Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Aal: Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

13. Dezember 2017 | Meere, Meeresschutz, Nachhaltigkeit, Ostsee

Der Aal ist vom Aussterben bedroht. Der BUND begrüßt, dass die Fischereiminister sich endlich dem Schutz des Aals widmen. Skepsis ist jedoch angebracht, ob der beschlossene 3-monatiger Fangstopp für europäische Meere ausreichen wird, um den Aal zu retten.

 (Tobias_Dalin / Bild geschickt von Susanna Knotz (Hotspot-Projekt)

Aal: Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

Fischereiminister beschließen 3-monatigen Fangstopp im Winterhalbjahr

Der Aal ist vom Aussterben bedroht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt, dass die Fischereiminister sich endlich dem Schutz des Aals widmen.

Skepsis ist jedoch angebracht, ob der beschlossene 3-monatiger Fangstopp für europäische Meere ausreichen wird, um den Aal zu retten. In Mecklenburg-Vorpommern haben bereits eingeführte Schonzeiten bisher keinen Einfluss auf hierher zurückkehrende Jungaale (Glasaale). Das natürliche Aufkommen der in die Flüsse aufsteigenden Aale tendiert nach wie vor gegen Null. Die Fischerei auf erwachsene Aale größer als 12 cm soll ab 2018 zwischen September und Januar für 3 Monate in allen europäischen Meeren geschlossen werden. Das birgt die Gefahr, dass der Fangstopp für Zeiten ausgesprochen wird, wenn sowieso wenige Aale gefangen werden, also von November bis Januar.

„Für die Warnow wurde nachgewiesen, dass Aale zu allen Zeiten in die Ostsee abwandern, besonders im Sommer. Die Binnengewässer müssen mit in einen Fangstopp einbezogen werden“, kritisiert Dr. Susanna Knotz, Meeresschutzreferentin beim BUND-MV. Selbst in Anglerforen finden sich Aussagen von Freizeitanglern, dass sie lieber jetzt auf den Aalfang verzichten, um ihn übermorgen vielleicht wieder fangen zu können.

Die wissenschaftlichen Empfehlungen waren eindeutig und gingen viel weiter. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) und die EU Kommission hatten den Fischereirat aufgefordert, jede durch Menschen verursachte Bedrohung für den Bestand nach Möglichkeit auf Null zu reduzieren, da der Aal sonst keine Chance hat zu überleben“, erläutert Susanna Knotz. Gegenüber 1960-1979 ist die Anzahl der nach Europa zurückwandernden Glasaale auf nur noch 1,6 % eingebrochen – und dieser Wert ist seit Jahren gleichbleibend niedrig.

Nach der Entscheidung des Fischereirates sollen auch die Aalmanagementpläne überarbeitet werden. „Dies muss zeitnah und umfassend geschehen und dann auch umgesetzt sowie überwacht werden. Sollten die Änderungen die Bestände nicht positiv beeinflussen, muss spätestens 2019 ein umfassendes EU-weites Fangverbot für Aale aller Altersstufen in den Meeres- und Binnengewässern durchgesetzt werden“ so Susanna Knotz weiter. Auch der Fang von Glasaalen zum Export als Delikatesse muss verboten werden. Weiterhin muss die Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederhergestellt werden. Durch Wehre kann eine natürliche Zuwanderung in manchen Flüssen praktisch nicht mehr erfolgen; abwandernde Aale werden durch Kraftwerksturbinen in erheblichem Umfang getötet. Der europäische Aal ist ein fantastischer Fisch, ein Überlebender aus prähistorischen Zeiten, der die Eiszeiten überlebt hat -doch durch menschlichen Einfluss steht er jetzt am Rande des Aussterbens. Da sich der Aal nur einmal in seinem Leben vermehrt, fehlt jeder gefangene Aal bei der Reproduktion.

Ein Aalfangverbot wird nicht nur von der Wissenschaft eindeutig befürwortet, sondern unterstützt auch die Ziele der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP): „Deren Ziele sind die nachhaltige Bewirtschaftung der marinen lebenden Ressourcen, inklusive der Arten, die zwischen Süß- und Salzwasser wechseln, während des marinen Teils ihres Lebenszyklus. Dazu gehört auch der Aal!“, so Susanna Knotz abschließend.

Mehr zum Aal: https://www.bund.net/tiere-pflanzen/tiere/fische/aal/

CCB-Faltblatt zum Aal

Foto: Aal, Autor: Tobias Dahlin 

Dr. Susanna Knotz (Projektleiterin BUND-MV) Tel.: 0381 2906 5525, mobil: 01525 3622 084

schatzkueste(at)bund-rostock.de

www.bund-mv.de, www.schatzküste.com

 

 

 

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb