Kurzes Porträt der Gattungen und Arten, sowie deren Einordnung in die Systematik der Insekten
Wildbiene auf Blüte Foto: Ronald Schünemann
Aus wissenschaftlicher Sicht gehören alle hier vorgestellten Arten zur Unterordnung der Taillenwespen (Apocrita) innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Charakteristisch für diese Insekten ist die deutlich ausgeprägte Einschnürung zwischen Brust und Hinterleib – die sogenannte „Wespentaille“. Bei Hummeln ist sie aufgrund der dichten Behaarung weniger auffällig, aber dennoch vorhanden.
Bienen (Apiformes)
Zu den Bienen zählen Honigbienen, Hummeln und Wildbienen – die bekanntesten und bedeutendsten Bestäuber unserer Pflanzenwelt.
Honigbienen (Apis millifera) leben in hochorganisierten Staaten und produzieren Honig als Nahrungsreserve.
Wildbienen verschiedene überwiegend solitär lebende Arten. Sie legen ihre Nester in Holz, Erdspalten, in der Erde oder Pflanzenstängeln an.
Hummeln (Bombus) bilden kleinere Kolonien. Dank ihrer dichten Behaarung können sie bereits bei kühleren Temperaturen fliegen und sind somit wichtige Bestäuber früher Blütenpflanzen. Sie gelten als friedlich, äußerst fleißig und unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht.
Wespen (Vespula, Dolichovespula, Polistinae)
Von den heimischen Wespenarten suchen nur zwei – die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) – gezielt die Nähe des Menschen und bedienen sich in der blütenarmen Zeit, im Herbst an unserer Nahrung.
Die überwiegende Mehrheit der Wespen jagt andere Insekten, um ihre Brut mit eiweißreicher Nahrung zu versorgen. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Schädlingsregulierung.
Auch Wespen bestäuben zahlreiche Pflanzen, da sie für ihren eigenen Energiebedarf Nektar aufnehmen – ihr „Flugbenzin“.
Besonders häufig werden die gut sichtbaren Nester von Arten wie der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica), der Mittleren Wespe (Dolichovespula media) oder den Feldwespen (Polistinae) durch unkundige Menschen zerstört. Diese Arten bilden jedoch nur kleine Völker und sind in der Regel friedlich und harmlos.
Hornissen (Vespa crabro)
Die Hornisse ist die größte heimische Art innerhalb der Faltenwespen. Trotz ihres eindrucksvollen Erscheinungsbildes ist sie friedlich und wenig angriffslustig. Hornissen jagen vor allem Fliegen, Bremsen und kleinere Wespenarten und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Balance.
Sie stehen unter besonderem Artenschutz gemäß § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und sind ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Tierwelt.