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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Ankunft an der Ostsee nach Fernwanderung am Grünen Band

21. Juni 2019

Ehemaliger Republikflüchtling hält grünes Erbe lebendig

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt am Freitag, den 21.Juni 2019 den Langstreckenwanderer Ralph Georgi am Nordende des Grünen Bandes am Dünenübergang bei Pötenitz. Ralph Georgi aus Zwickau floh 1988 in den Westen. Heute setzt sich Ralph Georgi ehrenamtlich für das Grüne Band ein und möchte das natürliche und auch das historische Erbe lebendig halten. Über 1.400 Kilometer vom Sächsischen Vogtland bis zur Ostseeküste hat Ralph Georgi das Grüne Band entlang der früheren innerdeutschen Grenze in den letzten Jahren komplett erwandert. Er hat dabei Land und Leute exzellent kennengelernt. Von der Wanderung kann er so manche Geschichte erzählen. So hat er zum Beispiel nahe seiner alten Heimat eine Replik des südlichsten Grenzpfahls der früheren Staatsgrenze wiedererrichtet, damit die Erinnerung an die unmenschlichen Sperranlagen nicht verloren geht.

Die größte Bedeutung hat das Grüne Band als Refugium für die bedrohte Artenvielfalt. Der Grenzbereich von Mecklenburg-Vorpommern zu Schleswig-Holstein und die gesamte Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns sind Teil dieser weltweit einmaligen, weit  über die ehemalige innerdeutsche Grenze hinausgehenden Lebenslinie. In Jahrzehnten ungestörter Entwicklung haben sich entlang des Eisernen Vorhangs Lebensräume für seltene und von Aussterben bedrohte Arten wie den Eisvogel und die Grüne Keiljungfer, eine extrem seltene Libellenart, entwickelt. Am Schaalsee sind noch über 40 Tagfalter heimisch. In den Elbtalauen tummeln sich Fischotter und Laubfrösche. Auf den naturnahen Grünlandbereichen zieht der üppige Blütenreichtum Insekten aller Art an. Schmetterlinge und Heuschrecken sind wiederum Beute für Fledermäuse und insektenfressende Singvögel wie das Braunkehlchen. An trockenen und nährstoffarmen Standorten wachsen auf sogenannten Magerrasen wie auf der Halbinsel Teschow südlich des Dassower Sees zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten.

Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND in Mecklenburg-Vorpommern: „Die Lebenslinie des Grünen Bandes ist auch in Mecklenburg-Vorpommern noch immer bedroht. Obwohl der Artenreichtum erkannt wurde und einige Bereiche unter strengen Schutz gestellt wurden, mussten wir uns mit Kiestagebauen, Straßenbauten, Rodungen von Hecken und Umbruch von Grünland für Maisäcker, lärmenden Quadfahrern und Versiegelungen für Baugebiete auseinandersetzen. Der BUND kauft Naturschutzflächen auf um sie für die Artenvielfalt zu sichern.“
Das Grüne Band als längster Biotopverbund Deutschlands ist eines der wichtigsten Projekte des BUND. Über rund 1.400 Kilometer erstreckt sich der Streifen von erhaltenen Naturgebieten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und darüber hinaus über insgesamt 12.500 Kilometer entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs quer durch Europa – von der Barentssee bis zur Südküste des Schwarzen Meeres. Vor drei Jahrzehnten, nur wenige Tage nach der erfolgreichen friedlichen Revolution in der DDR, wurde vom BUND der Grundstein für dieses gigantische Projekt gelegt.

Für Rückfragen und vor Ort: Corinna Cwielag, Tel. 0385-521339-12 oder mobil: 0178-5654700

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