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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

BUND fordert sauberes Trinkwasser durch Renaturierung der Flüsse und Bäche und mehr Ökolandbau!

23. März 2018

Der BUND verweist aus Anlass des Weltwassertages 2018 auf den schlechten ökologischen Zustand der Fließgewässer und des Grundwassers in Mecklenburg-Vorpommern hin. Der BUND fordert mehr Renaturierung bzw. Strukturverbesserung unserer Flüsse und Bäche und mehr Ökolandbau für mehr Gewässerschutz.

BUND fordert sauberes Trinkwasser durch Renaturierung der Flüsse und Bäche und mehr Ökolandbau!

Der BUND verweist aus Anlass des Weltwassertages 2018 auf den schlechten ökologischen Zustand der Fließgewässer und des Grundwassers in Mecklenburg-Vorpommern hin. Der BUND fordert mehr Renaturierung bzw. Strukturverbesserung unserer Flüsse und Bäche und mehr Ökolandbau für mehr Gewässerschutz 

Stickstoffüberschuss in den Gewässern

Die Landwirtschaft ist die Hauptquelle des Stickstoffs in unseren Gewässern. Modellrechnungen des LUNG ergaben Stickstoff-Überschüsse für die Einzugsgebiete unserer Fließgewässer von ca. 91 100 t/Jahr, entsprechend 65 kg/ha Landwirtschaftliche Nutzfläche und Jahr. Die Belastung der Fließgewässer mit Nährstoffen ist also weiterhin zu hoch. Der Grenzwert von 50 mg/l Nitrat wird aktuell an 19 Fließgewässern überschritten. Die Nitrat-Überschreitung des Grundwassers wurde 2017 an 59, die  von Ammonium an 119 von 370 Messstellen im Land gemessen. In MV entsprechen somit 97 % der Fließgewässer und 82 % der Seen und alle Küstengewässer nicht dem sogenannten „guten ökologischen Zustand“. Gleichzeitig ist das Ziel der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) bis spätestens 2027 den guten ökologischen Zustand aller Gewässer zu erreichen, nicht mehr möglich.

 

Fehler beim Gewässerausbau

Die Hauptursachen für den schlechten Gewässerzustand im Land sind Fehler beim Gewässerausbau, wie z.B. die. Begradigung oder Verrohrung von Flüssen und Bächen, die flächendeckende Entwässerung durch Drainage der landwirtschaftlich genutzten Flächen und die Nährstoffanreicherung bzw. Eutrophierung durch Pflanzennährstoffe, insbesondere Nitrat und Phosphat. Neben den überschüssigen Nährstoffen aus der industriellen Tier- und Pflanzenproduktion in Form von Kunstdünger und Gülle werden die Gewässer durch Schadstoffe, wie z. B. durch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Tiermedikamente, wie Antibiotika belastet.

Wiederherstellung des natürlichen Fluss-Verlaufes

Der Weltwassertag 2018 soll für eine stärkere Berücksichtigung der naturnahen Gewässerpotenziale werben. Dazu gehören auch Renaturierung bzw. sogenannte Strukturverbesserungen von Flüssen durch die Wiederherstellung des natürlichen Fluss-Verlaufes, wie es z.B. an der Nebel, mit 74 km größter Zufluss der Warnow, für insgesamt 7 Mio. Euro durchgeführt wurde. Im Zeitraum 1997-2001 wurde der alte mäandrierende Recknitzlauf zwischen Bad Sülze und Dudendorf auf einer Länge von 9,4 km wiederhergestellt. Die Recknitz ist eine der wenigen Ostseezuflüsse, an denen ein signifikanter Rückgang der Nährstofffrachten festzustellen ist.

Die Renaturierung bzw. die natürliche Struktur vieler Fließgewässer muss weiter verbessert werden. Mehr Struktur durch mehr Bäume und mehr Beschattung bedeutet größere Selbstreinigung und somit weniger Nährstoffe. Das hat weniger Kraut in den Fließgewässern zur Folge, dadurch besseren Durchfluss und letztendlich besseren Hochwasserschutz. Einfach gesagt. mehr Struktur und weniger Nährstoffe ergeben einen besseren ökologischen Zustand unserer Bäche und Flüsse.

Mehr Ökolandbau für sauberes Trinkwasser

Der Ökolandbau ist bestrebt, den Humusgehalt der Böden zu steigern und das Bodenleben anzuregen. Dadurch können die ökologisch bewirtschafteten Böden mehr Wasser aufnehmen und speichern. Gleichzeitig sind die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor die limitierenden Faktoren im Ökolandbau. Der Ökolandbau sichert eine hohe Wasserqualität, da dieser durch den freiwilligen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel nachweislich zu geringeren Nährstoffauswaschungen aus den Böden bzw. Schadstoffbelastungen der Gewässer führt.

Hintergrund: Seit 1993 wird der Weltwassertag jährlich am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, auf der er von der UN-Generalversammlung per Resolution ausgerufen wurde. Das Umweltbundesamt (UBA) stellt  als "Gewässertyp des Jahres 2018" den "Sandigen Tieflandbach" vor, zu dem kleine Bäche in den sandigen Tieflandregionen Deutschlands gehören. Das Kernziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist für Oberflächengewässer der "gute Zustand". Der gute Zustand eines natürlichen Gewässers bestimmt sich nach seinem ökologischen und seinem chemischen Zustand. Für die Bewertung eines Gewässers spielen die wesentlichen biologischen und chemischen sowie die strukturellen und physikalischen Merkmale eine Rolle. Ein guter ökologischer Zustand kann nur dann vorliegen, wenn die biologischen und die chemischen Qualitätskomponenten sowie die chemisch-physikalischen und hydromorphologischen Parameter jeweils mindestens gut bewertet werden.

Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0385 52133913 und 0176 25190600

 

 

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