Wie viel Wildnis steckt in dir?
Wo finden wir noch echte Wildnis in Deutschland im 21.Jahrhundert? Zuallererst denken wir bei dieser Frage an unseren Wald und Waldwildnis. Aber bereits nach kurzer Recherche erfolgt die ernüchternde Erkenntnis: nur 1 % des deutschen Waldes ist noch naturbelassen und wird nicht bewirtschaftet (Quelle: National Geographic). Echte Urwälder im klassischen Sinne gibt es nicht mehr. Damit bleiben nur die großen Schutzgebiete Deutschlands, in denen sich die Natur frei entwickeln kann, Wildnis zugelassen wird und die Urwälder von morgen wachsen können.
Der Mensch hat sich mittlerweile weit von der Natur entfernt und doch ist er ein Teil von ihr. Wir leben von den Ressourcen der Natur, nutzen sie als Lebensgrundlage und für die Produktion unserer Konsumgüter. Dieses Bewusstsein tritt heutzutage oft in den Hintergrund und wird vom allgegenwärtigen Dauer-Konsum verdrängt: Lebensmittel werden billig im Supermarkt gekauft, Handys und Sportartikel teuer im Onlineshop. Mobilität rund um den Erdball kennt keine Beschränkungen und die planetaren Grenzen scheinen unendlich zu sein. Der Konsumrausch bestimmt das öffentliche Leben und soziale Medien heizen diesen Kreislauf immer weiter an.
Doch viele Studien zeigen: wir alle brauchen Wildnis in unserem Leben. Das beweist die immer größer werdende Nachfrage nach Abenteuern in der Wildnis und spiegelt die Sehnsucht der Menschen nach Unbekanntem und unberührter Natur wieder. In jedem Menschen steckt immer noch ein „wilder“ Anteil und mit dem Projekt wollen wir uns ganz im Sinne der Wildnispädagogik auf die Suche nach der Verbindung Mensch-Natur begeben.
Der wichtigste Baustein dafür ist, zusammen in der Natur unterwegs zu sein und sich mit ihr verbunden zu fühlen. Insbesondere Kinder und Jugendliche messen der Natur einen hohen Eigenwert zu. Wir wollen sie dafür gewinnen, die Natur wieder als spannenden Erlebnisraum zu entdecken. Sie sollen keine Berührungsängste vor möglichen Naturkontakten haben und sich draußen in der Natur „wohlfühlen“, anstatt sich in virtuellen Welten zu verstecken. Natur muss neugierig machen können – das gilt gleichermaßen auch für Erwachsene. Der nächste Schritt erfolgt dann ganz von allein: nur wer die Natur vor seiner Haustür kennt und ihr eine Bedeutung beimisst, setzt sich auch für ihren Schutz ein.t3://file?uid=10638
In der Wildnispädagogik kommt es glücklicherweise nicht auf die Qualität von Wildnis an, sondern eher auf die Qualität der Wahrnehmung von Wildnis. Wildnis kann daher überall gefunden werden, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt. Eine wilde, ungemähte Blumenwiese gleich hinter dem Haus ist ebenso geeignet und viel schneller zu finden als ein Urwaldrest mit alten Baumriesen in einem weit entfernten Schutzgebiet.
Echte Wildnis gibt es also an vielen Orten im 21.Jahrhundert. Jetzt gilt es, auch die Menschen wieder für die Natur zu gewinnen.
Ziele & Zielgruppen des Projektes
Mit dem Projekt wollen wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene begeistern, sich mit „Wildnis“ in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen und eine positive und starke Naturverbundenheit zu entwickeln. Unter „Wildnis“ sind zunächst verwilderte Naturräume in der näheren Wohnumgebung zu verstehen. Das soll Vertrauen schaffen und die Angst vor dem ungewohnten sowie neuen Angebot nehmen. Im 2. Schritt wollen wir die umweltpädagogischen Angebote in den nahegelegenen Schutzgebieten wie dem Müritz-Nationalpark oder dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft durchführen, damit mehr Wildnisnähe entsteht und neue Erfahrungen gewonnen werden können. Im Kern wollen wir bei allen Angeboten immer wieder auf die Frage „Wieviel Wildnis steckt in Dir?“ zurückkommen und diese Frage schlussendlich auch beantworten.
Termine:
- 20.06.2026 Tag der Artenvielfalt
- 24.06.2026 Botanische Exkursion auf die Hänge des Datzeberges
- 29.06.2026 Nähabend
- 12.07.2026 - 18.07.2026 Sommerferienfreizeit "Freche Früchtchen"
- 18.09.2026 - 20.09.2026 Kinderseminar: Bunte Blätter: bald bemalt