Baumbaden gegen den Winterblues
Alte Kastanienallee
(Anita Dieminger)
Grau, grauer am grausten. Nass, nasser, am … Spätestens jetzt im Februar kommt für viele der Winterblues. November und Dezember freuten wir uns noch auf Weihnachten. Im Januar sind wir motiviert ins Jahr gestartet. Im Februar möchten wir endlich wieder die Sonne sehen und die Zehen spüren.
Hilfe kommt von einem alten Bekannten. Unserem Freund dem Baum.
Stadtbäume sind nicht nur gut für das Klima, sondern auch für unsere Psyche. Sie spenden uns Schatten, laden uns unter ihren raschelnden Blättern zum Verweilen ein und sind dabei hübsch anzusehen. Ein Trend aus Japan, der zeigt – Bäume sind immer gut für uns! Auch im Winter.
In die Stille des Waldes eintauchen und die Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen: riechen, fühlen, hören, schmecken. Dieses bewusste Naturerleben nennt sich „Shinrin-yoku“ – auf Deutsch „Waldbaden“ und ist in Japan bereits seit den 1980er-Jahren eine anerkannte Heilmethode.
Waldbaden stimuliert das parasympathische Nervensystem – den Teil des Nervensystems, der für Entspannung sorgt: Blutdruck und Herzfrequenz werden gesenkt, der Körper kommt zur Ruhe. Auch die Waldluft trägt dazu bei, denn sie enthält Terpene – Botenstoffe, die von Bäumen ausgesandt werden, um untereinander zu kommunizieren, etwa bei Schädlingsbefall. Diese Terpene sind auch im Winter vorhanden, wenn auch in geringerer Konzentration, und sie stärken das Immunsystem.
Waldbaden in der Stadt ist schwierig? Das stimmt. Aber was ist mit Parks, kleinen Wäldchen, den Bäumen vor der Haustür? Jeder Baum ist gut für uns, jeder Baum gibt Botenstoffe ab, die unser Immunsystem stärken.
Auch hier können wir wieder auf die 3:30:300 Regel weisen. Die 3-30-300-Regel betont die Vorteile städtischer Wälder und Grünflächen für Gesundheit, Wohlbefinden und Klimaanpassung. Sie wurde 2021 von Cecil Konijnendijk, Direktor des Nature-Based Solutions Institute, entwickelt, um Städte grüner zu gestalten. Die Regel fordert: mindestens 3 Bäume in Sichtweite jedes Hauses, 30 % Baumkronenabdeckung pro Nachbarschaft und maximal 300 Meter Entfernung zu einem größeren Park oder einer Grünfläche.
Also weg mit dem Winterblues, raus in die Natur, in den Wald, in den Park. Tief einatmen, auf den Frühling warten und Euch weiterhin für mehr Natur einsetzen!