BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Waldumbau 2021

31. Dezember 2020 | Baum, BUND, Wälder, Naturschutz, Naturschutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert für das neue Jahr mehr Konsequenz beim Auf- und Umbau klimastabiler Wälder in M-V. Priorität habe dafür der Wasserrückhalt in den Wäldern und endlich eine wirksame Absenkung der viel zu hohen Reh- und Hirschbestände. Selbst in Schutzgebieten werde häufig ganz konventionell gewirtschaftet, da wirksame konkrete Schutzgebietsverordnungen immer noch fehlen und die Landesforst unter wirtschaftlichem Druck durch die Landesregierung steht. Damit geraten die Forstämter vor Ort in Bringeschuld.

Der Schutz von Klima und biologischer Vielfalt muss jedoch insbesondere in öffentlichen Wäldern Vorrang vor finanziellen Aspekten haben, fordert der BUND.

„Diesem Vorrang für klimastabile Wälder wird die auf dem Tisch liegende Änderung für das Gesetz über die Landesforstanstalt bisher nicht gerecht. Dort steht wieder die Kostendeckung als Maßgabe für die Landeswälder drin. Oft sind forstliche Maßnahmen immer noch viel zu flächig und so stark, dass sich das gesamte Waldklima durch großflächige Öffnung der bisher beschatteten Waldbereiche ändert. Sonne und Wind gelangen an den bisher schattigen und feuchten Waldboden. Durch die Austrocknung der oberen Humushorizonte in Verbindung mit fehlenden Gesamtniederschlägen geraten die Wälder in Trockenstress“, sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag.

Der BUND fordert die Überarbeitung der Waldbau-Richtlinien der Landesforst für die einzelnen Baumarten, besonders die Buche. „Wir müssen zu Waldbeständen mit mehr Strukturen kommen, in denen alle Altersklassen und verschiedene Baumarten auf derselben Fläche vorkommen. Und für die Natura-2000-Gebiete müssen zudem die Waldbehandlungsgrundsätze geändert und konkretisiert werden. Sie sind viel zu allgemein und auslegungsfähig – das war bisher auch so gewollt von Seiten der Landesregierung, um die Waldbesitzer möglichst wenig einzuschränken, “ so Cwielag weiter.

Für Nachpflanzungen und Neupflanzungen von Wald fordert der BUND klare Vorgaben und Verpflichtungen zum Aufbau von Laubmischwäldern. Corinna Cwielag: „Die Maßgabe, ´bevorzugt Mischkulturen´ anzubauen, reicht da nicht aus. Das muss Pflicht werden. Sonst treffen wir immer wieder, besonders im Privatwald, auf großflächige Aufforstungen und Nachpflanzungen mit Nadelhölzern. Darin wird es in Zukunft noch heißer und es wird auch deutlich weniger Grundwasser neu gebildet.“

Beim Umbau von Fichtenforsten fordert der BUND, stärker auf eine natürliche Waldentwicklung zu setzen. „Es ist sinnlos, mehr Fichtenholz auf den übersättigten Markt zu werfen und teuer nachzupflanzen. Für die Waldentwicklung wäre es in meisten Fällen besser, man lässt tote Fichten einfach stehen oder zusammenbrechen und überlässt dann 10 Jahre der Natur das Feld. So entstehen natürliche Baumverjüngungen in der Fläche. Wenn die Bäume einmal tot sind, sind sie stehend auch keine Brutstätte mehr für Borkenkäfer. Und wenn die Fichten zusammenbrechen, dann sind sie durch den Verhau auch ein natürlicher Verbissschutz, und das Binnenklima bleibt besser, als wenn man wieder eine stark besonnte Freifläche schafft“, so Corinna Cwielag.

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin BUND M-V: T. 0178 5654700 / corinna.cwielag(at)bund.net

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