Herrnburg. Was wächst und blüht eigentlich in unserer Nachbarschaft? Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV (StUN) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND MV) laden am 23. Mai 2026 von 10 – 15 Uhr alle Naturbegeisterten ein, die Schätze der Palinger Heide gemeinsam zu erfassen.
Was Profis „Biotopkartierung“ nennen, ist eigentlich eine wichtige Bestandsaufnahme der örtlichen Pflanzen und Lebensräume. Die Aktion ist geeignet für Naturinteressierte mit Vorkenntnissen, die aktiv in die praktische Naturschutzarbeit einsteigen und ihr Wissen über Pflanzen und Lebensräume erweitern möchten. Unter fachkundiger Anleitung verfeinern wir die Bestimmung von Arten, lernen, komplexe Lebensräume zu bewerten und erstellen auf Basis der Funde eine Biotopkartierung, die als Grundlage für den langfristigen Schutz der Palinger Heide dient. Treffpunkt ist der Bahnhof Herrnburg.
Die Teilnahme ist kostenlos. Da es mehrere Stunden ins Gelände geht, wird um wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und eigene Verpflegung gebeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Ziel & Hintergrund: Ein Mosaik der Artenvielfalt Die Palinger Heide ist weit mehr als eine bloße Grünfläche. Sie ist ein hochkomplexes Ökosystem. Das Besondere ist die enge Verzahnung von gegensätzlichen Lebensräumen. Auf engstem Raum treffen nährstoffarme Trockenrasen auf wasserreiche Feuchtbiotope. Diese Kontraste schaffen Nischen für spezialisierte Arten, die andernorts längst verdrängt wurden. Ziel dieser Mitmachaktion ist es, diese wertvollen Strukturen zu erfassen. Nur wer weiß, was wo wächst, kann die ökologische Bedeutung für den regionalen Naturhaushalt bewerten und bei negativen Veränderungen rechtzeitig gegensteuern.
Das Grüne Band: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie Dass wir hier heute diese Vielfalt vorfinden, ist ein Resultat der Geschichte. Die Natur im ehemaligen Grenzgebiet blieb über Jahrzehnte unberührt vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck. So entstand eine einmalige 1.400 km lange Lebenslinie, die heute als Mahnmal an die Teilung und friedliche Wiedervereinigung erinnert und zahlreichen Arten Schutz bietet.
Die Aktion findet im Rahmen des Projektes HOTSPOT28 „Natürlicher Klimaschutz im Norden“ statt, das im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit sowie durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern mit Mitteln des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sowie durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein gefördert wird. Der Hotspot 28 ist einer von 30 Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland. Hotspots der biologischen Vielfalt sind Regionen mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume.
Mehr Informationen
• Das Grüne Band: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie (bund.net)
• HOTSPOT28 – Natürlicher Klimaschutz im Norden
Kontakt:
Jessica Sommer BUND MV | Projektmitarbeiterin HOTSPOT28 | Naturerlebnis Grünes Band
Tel.: 015567 202026 | Mail: jessica.sommer(at)bund-mv.de
Anja Kureck | StUN MV | Projektleitung HOTSPOT28
Tel.: 0151 420 270 90 | a.kureck(at)stun-mv.de
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