BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Naturschutzgebiete 3,1 %

Mecklenburg-Vorpommern hat auf 3,1 % seiner Gesamtfläche (einschl. Hoheitsgewässer) Schutzgebiete der Kategorie "Naturschutzgebiet" (NSG).
NSG-Hoheitsgewässer 1,7 %
1,7 % beträgt der Anteil der Kategorie "Naturschutzgebiet" an der Wasserfläche der Hoheitsgewässer. 

Das Ökosystem der Uferzone

Die Uferzonen der Insel Kaninchenwerder sind mit ihrer Über- und Unterwasserflora und -fauna Bestandteil des Ökosystems. Sie beherbergen u.a. in einer Wassertiefe ab 3 Metern die Laichgruben des Zanders, der von April bis Juni zwischen 150.000 bis 200.000 Eier ablegt. Das Männchen bleibt nach dem Laichen am Nest und beschützt dieses vor Laich-räubern wie auch vor dem Verschlammen bis die Larven nach etwa einer Woche geschlüpft sind. Durch Befahrung, Verlärmung, Wellenschlag und Ankerschäden wird gerade diese Fischart in der für die Fortpflanzung so wichtigen Zeit massiv gestört. Wirkungen, die der Bootsführer eines ankernden Sportbootes größtenteils nicht registriert. Darum ist eine Schutzzone zur Beruhigung der Nahrungs- und Rasthabitate der Wasservögel, zur Unterstützung der Wiederansiedlung vertriebener Vogelarten, zur Erholung der Über- und Unterwasserflora sowie zur ungestörten Fortpflanzung ansässiger Fischarten dringend notwendig.

Die Insel und das Schutzgut

51 Brutvogelarten

Auf der Insel Kaninchenwerder wurden 51 Brutvogelarten festgestellt (Scheller 2003), von denen Seeadler, Kolbenente, Zwergschnäpper, Schwarzmilan, Wespenbussard und Neuntöter zu den gefährdeten Vogelarten zählen.

Rote Liste der Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns

271 Pflanzenarten

Auf der Insel wurden 271 höhere Pflanzenarten nachgewiesen (Mordhorst 2003), von denen 18 Arten vom Aussterben bedroht und auf der „Roten Liste“ Mecklenburg-Vorpommerns verzeichnet sind.

Rote Liste der gefährdeten höheren Pflanzen Mecklenburg-Vorpommerns  

Kaninchenwerder - Naturverträgliche Nutzungen

  1. Hafenanlage mit 3 Anlegestegen zum privaten Anlanden und für die Weiße Flotte
  2. Inselsüdteil im großzügigen Terrain zum Aufenthalt für Besucher mit Gastronomie-angebot. In diesem Ausmaß im Grunde bereits unvereinbar mit dem Schutz der seltenen Tier- und Pflanzengemeinschaften vor Störungen (Seeadler).
  3. 80-Meter-Uferbereich im westlichen Hafenanschluß zum Baden und Naturerleben
  4. Wegesystem zum Naturerleben für Besucher und Naturfreunde
  5. Soziale Projekte für Jugendliche
    Projekt Jugendwerk DIE INSEL gGmbH -
    Programme zur Förderung von Jugendlichen
    VSP gemeinnützige GmbH Jugend- und Integrationsfirma - Insel der Chancen
    ein EU-Jugendberufshilfeprojekt für arbeitslose junge Erwachsene

  6. Aussichtsturm mit Rundblick über die Insel auf das Seegebiet des Schweriner Innensees und die Landeshauptstadt - im Turm eine Naturausstellung