BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
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Das Grüne Band in der Schaalsee-Region

Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt. Die innerdeutsche Grenze wurde mit hohen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen streng bewacht. Gleichzeitig gab sie der Natur eine Atempause: Der Grenzstreifen wurde zum Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Der BUND hat seit dem Fall der Mauer hier eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte geschaffen. Mitten durch den Schaalsee verlief einst die unmenschliche Grenze, die Ost- und Westdeutschland trennte. Heute ist es "nur noch" die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Einst Todeszone, heute Biosphärenreservat

Naturbeobachtungen waren hier früher nur sehr eingeschränkt möglich. Denn mitten durch den Schaalsee verlief einst die unmenschliche Grenze, die Ost- und Westdeutschland trennte. Heute ist es "nur noch" die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Westseite des Schaalsees wurde schon 1960 als Naturpark "Lauenburgische Seen" unter Schutz gestellt. Auf der Ostseite des Schaalsees gab es seit 1990 ebenfalls einen Naturpark, der im Jahr 2000 von der Unesco offiziell als Biosphärenreservat anerkannt wurde. Das Großschutz­gebiet hat eine Gesamtfläche von 309 Quadratkilometern. Kernstück ist der 24 Quadratkilometer große Schaalsee. Das Reservat ist geprägt von naturnahen Buchen- und Bruchwäldern, Mooren, zahlreichen Seen und Kleingewässern. Aber auch der Mensch hat seine Handschrift hinterlassen und so gehören Weideland, Feuchtwiesen und Äcker ebenso zum Landschaftsbild.

Im Biosphärenreservat gibt es insgesamt 18 Naturschutzgebiete, die etwa 25 Prozent der Fläche bedecken. Je nach Schutzstatus ist auch in Naturschutz­gebieten das Wirtschaften, allerdings unter bestimmten Auflagen, möglich. Nur in der Kernzone findet keinerlei wirtschaftliche Nutzung statt.

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Artenvielfalt durch Strukturreichtum

Die Vielzahl von Biotoptypen macht es möglich, dass sich viele seltene und bedrohte Pflanzenarten hier wohl fühlen. Und auch die Tierwelt in der Region ist einzigartig. Neben der besonderen Bedeutung für rastende und überwinternde Vogelarten bietet die Schaalsee-Region auch dem Fischotter eine Heimat. Trockenwarme Standorte bilden Lebensräume für seltene Spinnen, Heuschrecken, Laufkäfer und Schmetterlinge. In den Gewässern tummeln sich rund 30 Fischarten. Auch Amphibien und Libellen nutzen die Gewässerstrukturen.

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Vortrag: Nicht nur Kalter Krieg - Das HISTORISCHE ERBE

Das Grüne Band ist aus dem Todesstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze hervorgegangen, aus einer Zeit, in der unser Land brutal zerschnitten war. Vieles aus dieser Zeit ist verschwunden, manches hat verborgen überlebt, gelegentlich gibt es auch auffallende Reste. Auch sind Denkmäler und Erinnerungsstätten entstanden. Wir wollen uns an die Orte begeben, die uns heute noch an diese Zeit erinnern, eine Erinnerung, die in unseren Tagen umso aktueller ist, in denen neue Zäune errichtet werden und der mühsam errungene Frieden in Europa wieder zerbrochen ist.

Vortrag: Das Grüne Band und die vielfältige Natur des Nordens

Das Grüne Band ist aus dem Todesstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze hervorgegangen und hat sich zu einem langen Streifen von Heiden und Trockenrasen entwickelt, der sich durch ganz Deutschland und darüber hinaus zieht. Doch zwischen Elbe und Ostsee ist das alles ganz anders. Hier erscheint das Grüne Band wie ein Querschnitt durch alle Lebensräume, die wir überhaupt haben. 

BUND-Gruppe Schaalsee-Elbe


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Was ist das Grüne Band?

Verursacht durch die deutsche Teilung konnte sich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein bedeutender Naturraum entwickeln. Nach Grenzöffnung und Wiedervereinigung ist es dem BUND im Projekt „Grünes Band“ gelungen, bisher große Teile dieser Flächen zu sichern und damit zu schützen. Das Grüne Band macht einerseits diese Naturräume erlebbar und vermittelt andererseits die Geschichte der deutschen Teilung im Grenzverlauf anhand von Gedenk- und Informationstafeln, erhaltenen Grenzsicherungsanlagen und –bauten sowie musealen Einrichtungen im Umfeld. Durch den Zugriff auf weitere Flächen verbunden mit deren Sicherung bzw. Rekultivierung sollen Lückenschlüsse im Grünen Band realisiert werden.

 

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