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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Pestizide per Hubschrauber und Klimakiller Straßenbau

22. Dezember 2015

Der BUND zieht eine gemischte Jahresbilanz für die Natur in Mecklenburg Vorpommern. Straßenbau, Pestizideinsatz und Chemieskandal an der Peene hätten im Land starke Naturzerstörungen nach sich gezogen. Als Erfolg sieht der BUND den Rückzug von Massentierhaltungsanlagen im Landkreis Ludwigslust-Parchim, die Rettung von über 300 bedrohten Alleebäumen und das Aktionsprogramm für eine nachhaltige Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Negativliste der Naturzerstörung des BUND wird angeführt durch die Eröffnung der B96n auf der Insel Rügen während der Klimakonferenz im Dezember in Paris. Die B96n begräbt auf Rügen 100 Hektar Boden unter Asphalt, davon 13 Hektar Wald. Über 100 Alleebäume sind dafür gefällt worden. Der Verkehrssektor ist für 18 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Mit 95 Prozent wird der weitaus größte Teil davon durch den Straßenverkehr verursacht.

Auf Platz zwei wählte der BUND den Helikoptereinsatz mit giftigen Bioziden über 600 Hektar Eichenwaldflächen Mecklenburg-Vorpommerns im Mai 2015 und in Eichenalleen Südwestmecklenburgs. Die von der Landesforstverwaltung ausgewählten Behandlungsflächen der Eichenwälder lagen in Europäischen Naturschutzgebieten, darunter auch im Schreiadlerbrutgebiet. Die Helikoptereinsätze mit den Bioziden Dimilin 80 und DIPEL ES fanden während der Brutzeit der von Aussterben bedrohten und mit umfangreichen Fördermitteln des Landes betreuten Schreiadler statt. Die Wirkung des Gifteinsatzes ist auch in Alleen umstritten, weil die natürlichen Regulierungsmechanismen außer Kraft gesetzt werden.

Platz drei erhält der Umgang der Behörden mit dem Ethanolskandal der Zuckerfabrik Anklam, bei dem im September 2015 etwa 1 Million Liter Ethanol in das Schutzgebiet der Peene ausliefen und zu einem Massenfischsterben führten. Obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass wassergefährdende Stoffe wie Ethanol in doppelwandigen Auffangräumen ohne jeglichen Ablauf zu behandeln sind, darf der Betrieb der Zuckerfabrik in Anklam weitergehen wie bisher. Einzig ein Vorhängeschloss am Ablaufhahn soll zukünftige Chemiekatastrophen verhindern. Ein neuerlicher  Erweiterungsantrag der Zuckerfabrik wird trotz der seit Jahren vorliegenden Beschwerden wegen Lärm- und Geruch sowie Abwasserbelastungen ohne umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.

Wichtige Erfolge für Natur und Umwelt sieht der BUND in der Rettung der 270 Eichen an der Müritz-Elde-Wasserstraße in der Lewitz, der 65 Linden in der Ortsdurchfahrt des Dorfes Warnow in Nordwestmecklenburg. Die bis zu 100 Jahre alten Alleebäume konnten durch die Änderung von Bauprojekten erhalten werden, die nach Fachvorträgen von Baumexperten, die Bildung eines Runden Tisches mit den Behörden und Fachgespräche erfolgten. Die Veröffentlichung des Aktionsprogrammes für eine nachhaltige Landwirtschaft und die Rücknahme für zwei Planungen von Massentierhaltungsanlagen in Keez und Gallin im Landkreis Ludwigslust-Parchim schätzt der BUND als Meilensteine seiner Arbeit. Das Aktionsprogramm stellt konkrete Forderungen an die Landwirtschaftspolitik auf, die für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschaft und für das Leben im ländlichen Raum entscheidend sind.

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, T. 0178 5654700 

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