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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

30 Jahre Grünes Band Europa – 30 Jahre Grünes Band entlang der Ostseeküste

02. September 2019

BUND fordert: Grünes Band der Ostseeküste besser schützen Artenvielfalt an der Ostseeküste erhalten / Schutz für Seevögel und Seegraswiesen der Wismarbucht

Achtung Sperrfrist, 03.09.2019

Mehr Schutz für wertvolle Küstenlebensräume am Grünen Band in der Wismarbucht und am Salzhaff hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum 30 jährigen Bestehen des Grünen Bandes heute in Wismar gefordert.

Das Grüne Band zieht sich entlang des ehemaligen eisernen Vorhangs über 12.500 Kilometer vom Schwarzen Meer bis an das Eismeer durch Europa. Wie an einer Perlenkette sind 49 Nationalparke und 7.319 weitere Schutzgebiete mit teilweise internationalem Status auf dieser Linie, die das Grüne Band verbindet. Entlang der Ostseeküste gehört dazu auch die Wismarbucht.

„Seit dreißig Jahren ist der BUND gemeinsam mit vielen engagierten Menschen aktiv, die Naturgüter entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs quer durch Europa zu erhalten und zu schützen. Die Wismarbucht und das Salzhaff sind Perlen entlang des Grünen Bandes der Ostseeküste, das sich bis nach Finnland zieht. Durch gesteigerte industrielle und touristische Nutzungen geraten die Küstenlebensräume zunehmend in Bedrängnis. Baggerungen des Fahrwassers, Hafenerweiterungen, Industriebetriebe, Ferienanlagen und Sportboothäfen nehmen in der Wismarbucht zunehmend wertvolle Lebensräume in Anspruch.“ sagte der BUND-Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Hubert Weiger am Dienstag bei einem Besuch an der Wismarbucht.

Nach Angaben des BUND sind in den letzten 20 Jahren allein in der Wismarbucht zehn neue Wassersportzentren für Kite- und Surfsport unmittelbar am Wasser entstanden. Einige verleihen inzwischen auch Wassermotorräder. Im gleichen Zeitraum nahm nach den amtlichen statistischen Angaben des Landes auch die Gesamtzahl der Touristen in der Region um 50 bis 90 Prozent zu.

„Der BUND fordert deshalb einen konsequenteren Schutz der Naturgüter. - An der Wismarbucht muss durch Ausweisung und Umsetzung von Schutzzonen für Seevögel und Meereslebensräume als amtliche Naturschutzgebiete ein Ausgleich für die erfolgte Industrialisierung und den Tourismusdruck geschaffen werden.“ sagte der BUND-Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Hubert Weiger heute in Wismar.

Die Wismarbucht und das Salzhaff haben weltweite Bedeutung für Vogelzug und Mauser sowie als Küstenvogelbrutgebiet. Seit 1978 ist das Gebiet deshalb nach der Ramsar-Konvention als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung gemeldet. Mitte der 1990er Jahre mit Ergänzungen 2008 meldete Mecklenburg-Vorpommern die Wismarbucht als Natura 2000 Gebiet an die Europäische Union und verpflichtete sich, ein Management für den Erhalt der Naturgüter vorzulegen.

Geschehen ist fast nichts, obwohl es konkrete Empfehlungen im Managementplan gibt. Eine freiwillige Vereinbarung zur Meidung wertvoller Gebiete mit ansässigen Wassersportlern wird ständig von unkundigen und unwilligen Wassersportlern unterlaufen. Auch deshalb sind in der Managementplanung von Gutachtern besonders sensible Gebiete ausgewiesen worden, die nur als strenge Naturschutzgebiete geschützt werden können. Sollten diese Gebiete weiterhin nicht im Sinne einer konsequenten Maßnahme für den Schutz des Natura 2000 Gebietes umgesetzt werden, sehen wir erhebliche Konflikte mit der Europäischen Kommission. Denn es gibt ein laufendes Vertragsverletzungsverfahren der EU wegen der fehlenden Schutzmaßnahmen in den Natura 2000 Gebieten - auch in Mecklenburg-Vorpommern. Sollte das Defizit nicht behoben werden, drohen Deutschland Strafzahlungen bis über 800.000 € täglich,“ sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag.

Der BUND kritisiert, dass durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern 2017 sogar weitere Gebiete für die modernen Wassersportarten freigegeben wurden. Nach eigenen Erhebungen des BUND nahmen die Störungen und Verstöße danach noch weiter zu. Zu den Surfsportarten kamen noch Jetski und schnelle Motorboote hinzu, die auch in streng geschützte Brutgebiete wie auf die Vogelschutzinsel Langenwerder und die Kroy fahren.

Dadurch werden nicht nur die Brutvögel extrem gestört, sondern auch die Seegraswiesen Flachwasserbereiche beschädigt. Das sind Nahrungsgründe und Fischbrutstuben! Wir brauchen deshalb neben der Ausweisung der strengen Naturschutzgebiete auch eine Kennzeichnung von Schutzgebieten durch Tonnen. Dann haben es auch Touristen einfacher, respektvollen Abstand zu halten.“ sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag heute bei einer Exkursion auf der Vogelschutzinsel Langenwerder am Salzhaff.

Grafik: Wismarbucht und Tourismus

Für Rückfragen:

Corinna Cwielag, BUND Landesgeschäftsführerin, T. 0178 5654700

 

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