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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Neubau atomares Zwischenlager in Lubmin geht in Planung

07. Mai 2019

BUND erwartet verbindliche und wirksame Öffentlichkeitsbeteiligung von Betreiber EWN

BUND: Neubau muss „heiße Zelle“ für Havarien an Castoren haben

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung für den geplanten Neubau des atomaren Zwischenlagers in Lubmin und sieht Defizite in den veröffentlichten Unterlagen des Betreibers Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN).

Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND, erklärt dazu: "Die zusätzliche Härtung des Zwischenlagers Lubmin gegen Terroranschläge ist überfällig und absolut notwendig. In den ersten veröffentlichten Unterlagen der EWN fehlen jedoch offenbar Planungen für eine ´heiße Zelle´, in der beschädigte Castoren versorgt werden können. Eine `heiße Zelle´ ist deshalb unverzichtbar, weil die Castoren mit hochradioaktiven Brennstäben selbst im gelingenden Fall einer Endlagersuche noch Jahrzehnte im Zwischenlager verwahrt werden müssen.“

Der BUND schlage vor, den Beteiligungsprozess zur Planung des neuen Zwischenlagers breiter anzulegen. Corinna Cwielag: „Die bisher im Internet einsehbare Broschüre der EWN und der geplante Bürgerinformationstag am 18.Mai 2019 sind ein erster Anfang, aber nicht ausreichend. Breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung verstärkt die Akzeptanz für Projekte mit erheblichen Umweltauswirkungen und verbessert die Projekte selber erheblich. Teil eines öffentlichen Prozesses müssen verbindliche Absprachen sein, die sich in dem zu stellenden Genehmigungsantrag wirklich niederschlagen. Im Rahmen einer wirksamen Öffentlichkeitsbeteiligung werden wir unser Wissen und unsere Erfahrung als Umwelt- und Naturschutzverband hier selbstverständlich einbringen.“

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND, T. 0178 5654700

Hintergrund:

Als Information zum Neubau des atomaren Zwischenlagers in Lubmin hat die EWN am 01.05.2019 über eine Website eine erste vorgelagerte Öffentlichkeitsbeteiligung sichtbar gemacht. Siehe https://www.ewn-gmbh.de/projekte/estral/

Im Zentralen Zwischenlager Nord (ZLN) in Lubmin lagern 74 Castorbehälter mit hochradioaktiven Brennstäben / Atommüll. Laut Konzeptvorstellung für den Neubau des Zwischenlagers in der Broschüre der EWN sind Wartungsprozesse an den Castor-Behältern sind nur am Sekundärdeckel (äußerer Deckel) möglich, nicht an dem Primärdeckel (innerer Deckel). Ob ggf. eine "heiße Zelle" als Bereich zur Analyse von Sekundär- und Primärdeckel, wenigstens im Fundament vorgehalten wird, ist nicht auffindbar. An allen Zwischenlagerstandorten in Deutschland fehlen bisher Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Transport- und Lagerbehälter. Der BUND verlangt einen hohen Sicherheitsstandard für die atomaren Zwischenlager, weil ein Endlager für Atommüll frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts genutzt werden kann. siehe dazu Hintergrundpapier des BUND: „Atommüllzwischenlagerkonzept jetzt überprüfen“

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