Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute in Schwerin Wirtschaftsminister Dr. Blank um Unterstützung eines grundsätzlichen Verbotes von Öl- und Gasförderung in der Ostsee und insbesondere in den Küstengebieten vor Mecklenburg-Vorpommern gebeten. Hintergrund sind die Pläne des Nachbarlandes Polen vor Swinemünde ein Öl- und Gasvorkommen im Tiefengestein unter der Ostsee zu erschließen. Das Öl- und Gasvorkommen reicht nach geologischen Karten der Fördergesellschaft CEP Polen auch auf die deutsche Seite bis vor das Seebad Heringsdorf auf Usedom. Mecklenburg-Vorpommern hat ein Mitspracherecht bei Untersuchungen und Genehmigungen. Das Land ist jedoch von polnischer Seite bis heute nicht daran beteiligt worden. Für Lagerstätten ist das Bergamt Stralsund unter Aufsicht des Wirtschaftsministers zuständig.
Die Erkundung und Förderung von Erdgas- und Erdölvorkommen in dem Gebiet der Pommerschen Bucht der Ostsee belastet den Lebensraum von Schweinswalen, Seevögeln, Fischen wie Hering oder Ostseeschnäpel durch Lärm, Trübungen, Rammungen, Leckagen, Havarien und die bei der Förderung aus dem Gestein eingesetzten chemischen Stoffe. Besonders die vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswale nutzen das Gebiet als Überwinterungsgebiet und reagieren sehr empfindlich auf Lärm. Die Pommersche Bucht mit der Oderbank ist ein Natura 2000 Gebiet der Europäischen Union auf polnischer und deutscher Seite. Darin gilt ein Verbot der Verschlechterung für die Meeresumwelt. Das Öl- und Gasfeld liegt zum Teil direkt im Natura 2000 Gebiet.
Der BUND hat gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Lebensraum Vorpommern“ und der internationalen Meeresnaturschutzorganisation Coalition Cleen Baltic eine internationale Petition an die Europäische Kommission und das Europäische Parlament sowie die Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) gerichtet. Die Petition für ein grundsätzliches Verbot von Öl- und Gasförderung in der Ostsee hat bereits 88.700 Unterstützer.
Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND-Landesgeschäftsführerin: T. 0178 5654700, corinna.cwielag(at)bund-mv.de
Dr. Rainer Sauerwein, Bürgerinitiative Vorpommern
T. 01525 3670823
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