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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Weltwassertag: BUND fordert mehr Ökolandbau für sauberes Wasser!

21. März 2017

Der BUND verweist aus Anlass des am Mittwoch, 22.März stattfindenden Weltwassertages 2017 auf den schlechten ökologischen Zustand der Gewässer und des Grundwassers in Mecklenburg-Vorpommern hin und fordert mehr Ökolandbau für mehr Gewässerschutz. 

Dr. B. Roloff, Agrarexperte vom BUND zur Wasserqualität in unserem Land: „Laut der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) mussten 2015 alle Gewässer den sogenannten guten ökologischen Zustand erreicht haben. In MV entsprechen jedoch z.Z. 97 % der Fließgewässer, 82 % der Seen und alle Küstengewässer nicht dieser Zielstellung. 50 % der Grundwasserkörper haben keinen „guten chemischen Zustand“. Auch das vertröstende Zeitziel der WRRL bis spätestens 2027 den guten ökologischen Zustand aller Gewässer zu erreichen, ist nicht mehr möglich.“

Roloff zu den Ursachen des schlechten ökologischen Zustandes unserer Gewässer: „Die Hauptursachen für den schlechten Gewässerzustand im Land sind Fehler beim Gewässerausbau, wie z.B. die. Begradigung oder Verrohrung von Flüssen und Bächen, die flächendeckende Entwässerung durch Drainage der landwirtschaftlich genutzten Flächen und die Nährstoffanreicherung bzw. Eutrophierung durch Pflanzennährstoffe, insbesondere Nitrat und Phosphat. Neben den Nährstoffen aus der industriellen Tier- und Pflanzenproduktion in Form von Kunstdünger und Gülle werden die Gewässer durch Schadstoffe, wie z. B. Schwermetalle, Industriechemikalien, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie Tiermedikamente belastet.“

Dr. B. Roloff, zur Forderung nach mehr Ökolandbau in unserem Land: „Der Ökolandbau ist bestrebt, den Humusgehalt der Böden zu steigern und das Bodenleben anzuregen. Dadurch können die ökologisch bewirtschafteten Böden mehr Wasser aufnehmen und speichern. Der Ökolandbau sichert eine hohe Wasserqualität, da dieser durch den freiwilligen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel nachweislich zu geringeren Nährstoffauswaschungen bzw. Schadstoffbelastungen führt.“

Roloff zu den Forderungen des BUND für sauberes Wasser: „Die Einzugsgebiete der Gewässer müssen landwirtschaftlich extensiviert werden, d.h. die Nährstoffe und Schadstoffen müssen ab sofort minimiert und letztendlich ganz reduziert werden. Dazu sollte in den Managementplänen die Flächen im Einzugsgebiet der einzelnen Gewässer auf ökologischen Landbau umgestellt werden.“

Hintergrund: Seit 1993 wird der Weltwassertag jährlich am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, auf der er von der UN-Generalversammlung per Resolution ausgerufen wurde. Im Jahr 2017 wird der Weltwassertag unter dem Motto "WASTEWATER-Abwasser“.

Das Kernziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist für Oberflächengewässer der "gute Zustand". Der gute Zustand eines natürlichen Gewässers bestimmt sich nach seinem ökologischen und seinem chemischen Zustand. Für die Bewertung eines Gewässers spielen die wesentlichen biologischen und chemischen sowie die strukturellen und physikalischen Merkmale eine Rolle. Ein guter ökologischer Zustand kann nur dann vorliegen, wenn die biologischen und die chemischen Qualitätskomponenten sowie die chemisch-physikalischen und hydromorphologischen Parameter jeweils mindestens gut bewertet werden.

Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0385 52133913 und 0176 25190600  

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