BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
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Aktionstag zum Internationalen Tag der Robben

19. März 2026 | Kegelrobben, BUND, Meere, Meeresschutz, Meerestiere, Meeressäuger, Ostsee, Vernetze Vielfalt Ostsee

BUND lädt zu Strandführung in Graal Müritz, Müllaktion in Zingst und Aktionstag in Groß Schwansee vor der Küste von Klützhöved ein

Zum Internationalen Tag der Robben am kommenden Wochenende lädt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an den Ostseestrand ein.

Am Samstag, den 21.03.2026 um 10 Uhr lädt der BUND zu einer besonderen Strandführung zum Thema Robben in Graal-Müritz ein. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Seebrücke Graal Müritz. Pauline Damer vom BUND lädt ein, den Strand als vielfältigen Lebensraum von Muscheln, Algen, Strandpflanzen, Seevögeln bis zu den Kegelrobben kennenzulernen. Die Gäste lernen, warum Robben Strand und Küstenlebensraum brauchen und wie man sich richtig verhält, wenn eine Robbe am Strand liegt. Die die Führung dauert ungefähr 1,5 Stunden. Um eine Anmeldung wird gebeten per E-Mail an strand(at)bund-rostock.de oder telefonisch 0162 8333085.

In Zingst wird am Sonntag, den 22.03.2026 zwischen 10 Uhr und 13 Uhr an der Seebrücke zur Aktion “Sauberes Zingst” eingeladen. Der BUND klärt auf, weshalb Meeresmüll besonders für junge Robben eine tödliche Gefahr werden kann. Glitzernde Plastikfolien, alte Fischernetze oder bunte Plastikringe wecken ihren natürlichen Spieltrieb. Doch einmal verheddert, können sich die Tiere selten selbst befreien. Die Folgen sind grausam: tiefe Schnittwunden, Erstickungstod durch einschnürende Plastikteile oder ein qualvolles Verhungern, weil die Robben nicht mehr jagen können. Am Infostand des BUND gibt es Müllgreifer, Handschuhe und ein Glücksrad an dem Wissen über Robben getestet werden kann.

Die BUND-Gruppe Klützer Winkel und die Naturstation Fischerkaten in 23942 Groß Schwansee laden am Sonntag, 22.03.2026 von 10 bis 13 Uhr naturbegeisterte Familien und Interessierte zu einem besonderen Aktionstag an der Naturstation am Strand ein. Ein Kunstprojekt wird enthüllt und zeigt die Kegelrobbe „Luna“, die es tatsächlich in der Wismarbucht gibt. Projektleiterin Lena Hohls erzählt aus dem Projekt „Kegelrobben im Blick“ von den Robben in der Wismarbucht und vor der Küste. Wer Robbenschutz erleben möchte, kann eine Übung zum Aufbau eines Robbenschutzzaunes mitmachen. Das Kinderprogramm bietet ein Robbenquiz, Übungen zum Robbenzählen und Robbenmalen an. Das Programm ist kostenlos.

 

Kontakt für Rückfragen BUND Klützer Winkel
Lena Hohls, lena.hohls(at)bund.net, T. 01575 444 86 21

 

Kontakt Strandführung Graal Müritz / Aktion Strandmüll Zingst:

Pauline Damer, Tel. +49(0)162-8333085, pauline.damer(at)bund-mv.de

 

Hintergrund

Robbe am Strand – Was nun?

Im Frühjahr werden die jungen Kegelrobben erwartet, die erst in diesem Winter geboren wurden. Sie sind bereits nach 4-5 Wochen selbstständig und durchstreifen die Ostsee. Kegelrobben Jungtiere sind besonders empfindlich für Störungen, da sie erst lernen müssen sich selbst zu versorgen. Vergeudete Energie ist für Jungrobben lebensgefährlich. Nur die Hälfte der jungen Kegelrobben überleben das erste Jahr. Jede zusätzliche Störung verringert ihre Überlebenschance. Wird eine rastende Robbe über das BUND-Robbentelefon (01523 796 94 72) gemeldet, so wird eine temporäre Robbenschutzzone am Strand aufgebaut. Diese verhindert, dass Robbe und Mensch sich zu nahe kommen. Interaktionen zwischen Mensch und Wildtier können sowohl für unwissende Strandgäste als auch für eine Robbe schnell gefährlich werden. Seehunde und Kegelrobben sind wehrhafte Raubtiere, die beißen und Krankheiten übertragen können. Ein Mindestabstand von 100 Metern soll eingehalten werden.

Wenn die wichtige Ruhephase der Robben am Strand unterbrochen wird und sie zu früh ins Wasser gehen, hat das langfristig negative Folgen für ihren Gesundheitszustand. Die Zeit an Land brauchen die Tiere um zu schlafen, zu verdauen, ihre Sauerstoffvorräte im Blut wieder aufzufüllen und ihren Wärmehaushalt zu regulieren. Kommen sie nicht zur Ruhe, verbrauchen sie unnötige Energie, die ihnen zum Überleben fehlt.

Strandgäste können aktiv mithelfen Robben an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern zu schützen: Sie sollten mindestens 100 Meter Abstand halten, die Robben niemals anfassen, nicht füttern, nicht stören. Falls eine Robbe mehrfach in ihre Richtung schaut, soll umgehend der Abstand vergrößert werden! Hunde bitte anleinen: Freilaufende Hunde können Robben erschrecken oder verletzen. Ruhe bewahren: Robben kommen oft an Land, um sich auszuruhen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Eine Robbensichtung bitte melden. BUND-Robbentelefon unter 01523 796 94 72. Auch andere Strandgäste dürfen gerne über die wichtigsten Verhaltensregeln informiert werden.

Warum Robbenschutz wichtig ist

Die Ostsee ist ein wichtiger Lebensraum für Kegelrobben, Seehunde und Ringelrobben. Doch massive Bejagung und Meeresverschmutzung führten zu einer Ausrottung der Kegelrobbe der gesamten südlichen Ostsee. Erst seit 2002 kehren sie langsam in ihre angestammten Lebensräume zurück und sind nun auch wieder in Mecklenburg-Vorpommern heimisch.

Durch die Folgen des Klimawandels, Fischerei, Meeresmüll und menschliche Störungen sind die Tiere zunehmend bedroht.

Meeresmüll stellt oft eine übersehene Gefahr für Robben dar, von der besonders Jungtiere bedroht sind. Was für uns Abfall ist, wird für die neugierigen Jungtiere schnell zur tödlichen Gefahr: Glitzernde Plastikfolien, alte Fischernetze oder bunte Plastikringe wecken ihren natürlichen Spieltrieb. Sie lernen ihre Welt durch spielen und entdecken kennen. Doch einmal verheddert, können sich die Tiere selten selbst befreien. Die Folgen sind grausam: tiefe Schnittwunden, Erstickungstod durch einschnürende Plastikteile oder ein qualvolles Verhungern, weil die Robben nicht mehr jagen können.

 

Schwerin/ Rostock, Groß Schwansee, 19.03.2026

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