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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

BUND fordert von Landesregierung Frackingverbot

10. Oktober 2017

Schwerin / Stralsund / Barth: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Landesregierung aufgefordert, sich der Mehrheit der Umweltminister der Länder anzuschließen und am Freitag im Bundesrat für ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Technologie zu stimmen. Es reiche nicht, Fracking lediglich in bestimmten Gebieten auszuschließen. "Fracking kann unsere Böden und Gewässer verunreinigen. Und gefrackte Energieträger haben eine katastrophale Klimabilanz. Warum sollte Mecklenburg-Vorpommern das unterstützen und den Imageschaden in Kauf nehmen? Die Gefahren für die Natur unserer Feriengebiete stehen in keinem Verhältnis zu den Versprechungen der Erdöl- und Erdgaslobby. Die beiden Test-Versuchein Saal und auf Usedom in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Einschätzung des BUND ernst zu nehmende Vorhaben." so Dr. Fabian Czerwinski, Vorsitzender der BUND Gruppe Stralsund.

„Die Mehrheit der Umweltminister der Bundesländer und auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf dem Umweltministerausschuß des Bundesrates Ende April für ein umfassendes Fracking-Verbot ausgesprochen. Am Freitag muss Ministerpräsident Sellering im Bundesrat jetzt dem Umwelt- und Klimaschutz Vorrang einräumen. Wir erwarten, dass er nun auch einem Fracking-Verbot zustimmt.“ sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Das geplante Fracking-Gesetzespaket räume außerdem direkt Betroffenen bzw. Anwohnern keine ausreichenden Mitsprachemöglichkeiten ein.

Die von der Bundesregierung geplante Gesetzgebung würde Fracking in großem Stil ermöglichen und verzögert die Energiewende, befürchtet der BUND. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn konsequent auf erneuerbare Energien umgestiegen werde. Der Ausstieg aus fossilen Energiequellen und mehr Energieeffizienz müssten im Klimaschutzjahr 2015 entschlossen vorangebracht werden. „Im Vorfeld der in Paris im Spätherbst stattfindenden Weltklima-Konferenz würde ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz der Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik großen Schaden zufügen“, so Corinna Cwielag vom BUND.

Hintergrund zum Fracking in Mecklenburg-Vorpommern:

Im Juni 2014 im Ort Saal in Sichtweite des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft wurde erstmalig seit 2011 gefrackt. Die Kalksteinlagerstätte wurde in zehn Fracs zu je 150 Kubikmeter unter Zusatz von Sand und Halliburtons CleanStim aufgebrochen. Zwei Bohrungen auf der Insel Usedom wird dieselbe Betreiberfirma mittels der Kombination aus Horizontalbohrung und Fracking in weitere Testförderungen überführen. Hydro-Fracking, seit den 1960er geschätzte 300 mal in Deutschland verwendet, hat Folgen wie Erdbeben, Unfälle an Anlagen und beim Transport von giftigem Lagerstättenwasser mit sich gebracht. Für die Erschließung des Erlaubnisfeldes Grimmen II in Vorpommern allein würden mehr als 200 Fracs notwendig sein. Die Probleme zeigen, dass bei aller technischen Expertise die Technik unbeherrschbar und mit erheblichen Risiken behaftet ist und bleibt. Es gibt weitere Hinweise zu erhöhten Krebsrisiken in der Nähe von Bohrungen, vergleichbar mit denen in der Nähe von Kernkraftanlagen. Zudem hat Fracking eine sehr schlechte Klimabilanz, die etwa mit der von Kohlekraftwerken vergleichbar ist. All dies darf nicht noch weiter verschärft werden, indem die Gesetzgebung eine derart schädliche Technik fördert. Durch die Perspektive mittels Fracking neue Vorkommen fossiler Energieträger zu fördern, erschließen aktuell verschiedene, international agierende Konzerne Aufsuchungsgebiete in Deutschland. Bereits Ende 2013 waren 112.400 Quadratkilometer des Bundesgebietes mit Erlaubnisfeldern belegt. Die Versuche in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Einschätzung des BUND ernst zu nehmende Vorhab 

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