BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
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Waldweg am Schweriner Seeufer erhalten!

11. August 2026 | BUND, Schwerin, Schwerin, Natura 2000 Schweriner Seen

BUND lehnt Asphaltierung ab / Weg liegt in Biotopen und Schutzgebieten / Förderkriterien dürfen nicht zu Lasten der Natur gehen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schwerin lehnt eine Asphaltierung von ca. 1 km Waldweg am Schweriner See bei Zippendorf und auf dem Reppin ab. 

„Der Weg ist ein Waldweg und führt durch und am Vogelschutzgebiet entlang und am Reppin ins FFH-Gebiet. Der geplante Ausbau betrifft damit verbundene Biotope und Lebensstätten von geschützten Tieren. Der Uferweg verläuft hinter noch vorhandenen Röhrichtflächen, die weder von der Wasserseite noch von der Landseite gestört werden dürfen. Die Untersuchungen und Schutzmaßnahmen bei der Planung der Baumaßnahme sind unzureichend. Mit der Asphaltierung des Waldweges werden die Ufer mit Abbruchkanten und Feuchtflächen unwiederbringlich geschädigt. Der erforderliche Unterbau bei einer Asphaltierung führt zur Zerstörung des Wurzelwerks des wunderschönen Waldes. Die Bäume werden unsicherer. Die Asphaltauflage versiegelt nicht nur den Boden, sondern führt durch die Befahrung mit höherer Geschwindigkeit auch zu mehr Unruhe in der Natur. Im Uferbereich und den Bäumen brüten Vögel des Vogelschutzgebietes. Langsamere Spaziergänger, Wandernde und Waldbesuchende, die zu Fuß unterwegs sind, werden gestört. Eine Asphaltierung im Wald und der Bau im Landschaftsschutzgebiet sind unzulässig“, sagt Corinna Cwielag vom BUND.

In dem Waldgebiet befindet sich ein Naturwaldgebiet, das als Ausgleich für andere Eingriffe aus der Nutzung genommen wurde. Der Weg ist Teil des europaweiten Pilgerweges „Jakobsweg“ und des landesweiten Naturparkweges, der damit beworben wird, über landschaftlich reizvolle, naturbelassene Wege zu führen. „Dieser Reiz und das erholsame Walderleben gehen durch Asphalt verloren“, fürchtet Mareike Herrmann vom BUND, „Für die Nutzergruppen, die Asphalt bevorzugen, gibt es eine bereits ausgebaute Strecke entlang der Crivitzer Chaussee.“

Mit einem Ausbau als asphaltierter Fahrradweg geht die Stadt Schwerin Unterhaltungspflichten vom Winterdienst über Wegesicherung bis zur Sanierung ein, die nicht geförderte Kosten verursachen und rechtlich kritisch werden können. Corinna Cwielag, BUND: „Das jetzige Wald-und-See-Erlebnis kostet nichts, ein Asphaltweg kostet über 760.000 Euro Steuergeld und sorgt für dauerhafte Verpflichtungen, die bezahlt und abgesichert werden müssen. Wir können Natur und Naturerlebnis nicht nur wegen den Förderkriterien opfern.“ Denn sie vermutet, dass die Asphaltbauweise hier gewählt wurde, um einer bestimmten Förderrichtlinie des Landes zur Nutzung von Geldern der EU zu entsprechen. Diese sollten besser bei den vielen Lücken im Radwegenetz eingesetzt werden, fordert der BUND.

Für den Waldweg sieht der BUND Möglichkeiten, den bisherigen, naturbelassenen Charakter zu erhalten und trotzdem an einzelnen Stellen etwas gegen die Pfützen zu tun, die bei Regenwetter entstehen.

 

Für Rückfragen: 

Corinna Cwielag: mobil: 0178 5654700, corinna.cwielag(at)bund-mv.de

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