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Liebe Mitglieder des BUND Schwerin,

sicherlich habt ihr die Entscheidung der Stadtvertretung zur Verschiebung der Klimaneutralität in das Jahr 2045 verfolgt. Leider haben unser Protest und unsere vorgebrachten Argumente keinen Erfolg gehabt. 

Wir wollen nachfolgend ein Fazit ziehen und erste Ideen vorstellen, wie es in Schwerin nun weitergehen kann. Mareike Hermann hat ihre Gedanken in einem persönlichen Kommentar aufgeschrieben. 

Entscheidung in der Stadtvertretung

Anpassung der Klimaschutzziele an Wärmeplan – Anpassung des Beschlusses "Schwerin ruft den sogenannten Klimanotstand aus" (DS 00067/2019)

Beschluss: ungeändert beschlossen

  • Abstimmung: Ja: 24, Nein: 18, Enthaltung: 3, Befangen: 0
  • Protokoll mit namentlicher Abstimmung wird veröffentlicht im Bürgerinformationssystem

Die Stadtvertretung hat mit den Stimmen der CDU, der FDP, Manfred Strauß und einer extremistischen Partei, die wissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, beschlossen:

die Aufhebung des damaligen Punktes 5  

„Der Oberbürgermeister wird beauftragt, personelle und organisatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, um die beschlossene CO₂-Reduktion von 6 auf 4 Tonnen (pro Person und Jahr) bis zum Jahr 2025 sowie die CO₂-Neutralität der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2035 zu erreichen.“ 

 und die gleichzeitige Neufassung im Punkt 5 wie folgt:

„Der Oberbürgermeister wird beauftragt, personelle und organisatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, um die beschlossene CO₂-Reduktion von 6 auf 4 Tonnen (pro Person und Jahr) bis zum Jahr 2035 sowie die CO₂-Neutralität der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2045 zu erreichen.“

Bericht des Nordkuriers: Schwerin verschiebt Klimaziele um zehn Jahre auf 2045

Fazit des BUND Schwerin (Initiator des offenen Briefs)

Wir haben viel erreicht: Es wurde wieder über Klimaschutz diskutiert. In der Öffentlichkeit ist deutlich geworden, dass nicht alle Menschen den aktuellen Rollback gut finden.

Uns liegt trotz der nun schwierigeren Bedingungen am Herzen, eine stabile Umwelt und damit stabile Wirtschaft und ein gutes Leben für alle zu erreichen. Bisher wurde der Pfad der Transformation zu langsam beschritten oder blockiert.

Wie geht es weiter?

Sie und ihr seid alle eingeladen, mit uns für Tempo zu sorgen. Wir wollen prüfen, welche Maßnahmen jetzt am meisten bringen und wie wir die jeweiligen Akteure (z.B. Stadtverwaltung, städtische Betriebe) zum Handeln für das Gemeinwohl bewegen können.

Kommt dazu bitte am Dienstag, 02.12.25, 19:00 bis 20:30 Uhr in das Willy-Brandt-Forum, Wismarsche Str. 152, 19053 Schwerin.

Wir werden beraten, wie wir zusammenarbeiten können und wer welche Aufgaben übernehmen kann.

Wer leider keine Zeit hat, sich intensiv zu diesem Thema zu engagieren, kann über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden bleiben durch eine Mitgliedschaft beim BUND und damit Aufnahme in den Newsletter des BUND Schwerin. Dort werden die wichtigsten Ereignisse und Termine monatlich zusammengefasst. (BUND-Mitglied werden! bitte Gruppe Schwerin eintragen). Mit einer Mitgliedschaft im BUND stärkt ihr nicht nur unser politisches Gewicht, sondern helft auch entscheidend dabei, unsere Arbeit zu finanzieren (alternativ Spenden Verwendungszweck Regionalgruppe Schwerin).

Menschen, die aufgrund der knappen Zeit sich nur für ein ausgewähltes Teilthema engagieren möchten, empfehlen wir Kontakt aufzunehmen

Auch wenn es schwer fällt, lassen wir uns nicht entmutigen! 

mit  verBUNDenen Grüßen
für den BUND Schwerin

Jürgen Friedrich

 
Ein Kommentar von Mareike vom 10. November

Die Schweriner Stadtvertretung hat heute beschlossen, das Ziel der Klimaneutralität um zehn Jahre zu verschieben. Begründung: „Realismus“. Doch was soll daran „Realismus“ sein, wenn kein Plan vorgelegt wird, wie stabile Umweltbedingungen erreicht werden sollen? Nicht einmal für die ersten Schritte. Nur Stillstand.

