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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Landwirtschaft für lebendige Böden im Klimawandel!

11. September 2018

BUND fordert bodenschonende Landbewitschaftung mit vielfältigen Fruchtfolgen und angepassten Pflanzensorten

Aus Anlass der geringen Ernteerträge sowohl nach der diesjährigen Dürre als auch nach der vorjährigen Nässe fordert der BUND eine Neuausrichtung der herkömmlichen Landbewirtschaftung.

Dr. Burkhard Roloff, Agrarexperte beim BUND: „Die eigentliche Ursache für die geringeren Ernteerträge ist die allgemeine Bodenverschlechterung, v.a. durch die Verdichtung und den Verlust an organischer Substanz bzw. Humus in den mineralischen Böden in unserem Land. Dadurch verlieren die Böden ihre guten chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften, sodass weder Wasser schnell genug aufgenommen, noch lange genug im Boden gespeichert werden kann.Wir fordern eine Abkehr von der industriellen Pflanzenproduktion hin zu einer bodenschonenden Landbewirtschaftung mit weiten, vielfältigen Fruchtfolgen und standortangepassten Pflanzensorten. Die ausreichende Zufuhr von organischer Substanz, ob Festmist oder Kompost muss dabei aus einer bäuerlichen, flächengebundenen und artgerechten Nutztierhaltung erfolgen.“

Roloff fasst zusammen: „Das nachhaltige Ziel sind lebendige Böden, mit viel Humus, die dadurch mehr Wasser aufnehmen, speichern und abgeben können. Diese bäuerlich-ökologische Landwirtschaft ergibt langfristig ein erhöhtes „Abfederungsvermögen“, die sogenannte Resilienz des Öko-Systems Boden-Pflanze-Tier gegenüber den zunehmenden klimatischen Extremen.“

Hintergrund:Laut "Bodenbericht des Landes Mecklenburg Vorpommern" wurden etwa 0,2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als gering, ca. 35 % mäßig, ca. 15 % erheblich, ca. 10 % stark und ca. 30 % als sehr stark potentiell schadverdichtungsgefährdet eingeschätzt. Von den 425 amtlich untersuchten Probestellen (Oberboden) wiesen 285, das sind 67% Humusgehalte kleiner 2 % auf.

Bodenschonende Landbewirtschaftung umfasst ein umfassendes System von standortangepassten Maßnahmen wie die schonende Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt, die Schlageinteilung, die Anlage von mehrreihigen Feldhecken, die Herbst-, Winter- bzw. ganzjährige Begrünung sowie die Direkt- oder Mulchsaat in einer weiten, vielfältigen Fruchtfolge. Unverzichtbar ist in den Fruchtfolgen der Anbau von Kleegras und luftstickstoff-bindenden Pflanzen, wie Erbsen, Bohnen oder Luzerne und Klee.

Der bereits 37 Jahre dauernde Schweizer Langzeitvergleich verschiedener Anbausysteme ergab in der Bio-Variante insgesamt höhere Humusgehalte, erhöhte Aggregatstabilität, erhöhte Wasserkapazität, höhere Wassergehalte sowie eine verbesserte biologische Bodenqualität und eine 30% höhere Artenvielfalt.

Auf dem neunzehnjährigen Dauerversuch der Universität Gießen zu unterschiedlichen Betriebstypen im Ökolandbau ergab der ökologische Gemischtbetrieb die höchsten Humuswerte, im viehlosen Bio-Betrieb mit Kleegras konnte noch Humusaufbau nachgewiesen werden, wobei es im viehlosen Bio-Ackerbau-Betrieb bereits nach 5 Jahren zur Humusreduzierung kam.

Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0385 52133913 und 0176 25190600.

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