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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Gülle-Gau am Salzhaff (Ostsee)!

Analysen bestätigen massive Gülleeinleitung in den Hellbach

Am 02.12.2018 ist es in der Salzhaff-Region zu einer Umweltvergiftung und in der Folge zu einem flächendeckenden Fischsterben gekommen. Aus einer Schweinemastanlage waren große Mengen Gülle in den Hellbach und das angrenzende Flachwasser des Salzhaffs gelangt. Am 04.12.2018 wurden von Behördenseite erstmals Wasserproben im Hellbach genommen. Die Ergebnisse der Wasseranalysen liegen dem BUND jetzt vor.

Trotz Verdünnung der Einleitung im Wasser des Baches wies der Hellbach noch zwei Tage (!) nach der Einleitung eine Ammonium-Konzentration von 14 mg/Liter auf, die unter den herrschenden Bedingungen (pH, T) einer Konzentration von 0.4 mg/Liter Ammoniak entspricht. Damit wird der OT-Wert OGewV um Zehnerpotenzen überschritten. Der Ammoniakgehalt erreicht auch 2 Tage nach der Havarie noch Werte, die für Fische und die gesamte Fischbrut tödlich sind.

Auch die Konzentrationen der Schwermetalle Kupfer und Zink erreichen Werte, die für Fische und andere marine Lebewesen toxisch sind.

Insgesamt ist es aber auch zu einem „erheblichen Nährstoffeintrag in den Panzower Bach, den Hellbach und vor allem das Salzhaff“ gekommen, wie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock mitteilt. Dies gilt sowohl für die organische Belastung (BSB5, CSB), Stickstoff und Phosphat. Das gesamte Ökosystem der Salzhaffregion mit seinen einmaligen Seegraswiesen und Habitaten diverser Rote-Liste-Arten ist massiv geschädigt.

Bisher nicht vom Amt untersucht wurden Einträge von multiresistenten Keimen, die laut verschiedener Studien ebenfalls in Gülle vorhanden sind und eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V hatte die Schweinemastanlage dicht an den ökologisch wichtigen Gewässern genehmigt. Die Güllehavarie zeigt, dass die verursachende Mastanlage weder über wirksame Notabschalte- noch über Rückhalteeinrichtungen verfügte. Laut Verordnung zu wassergefährdenden Stoffen (AwSV) müssen Mastanlagen aber so konstruiert sein, dass wassergefährdende Stoffe wie Gülle nicht austreten können. Das aber heißt, das die Landesregierung entweder eine nicht-genehmigungsfähige Anlage zugelassen hat oder ihren Kontrollpflichten nicht wirksam nachgekommen ist! Andere Fälle im Land zeigen, dass die jetzige Havarie keine Ausnahme ist.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) weist seit Jahren darauf hin, dass die industrielle Landwirtschaft unser Wasser, unsere Böden und unsere Luft vergiftet. Der BUND fordert von Minister Til Backhaus, die sofortige Stilllegung aller Mastanlagen ohne Notabschalte- und ohne wirksame Rückhalteeinrichtungen, keine Neugenehmigungen für Mastanlagen und den beschleunigten Umbau hin zu einer zukunftsfähigen, ökologischen Landwirtschaft! 

Dr. Andreas Schwienhorst


 

 

 

Willkommen bei der BUND-Gruppe Salzhaff-Rerik

Jakobskreuzkraut mit Raupen des Jakobskrautbären. Die giftige Pflanze ist wegen möglicher Vergiftungen von Pferden in die Schlagzeilen geraten. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ohne Jakobskreuzkraut als Element des Ökosystems Wiese u.a. ein ohnehin schon seltener Schmetterling wie der Jakobskrautbär akut vom Aussterben bedroht wäre.

Die BUND-Gruppe Salzhaff-Rerik besteht seit 2008 und ist seit 2009 online. Hauptziele der Gruppe sind der Erhalt der Natur am Salzhaff, die Verbreitung von Informationen v.a. im Bereich Natur- und Umweltschutz sowie die aktive Mitgestaltung eines umweltverträglichen Tourismus. 

Aktueller Schwerpunkt
Ein aktueller Schwerpunkt der Arbeit beschäftigt sich mit der Region um den ehemaligen Agrarflugplatz Zweedorf. Von dieser Region gehen die gravierendsten Störungen für Natur und Menschen aus.

