„Die Swienskuhlen sind ein jahrhundertealter Laubmischwald und damit besonders arten- und strukturreich. Solche Wälder können an anderer Stelle nicht einfach durch Aufforstung ersetzt werden, da sie sich über Jahrhunderte entwickelt haben.“ warnt Susanne Schumacher, Sprecherin des BUND Rostock eindringlich. Doch nicht nur das! Anders als viele Forstwälder in Monokultur dienen uns die Swienskuhlen als wichtige Treibhausgassenke, Wasserspeicher, Schadstoffpuffer und Erholungsraum in einem Teil Rostocks, der sich ringsherum zunehmend in ein Großindustriegebiet verwandelt.
Petition unter Erhalt von jahrhundertealtem Naturwald statt Rodung für Industrieerweiterung - Online-Petition
Naturwälder werden immer seltener und auch die Swienskuhlen haben mit ihren 69 Hektar bereits ihr Minimalareal, das es zum Überleben und weiteren Funktionieren des Waldkomplex braucht, erreicht. „Jede weitere Verkleinerung würde langfristig zu weniger Waldklima, zum Aussterben von Arten und Ausfallen wichtiger ökologischer Leistungen führen. Wir brauchen diese letzten Naturräume aber im Kampf gegen Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung.“ so der BUND weiter. Auch wenn die hier geplante Industrie für die Energiewende arbeitet, darf dafür kein kostenlos und zuverlässig funktionierender Klimaschutzwald gerodet werden. „Technischer Klimaschutz kann natürlichen Klimaschutz und Naturschutz nicht ersetzen.“ so der BUND.
Der BUND beklagt weiter, dass die Flächenansprüche im Schutzgebiet parallel zur aktuellen Neuaufstellung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms (RREP Region Rostock) verhandelt würden. „Im Entwurf des RREP ist eine Erweiterung des Seehafens von derzeit 721 Hektar um zusätzliche 471 Hektar geplant. Hier sollen ebenfalls teils wertvolle Naturräume in Industrie- und Gewerbegebiet verwandelt werden. Die Waldrodung käme außerhalb des RREP noch oben drauf!“ erläutert Schumacher.
Die Swienskuhlen sind im Entwurf des RREP von der Überplanung mit Industrie und Gewerbe ausgenommen. Einen jahrhundertealten Naturwald zu erhalten ist für die Menschen insgesamt wertvoller als eine Industrie, die nur wenige Jahrzehnte andauert. „Waldrodung und Versiegelung wären aber an dieser Stelle nicht nur volkswirtschaftlich sondern auch betriebswirtschaftlich teuer, da die Industrieerweiterung teils auf Flächen stattfinden würde, die bereits Kompensationsflächen für den damaligen Kohlekraftwerksbau sind und schon einmal renaturiert wurden.“ erinnert der BUND.
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Für Rückfragen:
Susanne Schumacher 0176 21311985
Quellen:
- Stadtverordnung der Hansestadt Rostock über den geschützten Landschaftsbestandteil „Swienskuhlen“ vom 22.05.1997
- Thuenen: Von der Senke zur Quelle
- Neuaufstellung Raumentwicklungsprogramm ab 2022 - Planungsverband Region Rostock
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