BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
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Mit dem Eichelhäher zum Mischwald – Exkursion im bedrohten Grabower Stadtwald am 8. November

04. November 2025 | Alleen, Alleen, Baum, BUND

Am Freitag, den 8. November 2025 um 14 Uhr, lädt der BUND Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem NABU Ludwigslust und der Bürgerinitiative Für den Grabower Forst zu einer öffentlichen Exkursion mit Anbringung von Eichelhäherkästen in den Grabower Stadtwald ein (Treffpunkt: L 072, Altkarstädter Weg). Ziel der Aktion ist es, den Kiefernwald fit für die Zukunft zu machen und auf natürliche Weise in einen widerstandsfähigen Mischwald zu verwandeln. Gleichzeitig soll die Aktion auf die grundsätzliche Gefährdung des Waldes durch geplante Rodungen für ein Gewerbegebiet aufmerksam machen.

Der Grabower Stadtwald besteht überwiegend aus Kiefern – anfällig für Hitze, Dürre und Borkenkäfer. Hilfe kommt aus der Natur: Der Eichelhäher sammelt Eicheln, Bucheckern und Nüsse, versteckt sie als Wintervorrat – und lässt viele davon keimen. Durch das Aufstellen von Eichelhäherkästen, die mit Eicheln aus regionalen Sammelaktionen bestückt werden, kann dieser natürliche Waldumbau gezielt gefördert werden.

Der Grabower Stadtwald ist bedroht: Für ein geplantes Gewerbegebiet sollen dort bis zu 130 Hektar Wald gerodet werden. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern hat dagegen Klage eingereicht, um dieses wertvolle Ökosystem zu schützen. „Der Grabower Stadtwald ist Lebensraum, Kohlenstoffspeicher und Naherholungsgebiet zugleich – jeder Baum leistet einen Beitrag für Klima und Luftqualität. Auch reine Kiefernforsten erbringen immerhin drei Viertel der Kohlendioxidbindung eines Buchenwaldes. Sie müssen durch Einbringen von Laubholzarten umgebaut und gestärkt werden. Der Grabower Forst hat auch wichtige Funktionen der Wasserspeicherung.“, betont Jasmin Personn vom BUND, die Baumprojekte beim BUND betreut.

„Im Rahmen der letzten TreeTag-Aktion im Grabower Stadtwald haben wir Kiefern vermessen und ihre Ökosystemleistungen mit der Software i-Tree modelliert. Eine durchschnittliche Kiefer mit rund 25 Zentimeter Stammdurchmesser speichert demnach jährlich rund 7,5 kg CO₂ – das entspricht dem Ausstoß einer 69 Kilometer langen Autofahrt. So eine Kiefer produziert 20 kg Sauerstoff, genug für den Atembedarf eines Erwachsenen an 32 Tagen, und bindet 109 g Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft. Eine gleichgroße Eiche übertrifft diese Werte deutlich: Sie bindet etwa 11 kg CO₂. – Das entspricht rund 100 Kilometer Autofahrt, die Eiche liefert 29 kg Sauerstoff für 47 Tage Atemluft und bindet über 500 g Feinstaub pro Jahr. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll jeder Baum ist und warum der Umbau von Kiefernforsten zu artenreichen Mischwäldern so wichtig ist“, sagt Jasmin Personn vom BUND.

Bei der Exkursion am 8. November 2025 werden die Teilnehmenden gemeinsam Eichelhäherkästen anbringen und mit gesammelten Eicheln bestücken. Während des Spaziergangs erklären Fachleute, wie Waldumbau funktioniert und warum Vielfalt der beste Klimaschutz ist.

Weitere Informationen unter: 

Rodung stoppen

www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/spenden/spende-grabower-wald

 

Für Rückfragen: Jasmin Personn, BUND Baum- und Alleenschutz

jasmin.personn(at)bund-mv.de, Mobil: 01575 1942996

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