Der ehemalige Agrarflugplatz liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Barstorf. Nicht weit entfernt befindet sich eine ehemalige, zentrale Güllegrube die u.a. mit Bauschutt abgedeckt wurde. Daneben liegt eine erst kürzlich geschlossene Müllkippe, in der auch Sondermüll z.B. in Form von industriellem Brandschutt deponiert worden war, und die nach Auskunft Zweedorfer Bürger auch heute noch „duftet“. Auch sonst ist die Umgebung um den Flugplatz aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes ein Sorgenkind. Hier finden sich zahlreiche, wilde Müllkippen, illegale Motorcrossstrecken und belastete Sölle.

In welchem Umfang der ehemalige Agrarflugplatz Zweedorf noch DDR-Altlasten (z.B. Agrochemikalien) birgt, ist bisher ebenfalls noch nicht untersucht worden. Auch die in der Vergangenheit durchgeführten Meliorationsmaßnahmen waren nicht immer glücklich. Dies ist schon daran zu ersehen, dass z.B. die Graspiste des Sonderlandeplatzes v.a. in der kalten Jahreszeit häufig aufgeweicht ist.


 

 

Soll am ehemaligen Agrarflugplatz Zweedorf. Große Mengen Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und wie hier: „verklappte“ Ernteabfälle führen zur Eutrophierung des Gewässers. Durch Sauerstoffmangel vermehren sich verstärkt anaerobe Bakterien die in Folge giftige Gase freisetzen – das Biotop stirbt. 


Die Vogelschutzgebiete des Salzhaffs liegen nur gut 300 Meter vom Ende der Start- und Landebahn entfernt, die Ortschaften Blengow, Roggow, liegen in einem Umkreis von ca. 1000 Meter, die Mutter-Kind-Klinik der Awo-Sano ist ca. 2000 Meter entfernt. Der vom Flugplatz ausgehende Fluglärm überzieht allerdings einen noch viel größeren Bereich, der von Pepelow bis Rerik und von Biendorf bis Neubukow reicht. Durch Unterschriftenliste des Vereins W.a.S. e.V. belegt ist, dass sich alleine im Ostseebad Rerik mit etwa 2300 Einwohnern 1800 Bürger (80 %) gegen den Sonderlandeplatz Zweedorf ausgesprochen haben. Zur Zeit nehmen die Bürgerproteste noch erheblich an Breite und Schärfe zu. Neben Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und lokalen Parteien engagiert sich auch die ortsansässige Freie Wählergemeinschaft Zweedorf gegen den Flugplatz.

Der Flugplatz ist zugelassen für die meisten Flugsportgeräte bis zu einem Gewicht von 2 Tonnen. Ausnahmegenehmigungen werden großzügig durch die Obere Luftfahrtbehörde im Verkehrsministerium Schwerin erteilt. Die Eigentümer des Flugplatzgeländes wechselten seit 1990 mehrere Male. Heute ist der Eigentümer Friedrich Steinfeldt, Kaufmann aus Bad Schwartau, ehemaliger Vorsitzender des Fallschirmspringerclubs Lübeck e.V., der durch zwei tödliche Fallschirmspringerabstürze in den letzten Jahren in die Schlagzeilen gekommen ist. Herr Steinfeldt ist Flugsport-„Enthusiast“, der seinen Traum vom Airpark über die Belange von Mensch und Natur in der Region stellt. Sein Skypark Salzhaff, den er zusammen mit der Alto GmbH umsetzen möchte, ähnelt im Konzept den Airparks in Berlin-Friedersdorf und Strahlsund-Barth, wobei die letzteren in deutlich attraktiverem Umfeld liegen.

Die Geschichte des Flugplatzes ist gekennzeichnet durch eine lange Reihe von Verstößen gegen geltende Bestimmungen, Gesetzesübertretungen und sonstige „Unregelmäßigkeiten“.

Beweise hierfür liegen dem BUND vor, u.a. in Form von Originaldokumenten sowie Aussagen staatlicher Luftfahrtämter. Sie wurden als integraler Bestandteil von Anzeigen an die Luftfahrtbehörden im Land übermittelt. Darüber hinaus beteiligen sich viele Bürger an der Überwachung des Flugbetriebs, z. B. in Form von exakten Flughöhenbestimmungen. Verstöße werden auch hier zur Anzeige gebracht.

