Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober steht für die Überwindung der deutschen Teilung und das Zusammenwachsen von Ost und West. Aus diesem Anlass ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bundesweit zu Aktionen am Grünen Band auf. Das Grüne Band erinnert an die Erfolgsgeschichte der friedlichen Revolution, bei der aus der ehemaligen innerdeutschen Grenze eine Lebensader für Mensch und Natur entstanden ist.
Radtouren und mehr zum Tag der Deutschen Einheit
Der BUND lädt zu einer Fahrradtour durch den südlichen Abschnitt des Grünen Bandes MV ein. Start ist am 3. Oktober um 10:15 Uhr am Bahnhof Boizenburg. Unter Leitung von Dr. Heinz Klöser und Dr. Thorsten Walther verbindet die Tour deutsche Zeitgeschichte mit aktuellen Naturschutzthemen und zeigt, wie sich die einstige Grenze zu einem wertvollen Lebensraum und bedeutenden Naturerbe entwickelt hat.
Die Radtour mit dem ADFC Lübeck führt über die Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup entlang der ehemaligen Grenze nach Schlagsdorf zum dortigen Museum Grenzhus. Um Anmeldung wird gebeten.
Das Grenzhus Schlagsdorf feiert mit einem umfangreichen Programm. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Schaalsee und vielen Partnern bietet es verschiedene Führungen und Mitmachaktionen. Kinder können Wildbienennisthilfen bauen. Das Projekt „Die DNA des Ostens. Identitäten ohne Mauern“ wird vorgestellt und darüber diskutiert, welche Vielfalt an Erfahrungen ostdeutsche Identitäten ausmachen und wie wir damit umgehen. Am Schluss des Tages sind alle Gäste zum „Singen im Miteinander zum Tag der Deutschen Einheit“ unter Anleitung von Brita Rehsöft eingeladen.
Details unter www.bund-mv.de/gruenes-band. Dort sind fünf weitere Veranstaltungen verschiedener Akteure zusammengetragen, vom Rundgang in Schwerin über Offenes Singen auf Rügen bis zum Vortrag auf Usedom,
Die Arbeit des BUND MV am Grünen Band
Der BUND Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz und die Entwicklung des Grünen Bandes. Im Rahmen des Verbundprojekts HOTSPOT28 unterstützt er das Netzwerk aus Vereinen, Stiftungen, Kirchen und Privatpersonen bei ihrem Engagement für das Grüne Band. Ein wichtiger Meilenstein wurde im September 2026 erreicht, als der Abschnitt des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt wurde.
Hintergrund: Eine Lebensader quer durch Deutschland
Über Jahrzehnte hinweg war die innerdeutsche Grenze ein Symbol der Teilung. Während der Grenzstreifen für Menschen unzugänglich war, entwickelte sich in der Abgeschiedenheit ein wertvoller Rückzugsort für Tiere und Pflanzen. Heute erstreckt sich das Grüne Band über rund 1.400 Kilometer durch Deutschland und bildet den größten zusammenhängenden Biotopverbund des Landes. Es verbindet wichtige Lebensräume und bietet mehr als 1.200 gefährdeten Arten Schutz.
Den Grundstein für das Grüne Band legten Naturschützerinnen und Naturschützer aus Ost- und Westdeutschland kurz nach dem Fall der Berliner Mauer. Am 9. Dezember 1989 verabschiedeten rund 400 Teilnehmende bei einem Treffen in Hof eine gemeinsame Resolution zum Schutz des ehemaligen Grenzstreifens. Ihre Vision war es, den einstigen „Todesstreifen“ als wertvolles Naturerbe für kommende Generationen zu bewahren.
„Das Grüne Band zeigt, dass aus Grenzen Brücken werden können. Es bewahrt nicht nur wertvolle Natur, sondern erinnert an die Geschichte der Teilung und der friedlichen Wiedervereinigung“, erklärt Jessica Sommer vom BUND Mecklenburg-Vorpommern.
Das Projekt HOTSPOT28 – „Natürlicher Klimaschutz im Norden“ wird im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie das Land Schleswig-Holstein kofinanziert.
Foto: Der ehemalige Kolonnenweg bei Boizenburg ©BUND MV
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