Dr. Burkhard Roloff, BUND-Agrarexperte kann die Aufregung der konventionellen Landwirte über die neuen Düngeregeln nicht nachvollziehen und wundert sich über die Trecker-Demonstration, deren Anlass die konventionellen Landwirte selber verursacht haben: Zu hohe Nitratwerte im Grundwasser durch die Überdüngung ihrer Felder, Wiesen und Weiden.
Roloff fordert: „Die Bauern müssen weniger düngen oder auf Ökolandbau umstellen, damit weniger Nitrat in die Böden, das Grundwasser, unsere Moore, Flüsse, Seen und Meere gelangt.“
„Denn das sind die Fakten: Der Zustand des Oberflächen- und Grundwassers ist weltweit gefährdet, v.a. durch die industrielle Tier- und Pflanzenproduktion in Form von Verschmutzung durch chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, Arzneimittelrückstände sowie diffuse Nährstoffeinträge. Im Mittel der Jahre 2012 bis 2016 wurden rund 466 000 Tonnen Stickstoff pro Jahr in die deutschen Oberflächengewässer eingetragen. Mehr als 74 % dieser Einträge stammte aus landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die deutsche Landwirtschaft hinterlässt seit Jahren einen Stickstoff-Überschuss von durchschnittlich 93kg/ha und Jahr. Das Ergebnis ist, in Mecklenburg-Vorpommern sind 97% der Fließgewässer, 82% der Seen und alle Küstengewässer der Ostsee in einem schlechten ökologischen und 50% der Grundwasserkörper in einem schlechten chemischen Zustand.“
Die Lösung ist bekannt und alternativlos, so Roloff weiter: „Die konventionellen Landwirte müssen, ob sie wollen oder nicht weniger chemisch-synthetisch düngen, dafür wieder mehr Festmist oder Kompost. Nachhaltig hilft in den roten Gebieten nur die Umstellung auf Ökolandbau. Denn der Ökolandbau ist beim Gewässer- und Grundwasserschutz der konventionellen Landwirtschaft klar überlegen. Der freiwillige Verzicht auf Mineraldünger, der insgesamt geringere Nährstoffeinsatz und die vorgeschriebene geringere Viehdichte ergeben erheblich geringere Nitratausträge in die Gewässer bzw. das Grundwasser. Neben der Reduzierung der Nutztierzahlen in der Region zwischen 1,4 bis 2,0 GV/ha führen folgende Maßnahmen zur Nitratreduktion in den konventionellen Betrieben: Winterbegrünung der Felder und Zwischenfruchtanbau in weiten Fruchtfolgen mit Kleegras und Untersaaten.“
Rückfragen: Dr. Burkhard Roloff, BUND, Tel.: 0176 25190600
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