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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Dringender Handlungsbedarf

18. März 2019

Artenrückgang auch in MV dramatisch / Rückgänge um achtzig Prozent / Einzelne Arten seit 1990 schon ausgestorben

Rohrdommel Foto: F.-R. Knaak

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht dringenden Handlungsbedarf zum Erhalt der Artenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern.

„Bei den früher häufigen Arten der Agrarlandschaft wie Feldlerchen, Staren, Kiebitzen und Ackerwildkräutern wie Ackerrittersporn gibt es Rückgänge der Vorkommen um achtzig Prozent seit 1990. Einige Arten wie der Seggenrohrsänger sind bereits ausgestorben. Über neunzig Prozent der wasserpflanzenähnlichen Großalgen in Klarwasserseen und die Vorkommen der Bachmuschel sind akut vom Aussterben bedroht. Grund ist die Überdüngung mit Nährstoffen. Seit 1990 sind 25 Prozent mehr Stickstoffdünger und Chemieprodukte wie Glyphosat in der Landwirtschaft eingesetzt worden. Ackerränder und Saumstrukturen werden dadurch immer mehr vernichtet. Acht Prozent aller Wildpflanzen sind bereits ausgestorben. Der Maisanbau auf ehemaligem Grünland führt dazu, dass selbst Küstenvögel wie die Sturmmöwe zu wenig Nahrung finden. Mais und Raps sind wie eine Wand für viele Vogelarten “, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag heute in Schwerin.

Auch Arten in Naturschutzgebieten wie die Rohrdommel seien auf dem Rückzug, so der BUND. Corinna Cwielag: „Die Rohrdommel hatte vor 40 Jahren noch 17 Brutplätze am Schweriner See, von den beiden letzten Brutplätzen in Naturschutzgebieten ist 2016 auf Antrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt noch einer als Badebucht für Sportboote im Naturschutzgebiet freigegeben worden.“

Der BUND forderte Minister Backhaus auf, mehr für den Artenschutz zu tun. Dazu gehöre auch mehr Personal in der Naturschutzverwaltung. Die Einführung gesetzlicher Gewässerschutzstreifen von mindestens 10 Metern. Auch das Verbot von Totalherbiziden wie Glyphosat und Stickstoffdüngung beim Umbruch nach dem Grünlanderhaltungsgesetz würden in der Hand des Ministeriums liegen. „Noch immer sterben Seeadler an Bleivergiftung, das Verbot für die Landesjäger genügt nicht.“, sagt Corinna Cwielag vom BUND, „Die Koalitionsvereinbarung sieht vor, dass das die Regierung von Mecklenburg-Vorpommern aktiv wird, wenn auf Bundesebene kein Verbot von bleihaltiger Munition ergeht.“

Für wenige Arten wie Kegelrobbe und Biber gibt es erfreuliche Entwicklungen. „Aber hier muss schneller und mehr für das Management getan werden. Für die Kegelrobbe fehlt dringend ein Managementplan, der Entschädigungen für die Fischerei und den Umgang mit dem Tourismus regelt", fordert Corinna Cwielag vom BUND in Mecklenburg-Vorpommern.

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, T. 0385 52133912 oder 0178 5654700

Artikel der Ostseezeitung zu diesem Thema.

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