Abgeschnittene Schweinswalflossen am Strand zwischen Boltenhagen und Groß Schwansee (Foto: BUND M-V)
Aktive Meeresschützer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben in den letzten Wochen an der Ostseeküste zwischen Boltenhagen und Groß Schwansee mehrfach abgetrennte Flossen von Schweinswalen am Strand gefunden.
„Da die Schnitte an den Flossen sehr gerade und auch Netzmarken auf der Haut erkennbar sind, ist dies ein sicherer Hinweis darauf, dass die kleinen Wale Beifang in einem Fischernetz, vermutlich einem Stellnetz, waren. Um die verhedderten, toten Tiere wieder aus dem Netz zu bekommen, wurden sie ganz offenbar herausgeschnitten und anschließend zerstückelt einfach wieder zurück ins Meer geworfen“, sagt Lena Hohls vom BUND Klützer Winkel.
Stellnetzfischerei ist eine der größten Gefahren für Schweinswale, so der BUND. Die kleinen Wale können die Fischernetze nicht orten, schwimmen direkt hinein und verheddern sich darin. Da sie dann nicht mehr auftauchen können, um Luft zu holen verenden die Schweinswale im Netz. Die Zahl der Ostsee-Schweinswale geht dramatisch zurück. Die Ostsee-Schweinswale stehen am Rande des Aussterbens und sind nach EU- und deutschem Recht streng geschützt. Jeder Beifang in einem Fischernetz müsste nach EU-Recht gemeldet werden. Der BUND fordert den Einsatz alternativer Fanggeräte und ein konsequentes Verbot von Stellnetzen in allen Gebieten, in denen noch Schweinswale vorkommen.
Verstümmelte Totfunde von Schweinswalen an der deutschen Ostseeküste sind keine Einzelfälle. Meeresschützer fanden auch in Vorjahren abgetrennte Schweinswalteile in der Lübecker Bucht. Lena Hohls vom BUND: „Die Verstümmelung ist eine bekannte Methode in der Fischerei, die auch international bei Delfinen angewandt wird und ein direkter Hinweis auf Fischereibeifang.“
Fotos im Anhang: Bildrecht BUND MV, diese Fotos dürfen einmalig kostenfrei für diesen Artikel verwendet werden, Foto: BUND
Bildunterschrift: Abgeschnittene Schweinswalflossen am Strand zwischen Boltenhagen und Groß Schwansee
Für Rückfragen:
- Lena Hohls, Meeresschutz BUND M-V: 01575 4448621
- Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin BUND M-V: 0178 5654700
Zur Übersicht