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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Tag des Baumes nicht nur an einem Tag im Jahr

25. April 2020 | Baum, Alleen

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern ruft dazu auf: „Nehmen Sie einen Baum in ihre persönliche Pflege. Helfen Sie, dass unsere Bäume auch Trockenzeiten überleben!“

Foto: BUND Mecklenburg-Vorpommern

„Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ Julius Sterling Morton 1872
 
„Unsere Bäume leiden zunehmend unter klimatischen Veränderungen einhergehend mit dem Rückgang von Niederschlägen in manchen Gebieten und gleichzeitig höheren Durchschnittstemperaturen. Bäume verdursten regelrecht und Schädlinge verbreiten sich zu üppig und in Regionen, in denen sie vordem nicht zu finden waren“, sagt Katharina Dujesiefken, Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. „Durch gute Pflege, vor allem genügend Wasser, müssen wir gerade die neu gepflanzten Bäume stärken, damit sie die Chance auf ein langes Baumleben haben. Hier kann jeder Bürger mithelfen. Jeder findet bestimmt einen jungen Baum in der Nähe, den er persönlich betreuen und bei Trockenheit regelmäßig gießen kann. Wir tun damit etwas für uns, denn klar ist – wir brauchen die Bäume!“
 
Bäume sind Holzlieferant, Sauerstoffspender, Obstlieferant, Schadstofffilter, Luftbefeuchter, Kohlendioxydverbraucher, Lärmbremse, Windschutz und Schattenspender. Das allein wäre Grund genug, dem Baum und dem Wald einen besonderen Platz in unserem Wertesystem einzuräumen. Doch Bäume sind mehr.
 
Viele Menschen fühlen sich emotional sehr zu Bäumen hingezogen. Sie tragen zu unserem Wohlbefinden bei, vermitteln Schönheit, Lebensraum. Durch ihren, im Vergleich zum Menschen, erheblich längeren Lebenszyklus spannen Bäume eine Brücke zurück in die Zeit unserer Vorfahren. Sie werden zur lebendigen Geschichte, bieten Heimatgefühl, beispielsweise Tanz- und Gerichtslinden. Daten des persönlichen oder geschichtlichen Bereichs können wir den einzelnen Baumringen zuordnen.  
 
Aber Bäume spannen auch Brücken in die Zukunft, denn sie sind – wenn wir sie heute pflanzen – ein Pfand für eine lebenswerte Zukunft der uns folgenden Generationen. Die Bäume, die wir jetzt pflanzen, geben den kommenden Generationen Freude und bringen Nutzen.  
 
Seit Jahrzehnten fällt der Mensch mehr Bäume als er neu pflanzt. Nach Aussage der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schrumpfen die Wälder, die mit 3,866 Milliarden Hektar etwa ein Drittel der Landfläche der Erde bedecken, dramatisch. Beispielsweise gingen 2018 zwölf Millionen Hektar verloren, eine Fläche so groß wie Nicaragua.  
 
"Wir müssen unbedingt wieder mehr Bäume pflanzen, überall, ob im Wald, an den Straßen, in den Städten und Gemeinden, in den Gärten“, sagt Katharina Dujesiefken. Es sind nicht nur die Rodungen in den Regenwäldern, auch vor unserer eigenen Haustür ist der Baum nicht sicher. Die Diskussionen der letzten Jahre um eine Baumschutzsatzung in allen Städten und Gemeinden haben das nur zu gut bewiesen. Bäume sollen möglichst ohne Ersatz weichen. Zusätzlich fügen wir den Bäumen enormen Schaden zu. Straßen werden verbreitert und bis an den Wurzelhals asphaltiert, Baumschnitte unnötige und falsch ausgeführt, bis unmittelbar an den Baumstamm gepflügt und auch das Parken zwischen den Bäumen schädigt den Wurzelraum und damit die Bäume. „Mein Wunsch zum Tag des Baumes ist, dass wir alle den Bäumen den besonderen Platz in unserem Wertesystem geben, den sie verdienen. Ändern wir unser Verhalten und geben wir den Bäumen die Chance auf ein langes Leben!“, bittet Katharina Dujesiefken.

Hintergrund: In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts pflanzte Julius Sterling Morton, ein Journalist und Farmer, in das baumarme Nebraska Bäume und Büsche vor allem als Erosionsschutz. Anfang 1872 forderte er in seiner „Arbor Day-Resolution“ einen jährlichen „Tag des Baumes“. Diesem Antrag stimmte die Regierung von Nebraska zu. Im April 1872 pflanzten erstmals Bürger und Farmer Nebraskas mehr als eine Millionen Bäume. Dem großen Erfolg war es zu verdanken, dass kaum zwei Jahrzehnte später alle Staaten der USA den „Tag des Baumes“ begingen und dieser Tag schließlich in der ganzen Welt bekannt wurde.  
 
Am 28. November 1951 beschloss die FAO (Food and Agriculture Organisation) der Vereinten Nationen jedes Jahr in allen Mitgliedsländern einen Weltfesttag des Baumes zu feiern. So kam der „Tag des Baumes" am 25.04.1952 auch nach Deutschland.

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