Die BUND Ortsgruppe schlägt vor:

Alternatives Umnutzungskonzept Photovoltaik/Umwelt- und Technologiepark

 Da die Umwandlung des Flugplatzgeländes Zweedorf in ein Naturschutzgebiet als nicht mehrheitsfähig angesehen wird, hat die Ortsgruppe in den letzten Monaten einen Umnutzungsvorschlag für das Gelände erarbeitet, der eine nüchterne Güterabwägung versucht, welche die wirtschaftlichen Interessen des Eigentümers, aber auch die Belange der Natur (v.a. des Vogelschutzes) nach dem neuesten Stand der Wissenschaft, sowie die Interessen der Menschen in der Region, v.a. der Anwohner (darunter junge Familien mit Kindern), mit ihrer momentanen Fluglärmbelastung berücksichtigt: „Sauberer Strom für die Region“ über die größte Photovoltaikanlage in M-V in Kombination mit einem touristischen Umwelt- und Technologiepark auf der Basis neuester museumspädagogischer Konzepte nach dem Motto: „Experimentieren für groß und klein“. Nach gegenwärtigen Plänen ist ein Schwerpunkt dieses Parks die Darstellung alternativer Energiegewinnungsmethoden: (i) Sonnenenergie, (ii) Windkraft, (iii) Strom aus Wasserkraft. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass spätestens seit Gründung der Firma Nordex in Rerik alternative Energien in der Region zuhause sind, und auch die Landesregierung alternative Energiegewinnungskonzepte für die Region ausdrücklich befürwortet.

Für die Photovoltaikanlage wurden bereits zwei konkrete Vorschläge von Spezialfirmen erarbeitet, Investoren für die mit einem Gesamtvolumen von 36 Millionen Euro geplante Anlage stehen bereits zur Verfügung. Das Modell sieht aber auch ausdrücklich die Möglichkeit einer Gemeinde- und Bürgerbeteiligung vor. Die Anlage wäre mit 8,4 Megawatt das größte Photovoltaikkraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern und in der Lage, mehr als 2500 Einfamilienhäuser in der Region mit Strom zu versorgen, - unter Einsparung von 5500 Tonnen CO2 pro Jahr. Für den Umwelt- und Technologiepark würden Spezialisten der Museumspädagogik hinzugezogen, um ein attraktives, touristisches Angebot darzustellen. Dazu käme natürlich Gastronomie, evtl. auch noch spezielle Projekte wie ein Tropenhaus plus ein Bildungs- und Beratungsangebot v.a. für alternative Energien.

Herrn Steinfeldt, dem gegenwärtigen Eigentümer des Geländes wurde von den Investoren ein attraktives Kaufangebot und alternativ ein Pachtmodell offeriert, dass ihm das 4- bis 7-fache seines ursprünglichen Kaufpreises einbringen würde.  

Gesundheits- und Naturschutz im Konflikt mit dem Flugplatz Zweedorf

Bruno Blank, Holzbildhauer aus Rerik und Mitglied des BUND Salzhaff-Rerik, artikuliert lautstark den Protest der Bürger vor dem Schweriner Verkehrsministerium.

14. September 2009

BUND lässt gegen Fluglärm nicht locker 

Das Aktionsbündnis gegen Fluglärm am Salzhaff aus Vereinen und Umweltverbänden demonstrierte am 14. September 2009 nun schon zum vierten Mal in den letzten zwei Jahren gegen den Betrieb des Flugplatzes Zweedorf (Landkreis Bad Doberan) vor dem Verkehrsministerium in Schwerin.

„Eine kleine Gruppe von Freizeitpiloten und Fallschirmspringern terrorisiert seit Jahren eine ganze Region. Fluglärm führt bei den Menschen zu Gesundheitsschäden, Verstöße gegen Sicherheitsauflagen bringen uns in Gefahr. Wir werden dies nicht dulden und werden unseren Protest immer wieder zur obersten Aufsichtsbehörde, dem Verkehrsministerium in Schwerin, tragen“, so Andreas Schwienhorst, Vorsitzender der BUND Ortsgruppe Salzhaff-Rerik auf der heutigen Demonstration.  Mehr... 

Weiterführende Dokumente:
EU-Vogelschutzgebiet Wismarbucht (externer LINK)

 

 

 

Ansprechpartner/in

Dr. Andreas Schwienhorst

Vorsitzender BUND Salzhaff-Rerik
Tel.: 038296-74057

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Landesgeschäftsstelle Schwerin


Wismarsche Str. 152 19053 Schwerin E-Mail schreiben Tel.: 0385 - 521 339 0

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