Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt den Beschluss des Klimaverträglichkeitsgesetzes im Landtag ausdrücklich, sieht aber erheblichen Verbesserungsbedarf. Mecklenburg-Vorpommern ist eines von den letzten drei Ländern, die noch immer keinen gesetzlich verankerten Klimaschutz haben. „Das Klimaschutzgesetz ist jedoch dringend notwendig, um Klimaschutzziele auf EU- und Bundesebene für unser Land spezifisch herunterzubrechen und zu konkretisieren. So kann sich MV unabhängig von fossilen Energieimporten mit geopolitischen Unsicherheiten und hohen Kosten machen und Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbare Energien und z.B. nachwachsende Rohstoffe schaffen und sichern“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND.
„Doch für einen wirklich wirksamen Klimaschutz in MV muss vor allem der erst letzte Woche gestrichene Stopp der Moorentwässerung ab 2045 wieder eingefügt werden. Das von Umweltminister Backhaus gern betitelte „Moorland Nr. 1“ hat ein Problem: Entwässerte Moore sind in MV die größte Einzelquelle von Treibhausen und emittieren rund 6 Millionen Tonnen davon jährlich. Das macht die Wiedervernässung zur größten und wirksamsten Klimaschutzmaßnahme im Land,“ mahnt Susanne Schumacher, Klimaschutzexpertin beim BUND MV.
Die gesetzten Ziele zur Einsparung von Treibhausgasen in den verschiedenen Sektoren der Wirtschaft sind wichtig, müssen aber tatsächlich pro Sektor eingehalten werden. Werden die Ziele dann nicht erreicht, müssen Sofortmaßnahmen ergriffen werden. Denn die Zeit läuft uns davon: wenn wir einen funktionierenden Naturhaushalt und ein lebenswertes Klima erhalten wollen, bleiben uns nur noch rund drei Jahre Zeit. Mareike Herrmann, Naturschutzexpertin beim BUND MV: „Deshalb muss der Klimaschutzplan, der die im Gesetz verankerten Ziele in konkrete Handlungsmaßnahmen ableitet, so schnell wie möglich und unter Beteiligung der Umweltverbände zum Einsatz kommen! Wir fordern eine Verabschiedung des Klimaschutzplanes bis August 2026.“
Wer MV zukunftsfähig und lebenswert aufstellen will, muss ernst machen mit dem Klimaschutz. Denn der Klimawandel setzt Menschenrechte wie bspw. das Recht auf Unversehrtheit außer Kraft und dies sozial höchst ungerecht. Obwohl die reichsten Menschen die höchsten Treibhausgasmengen verursachen, treffen die Auswirkungen vor allem Ärmere und gesundheitlich Beeinträchtige, z.B. durch schlecht gedämmte Gebäude oder steigende Lebensmittelpreise verursacht durch Ernteausfälle. Susanne Schumacher von BUND: „Dabei darf Klimaschutz auf keinen Fall unter Haushaltsvorbehalt stehen: jeder Euro, der in den Klimaschutz investiert wird, spart andererseits 4 bis 10 € Schadkosten und menschliches Leid durch z.B. Luftverschmutzung, Hitze, Hochwasser und Schäden am Eigentum. Durch Minderung dieser Klimawandelauswirkungen und durch Klimaanpassung kann MV tatsächlich ein Land zum Leben bleiben.“
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Für Rückfragen:
Susanne Schumacher: mobil: 0176 21311985, E-Mail: susanne.schumacher(at)bund.net
Mareike Herrmann, mobil 0175 9984735, mareike.herrmann(at)bund-mv.de
Corinna Cwielag: mobil: 0178 5654700, corinna.cwielag(at)bund-mv.de
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