BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
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Klimaschutz statt neue Gaskraftwerke

19. Mai 2025

BUND fordert anlässlich Energieministerkonferenz vom 21.-23.05. 2025 in Mecklenburg-Vorpommern: Klimaschutz statt neue Gaskraftwerke / Erste Städte planen Gasnetz stillzulegen

Mecklenburg-Vorpommern ist Gastgeber der Energieministerkonferenz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert angesichts der bereits jetzt eingetretenen Auswirkungen von Klimawandel und Artensterben einen konsequenten Weg hin zu Ressourcenschutz und Klimaneutralität. Der Neubau von Gaskraftwerken sei ein fragwürdiger Rückschritt, so der BUND.

Susanne Schumacher vom BUND Rostock und Sprecherin des Arbeitskreises Klimaschutz im BUND betont: "Klimaschutz ist Menschenschutz, fördert unsere Wirtschaft und macht unseren Wohlstand weniger anfällig. Ein ´Weiter so´ kostet zunehmend Menschenleben! Allein in Deutschland sterben jedes Jahr fast 100.000 Menschen an Luftverschmutzung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid z.B. aus Kraftwerken und Verkehrsabgasen. Und auch Hitze tötet schon jetzt tausende Menschen jeden Sommer bei uns.“

Die Umweltkosten in Form von umweltbedingten Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfällen oder Schäden an Ökosystemen sind schon jetzt hoch, betont der BUND. Allein die gesellschaftlichen Kosten durch Straßenverkehr, Strom- und Wärmeerzeugung betragen aktuell mehr als 300 M € pro Jahr.

Kritisch sieht der BUND den geplanten Bau neuer Gaskraftwerke:

“Die von der Bundeswirtschaftsministerin geplanten Gas-Kraftwerke sind ein Riesenrückschritt ins fossile Zeitalter, den wir uns nicht mehr leisten können. Nicht nur der Klimawandel wird damit weiter befeuert. Damit verbunden sind lange Lieferverträge mit Gasexportierenden Ländern, von denen wir dann wieder einseitig abhängig sind und die das Gas jederzeit als Druckmittel gegen uns einsetzen können. Geopolitisch heutzutage keine gute Idee! Unser Geld fließt dann ins Ausland und zwar in Höhen, die von den Exportländern diktiert werden. Mit hier erzeugter erneuerbarer Energie plus Energiesparen plus Speicher haben wir unsere Energieproduktion und den Preis dagegen selbst in der Hand. Daran hängen auch Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Für die Wärmeversorgung unserer Gebäude stehen die kostengünstigeren erneuerbaren Energien wie Umweltwärme, Erdwärme oder Fernwärme zur Verfügung. Erste Städte planen daher bereits, ihr Gasnetz stillzulegen. Für die Industrie werden so Gaskapazitäten frei, die durch Energieeffizienz, grünen Wasserstoff und Biogas noch reduziert werden können. Der geplante Neubau von Kraftwerken ist also unnötig“, sagt Susanne Schumacher vom BUND.

Der Ausbau Erneuerbarer Energie muss so naturverträglich wie möglich stattfinden. Der BUND fordert, sensible Naturräume wie Vogelzugrouten, Wälder und Moore weiterhin von Energieanlagen frei zu halten. Um den Bedarf an Energieanlagen zu mindern, fordert der BUND mehr Anstrengungen beim Energiesparen, v.a. im Gebäude- und Verkehrsbereich. „Jeder konventionelle Neubau aus Beton kostet uns erhebliche Energieressourcen und erhöht die CO2-Werte. Daher muss beim Bauen in den Bestandserhalt und die schonende Sanierung mit Naturbaustoffen investiert werden. Erneuerbare Energieanlagen müssen vorrangig in unsere bereits versiegelten Strukturen integriert werden. Wasserstofffabriken sollten nur so dimensioniert werden, dass die Abwärme sinnvoll, z.B. für Fernwärme, genutzt werden kann und der Wasserbedarf sicher gestellt werden kann. Der ländliche Raum muss nicht nur finanziell, sondern auch durch mehr Naturschutzausgleich vor Ort profitieren.“

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Für Rückfragen:

Susanne Schumacher, Sprecherin Arbeitskreis Klimaschutz im BUND M-V: 0176 21311985

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