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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Alleenschutz zum Nulltarif ist nicht möglich

05. Oktober 2017

Die Erfüllung der Pflichten für den Schutz und Erhalt der Alleen fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Alleenschutzgemeinschaft (ASG) und der Naturschutzbund (NABU) heute in einem offenen Brief an die Landrätin des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Frau Dr. Syrbe.

„Es fehlen tausende Nachpflanzungen von Alleenbäumen.“, sagt Katharina Brückmann, Expertin für Alleenschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald mehren sich seit Jahren die Pflanzschulden von Alleebäumen an Kreisstraßen. Das gesamte Defizit beträgt derzeit 3525 Bäume. Allein für den Zeitraum ab 2014 wurden 759 Straßenbäume zur Fällung freigegeben mit der Auflage der Neupflanzung von 1429 Jungbäumen. Gepflanzt wurden lediglich 55 Bäume. Die Alleen werden damit ständig lückiger oder gehen ganz verloren. „Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt, vor allem, weil bislang von Seiten des Landkreises keine Initiativen zur Alleebaumpflanzung ausgehen“, sagt Katharina Brückmann vom BUND. „An Kreisstraßen kann in geringerem Abstand zur Fahrbahn gepflanzt werden als an Landes- und Bundesstraßen. Mit fehlenden Mitteln für Grunderwerb kann hier also nicht oder nur in Einzelfällen argumentiert werden.“, so Brückmann weiter.

Die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises bekommen seit Jahren kaum Unterstützung, um ihre Aufgabe für den Alleenschutz zu erfüllen. Im Gegenteil, Engagement wird unterdrückt und Hoffnungen werden zerstört. „Die Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde auf Fördermittel für Konzept, Pflanzung und eine Personalstelle, obwohl vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz bewilligt, wurden, für uns völlig unverständlich, zurückgewiesen. Die Eigenleistung in Höhe von 64.000 € war dem Kreis zu viel“, so Katharina Brückmann. „Damit wurde wieder einmal die gesetzliche Pflicht, den Alleenbestand nachhaltig durch Neuanpflanzungen in ausreichendem Umfang zu sichern, verletzt. Doch nicht nur das, auch der Beschluss des Kreistages vom 07.10.2015 mit einem klaren Auftrag an die Landrätin, das Alleenentwicklungskonzept für den Gesamtkreis Vorpommern-Greifswald fortzuschreiben, wurde von der Landrätin ignoriert. Aus Sicht der Verbände müssen Pflichtaufgaben des Kreises gleichwertig behandelt werden und freiwillige Investitionen hinter den Verpflichtungen zum Alleenschutz zurückstehen.

Die Verbände fordern in einem offenen Brief an die Landrätin, die Pflicht des Landkreises für den Schutz und Erhalt der Alleen zu erfüllen. „Wir möchten Antworten auf die Fragen, wann die offenen 3525 Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume im Landkreis erfolgen, wann mit der Erstellung des Konzeptes für den Alleenschutz mit Angaben zu konkreten Alleen-Pflanzprojekten zu rechnen ist und wie die personelle und finanzielle Absicherung der Aufgabe erfolgen soll“, sagt Katharina Brückmann.

Für Rückfragen: Katharina Brückmann, Referentin Baum- und Alleenschutz BUND Mecklenburg-Vorpommern T.: 0172 384854 

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