Am Samstag, den 31. Oktober 2026, um 14 Uhr laden der NABU Ludwigslust am Schloss und der BUND Mecklenburg-Vorpommern zu einer gemeinsamen Waldschutzaktion in den Grabower Stadtwald ein. Bei einer geführten Wanderung werden junge Laubbäume gesucht und mit Verbissschutz vor hungrigen Rehen geschützt. Außerdem werden die im vergangenen Jahr aufgestellten Eichelhäherkästen erneut mit Eicheln befüllt. Ziel ist es, den natürlichen Umbau des überwiegend aus Kiefern bestehenden Waldes zu einem artenreichen, widerstandsfähigen Mischwald zu unterstützen. Treffpunkt ist der Beginn des Altkarstädter Weges am Ortseingang Grabow. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Der Grabower Stadtwald besteht überwiegend aus Kiefern. Gerade angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit ist der Umbau solcher gleichförmigen Bestände zu struktur- und artenreichen Mischwäldern von großer Bedeutung. Dabei hilft die Natur selbst: Eichelhäher sammeln Eicheln und verstecken sie als Wintervorrat im Waldboden. Nicht alle werden wiedergefunden – aus den vergessenen Eicheln können junge Eichen wachsen. Um diesen natürlichen Prozess zu unterstützen, wurden bereits im vergangenen Jahr sogenannte Eichelhäherkästen im Grabower Stadtwald aufgestellt. Die mit Eicheln befüllten Futterkästen bieten den Vögeln eine zusätzliche Nahrungsquelle und regen sie dazu an, die Eicheln im Wald zu verteilen und zu verstecken.
In diesem Jahr wird die Aktion fortgesetzt: Neben dem erneuten Befüllen der Eichelhäherkästen steht nun der Schutz bereits vorhandener junger Laubbäume im Mittelpunkt. Besonders Rehe fressen gerne die frischen Triebe und können dadurch das Wachstum der Bäume erheblich beeinträchtigen. Bei der gemeinsamen Aktion werden deshalb geeignete Jungbäume gesucht und mit Verbissschutz versehen, der bereits beim Biodiversitätstag angefertigt wurde. Ein Forstwirtschaftsmeister begleitet die Wanderung und erläutert, wie der Waldumbau auf natürliche Weise unterstützt werden kann.
Wald schützen statt roden
Während sich die Naturschutzverbände gemeinsam für die ökologische Aufwertung des Grabower Stadtwaldes einsetzen, ist ein großer Teil des Waldes weiterhin durch die geplante Entwicklung eines Gewerbegebietes bedroht. Für das Vorhaben sollen bis zu 130 Hektar Wald gerodet werden. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern hat dagegen Klage eingereicht.
„Der Grabower Stadtwald ist weit mehr als eine Ansammlung von Kiefern. Er ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, speichert Kohlenstoff und Wasser und ist ein wichtiges Naherholungsgebiet. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen können wir seine natürliche Entwicklung zu einem vielfältigen Mischwald fördern. Umso wichtiger ist es, diesen Wald langfristig zu erhalten“, erklärt Corinna Cwielag, Geschäftsführerin vom BUND Mecklenburg-Vorpommern.
Die juristische Auseinandersetzung ist für den Umweltverband mit erheblichen Kosten verbunden. Um die Klage und den Einsatz für den Erhalt des Grabower Waldes finanzieren zu können, ist der BUND auf Spenden angewiesen. Jeder Beitrag hilft, die rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz des Waldes auszuschöpfen.
Wer den BUND dabei unterstützen möchte, kann sich unter www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/spenden/spende-grabower-wald/ an den Kosten des Klageverfahrens beteiligen.
Weitere Informationen zum bedrohten Grabower Stadtwald und zur Klage gibt es unter www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/grabower-wald/.
Hinweise zur Veranstaltung: Die Wanderung beginnt am Samstag, 31. Oktober 2026, um 14 Uhr am Beginn des Altkarstädter Weges am Ortseingang Grabow. Bei geeignetem Wetter ist anschließend ein gemeinsames Picknick geplant. Die Teilnehmenden werden gebeten, nach Möglichkeit etwas Fingerfood mitzubringen. Getränke werden bereitgestellt.
Für Rückfragen: Jasmin Personn (Baum- und Alleenschutz)
jasmin.personn(at)bund-mv.de, Tel.: 03 85/52 13 39 – 0, Mobil: 0163 6703706