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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Polnische Delegation in der Lewitz

27. Juni 2019

Erhalt von Altbäumen auf Dämmen / Konflikte – Lösungen – Umsetzung am Beispiel der Stör-Wasserstraße

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern empfängt vom 1.-3. Juli 2019 eine Delegation aus Polen. 35 Teilnehmer, darunter leitende Mitarbeiter aus den Bau- und Umweltministerien des Landes, aus Wasser- und Schifffahrtsämtern verschiedener Städte, Wasserbauingenieure und Mitglieder von Umweltorganisationen nehmen an einem zweitägigen Seminar mit Exkursion an der Stör-Wasserstraße teil.

 

 

 

Der BUND hat im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit zwei polnischen Umweltorganisationen, gefördert von der europäischen Union (LIFE), zu dieser Veranstaltung eingeladen.


Ob Bäume auf Dämmen und Deichen gepflanzt und vorhandene Bäume geduldet werden sollen, insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen, wird immer wieder sehr kontrovers diskutiert. „Am Beispiel der Stör-Wasserstraße in der Lewitz wollen wir zeigen, dass eine Dammsanierung mit Erhalt des Baumbestandes möglich und sogar sinnvoll ist“, sagt Katharina Dujesiefken, Expertin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die Dämme an der Stör-Wasserstraße (StW) entsprachen abschnittweise nicht mehr den statischen Anforderungen. Eine Sanierung war deshalb notwendig. Der Störkanal ist aber geprägt durch eine auf den Dämmen stehende besonders wertvolle Eichenallee. „Erst umfangreiche Proteste insbesondere des Vereins Lewitznetzwerk e.V. und des BUND Mecklenburg-Vorpommern haben dazu geführt, dass die etwa 270 stattlichen Eichen erhalten blieben und die notwendigen Arbeiten an den Dämmen mit einem Baumsachverständigen abgesprochen werden mussten“, führt Katharina Dujesiefken weiter aus.

 

Diese Aufgabe hatte der öffentlich bestellte Baumsachverständige Frank Christoph Hagen übernommen. Er und der Verantwortliche Projektleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, Stefan Lühr, werden den Gästen aus Polen die Probleme und Lösungen bei der Umsetzung der Sanierungsarbeiten vorstellen, denn mit den Sanierungsarbeiten war das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg beauftragt.

Die Frage, warum es so wichtig ist, bei Bauarbeiten besonders vorsichtig mit den Wurzeln von Bäumen umzugehen, wird Prof. Dr. Dirk Dujesiefken vom Institut für Baumpflege Hamburg einleitend beantworten.

Die Problematik des Baumerhaltes ist derzeit auch bei der geplanten Sanierung des Rheindeiches in Neuss ein großes Thema. Hier sollen etwa 500 Rosskastanien und Linden gefällt werden. Dr. Ing. Lothar Wessolly, Leiter des Ingenieur- und Gutachterbüro Stuttgart, setzt sich dort gemeinsam mit einer starken Bürgerbewegung für den Erhalt der Bäume ein und spricht darüber auf diesem Seminar.

 

Die Sanierungsmaßnahmen an der Stör- Wasserstraße waren trotzdem mit Fällungen von Gehölzen und Schädigungen von Biotopen verbundeng Diese Eingriffe müssen durch Ersatzmaßnahmen kompensiert werden. Eine solche Kompensationsmaßnahme, die Renaturierung Alte Elde und Klinkener Bach, werden von Dominic Krüll, Geschäftsführer Wasser- und Bodenverband Untere Elde und Mariela Weiß, Planungsingenieurin bei  Pöyry Deutschland GmbH, Schwerin, vorgestellt.

 

Stefan Lühr und seine Kollegen haben von 2015 bis 2018 in regelmäßigen Abständen in Gesprächen mit den Verbänden und beteiligten Behörden den Verfahrensstand und die nächsten Aufgaben erörtert. Diese gute Zusammenarbeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass auch heute noch, nach Abschluss der Arbeiten, die Eichen am Störkanal bewundert werden können. Inzwischen gilt dieses Beispiel der Sanierung eines Dammes mit Baumerhalt und das Zusammenwirken verschiedenster Beteiligter als vorbildlich. Die Fachkollegen aus Polen möchten sich von dem Ergebnis überzeugen und mit den Kollegen ins Gespräch kommen und begeben sich deshalb auf den weiten Weg in die Lewitz.

 

Rückfragen über Katharina Dujesiefken, Referentin BUND Mecklenburg-Vorpommern, Tel.: 0385 52311914, oder 0172 3848542

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