BUND rügte auch, dass die Erarbeitung der Fachstellungnahme durch die Umweltverbände unter unzumutbaren Beteiligungsbedingungen erfolgte. Der BUND fordert gemeinsam mit den Umweltverbänden in Mecklenburg-Vorpommern eine Wiederholung der Öffentlichkeitsbeteiligung mit vollständiger Zugänglichkeit der Unterlagen. Es müsse nachgearbeitet werden. Corinna Cwielag: „Das ist auch möglich. Denn in den nächsten Wochen ist keine Dringlichkeit durch eine Gasnotlage gegeben. Das LNG Terminal Lubmin würde ohnehin nur einen sehr kleinen Beitrag zur Gasversorgung in Deutschland leisten – für einen hohen Preis.“

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin BUND M-V, T. 0178 5654700

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