Ich bin sehr, sehr traurig.

In einer hitzigen Debatte wurden das Pro und Contra der Jahreszahlen ausgetauscht. Vertreterinnen und Vertreter von SPD, Linken, B‘90/DieGrünen, der PARTEI, ASK und Fraktionslose sprachen sich letztlich dafür aus, den bisherigen Beschluss beizubehalten. Doch die CDU setzte sich mit der Gnade der AfD durch – nicht für konservative Werte, sondern für eine rückwärtsgewandte Politik. Wieder einmal wurde ein Kern der Politik von der Partei bestimmt, die populistisch wissenschaftliche Fakten leugnet, weil sie glaubt, so mehr Stimmen zu erlangen; eine Partei die die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas befördert, über den Grund könnte ich nur spekulieren; eine Partei, die Hass verbreitet und die Gesellschaft spaltet, statt im Angesicht der großen Herausforderungen nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.

Wie soll es in Schwerin noch eine Perspektive geben, wenn diese schwarz-blaue Mehrheit alle Versuche blockiert, die Lebensqualität zu sichern und der Wirtschaft eine klare, langfristige Richtung zu geben? Viele Ehrenamtliche kämpfen seit Jahren für Klimaschutz, für Lebensräume, für Zusammenhalt. Sie wurden heute von der Stadtvertretung vor den Kopf gestoßen.

Was tun? Rückzug ins Private wie in der Biedermeier-Zeit? Auf dem Sofa liegen bleiben, weil draußen die Hitze tödlich ist oder der Winter zu hart, wenn der Golfstrom schwächelt? Nein, Menschen, die sich dafür einsetzen, dass alle Menschen, Tiere und Pflanzen ein gutes Leben haben, werden nicht aufgeben. Denn auch wenn es schwerer wird, lässt sich immer etwas verbessern.

Gerade weil nach der fehlenden Umsetzung in den letzten 10 Jahren das 1,5°-Ziel inzwischen nicht mehr einzuhalten ist, kommt es jetzt auf Geschwindigkeit an: Mit einer schnellen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen kann erreicht werden, dass die globale Klimaerwärmung nur kurzzeitig so stark ist und sich bald stabilisiert. Jedes weitere Zehntelgrad Erwärmung erhöht das Risiko, dass Dinge unumkehrbar verändert werden, die so genannten Kipppunkte, die die Klimaerwärmung noch verstärken. Die Badewanne läuft schon über, schließen wir endlich den Hahn! Die Emissionen müssen jetzt runter, nicht 2045, sondern jetzt, im Jahre 2025, 2026 und jedes Jahr ein Stück weiter. Eigentlich ist es simpel: Einfach aufhören, Sachen zu verbrennen. Jede Person, jedes Unternehmen kann etwas tun. Investitionen in Wärmepumpen, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Sie senken Kosten, schaffen Unabhängigkeit, fördern Frieden und Gesundheit.

Und wenn mich der Gedanke noch nicht genug aufheitert, kann ich nun jederzeit über 100 tolle Kommentare unter unserem offenen Brief lesen von den vielen wunderbaren Menschen, die sich auch für ein gutes Leben für alle einsetzen. Sie sprechen mir aus dem Herzen:

„weil endlich mehr passieren muss in Bezug auf Klimaschutz!“

„Unsere Umwelt ist unser Lebensraum.“

„Die Klimakrise zu bekämpfen ist nicht einfach. Aber wie viel schwieriger wird es sein, mit den beinahe ungebremsten Folgen klarzukommen? Der Gedanke "change by design or by desaster?" sollte auch die Letzten motivieren, den Wandel selbst in die Hand zu nehmen. Nichts ist wirksamer gegen Angst und Hilflosigkeit, als sich zusammen zu organisieren und aktiv zu werden!“

 

BUND Schwerin c/o Jürgen Friedrich

Franz-Mehring-Str. 58 D-19053 Schwerin

0385-715701

juergen.friedrich@bund.net

http://www.bund-mv.de/Schwerin

 
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