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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Raus aus der Massentierhaltung!

Megaställe mit zehntausenden Schweinen, hundertausenden Hähnchen oder tausenden Rindern belasten die Umwelt unter anderem durch einen kontinuierlichen Schadstoffausstoß über die Abluft. Zu viele Tiere werden qualvoll auf zu wenig Raum und in großer Zahl gehalten. Geruch, Lärm und zunehmende Transporte mindern die Lebensqualität der Menschen auf dem Lande. Der BUND fordert aus Umwelt- und Tierschutzgründen Bestandsobergrenzen einzuführen und tierquälerische Haltungsbedingungen zu beenden.

  • Einführung von Bestandsobergrenzen für Stallanlagen je Betrieb
  • Initiative zur Änderung der Nutztierhaltungsverordnung auf Bundesebene – Verbot von einstreuloser Haltung ohne Auslauf, Kastenständen, Manipulationen, Hormoneinsatz, Qualzuchten
  • Klagerecht für den Tierschutz
  • Förderkampagne für Produkte aus ökologischer Tierhaltung
  • Änderung der Genehmigungspraxis in Immissionsschutzverfahren
  • Raumordnungsverfahren für neue jede Neuplanung ab Größe Bundesimmissionsschutzgesetz (4. BImSchV, Anhang 1, Nr.7.1.)
  • Ausschluss weiterer Massentierhaltungsanlagen in Vorranggebieten und Vorbehaltsgebieten für Trinkwasserschutz, Wasserschutzgebieten
  • Luftfilteranlagen für Geruch, Feinstaub, Bioaerosole für Bestandsanlagen
  • Befristung für Genehmigungen nach Bundesimmissionsschutzgesetz (4. BImSchV, Anhang 1, Nr.7.1.)

Gericht hebt Genehmigung für Broilermastanlage Wattmannshagen auf

Das Verwaltungsgericht Schwerin hat die Genehmigung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Rostock (StALU) für den Bau einer industriellen Broilermastanlage in Wattmannshagen bei Teterow aufgehoben. In der Anlage sollten pro Jahr rund 1,6 Millionen Masthühner in 8 Durchgängen zu je 200.000 Tieren gehalten werden. 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte erfolgreich gegen die Genehmigung geklagt, weil die Industrieanlage erhebliche Auswirkungen auf geschützte Biotope wie einen nur 80 Meter entfernten Waldkomplex und einen 600 Meter entfernten europarechtlich geschützten See gehabt hätte. Für die Anwohner wären erhebliche zusätzliche Geruchsbelastungen, verbunden mit gefährlichen Bioaerosolen entstanden. Der BUND hatte auch zusätzliche Belastungen für das Grundwasser durch die nachweislich überbelasteten Böden vorgetragen. Ein fehlendes Brandschutzkonzept und die erheblichen Konflikte mit dem Tierschutz standen in der Gerichtsverhandlung am 20.12.2017 ebenfalls zur Debatte.

Deshalb hatte der BUND auch die Tierschutzwidrigkeit der Hähnchenmast geltend gemacht. „Bei der genehmigten Besatzdichte von 39 Kilogramm je Quadratmeter wird die Ausübung der spezifischen Grundbedürfnisse der Masthühner erheblich eingeschränkt, das Grundbedürfnis des erhöhten Sitzens auf Sitzstangen wird komplett ausgeschlossen“, sagt Rechtsanwalt Ulrich Werner, der den BUND vertritt.

„Der Fall der Broilermastanlage Wattmannshagen zeigt, dass Grenzen der Belastung erreicht werden und ernsthafte Schäden nicht mehr ausgeschlossen werden können. Die Entscheidung des Gerichtes ist deshalb eine gute Nachricht für den Schutz der unverzichtbaren Naturgüter Luft, Boden und Artenvielfalt.“ sagt BUND Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag.

Der BUND hat gemeinsam mit Bürgerinitiativen und dem Tierschutzbund gegen fünf Planungen von Massentierhaltungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern Rechtsmittel eingelegt, die in Konflikten mit geschützten Naturgütern und dem gesetzlichen Tierschutz sind.

Die Massentierhaltungsanlage Wattmannshagen ist eine von mehr als 40 neuen industriellen Tierhaltungsanlage. Diese sollen zusätzlich zu den rund 400 bestehenden Intensiv-Geflügelanlagen mit bis zu 900.000 Tieren in einer Anlage in Mecklenburg-Vorpommern errichtet werden. 

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND Landesgeschäftsführerin, T. 0385 521339-12 oder 0178 5654700  

Fleischatlas 2018

Weltweit haben es die Verbraucherinnen und Verbraucher satt, von der Agrarindustrie für dumm verkauft zu werden. Anstatt – wie in der EU und den USA üblich – die Mas­sentierhal­tung mit öffentlichen Geldern zu fördern, ver­lan­gen sie vernünftige politische Rahmenbe­dingun­gen für eine ökologische, soziale und ethisch vertretbare Landwirt­schaft. Deshalb ist es der Heinrich-Böll-Stiftung und dem BUND so wichtig, mit dem Fleischatlas 2018 über die negativen Auswirkungen der Fleischproduktion zu informieren und Alternativen aufzuzeigen. mehr

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Einzelne Anlagen:

Suckwitz

Zwischen den Ortslagen Suckwitz und Oldenstorf, direkt an der Landesstraße L11, plant der Investor Thomas Schulz eine Schweinemastanlage mit 7.936 Tierplätzen zu bauen. In einem Gebiet, welches die Förderung des ländlichen Tourismus vorsieht, soll die Anlage mit vier Stallgebäuden, fünf Futter- sowie zwei Hochsilos und zwei Güllebehältern entstehen. In der Massentierhaltungsanlage sollen ca. 25.000 Schweine pro Jahr gemästet werden. Entsprechend intensiv sind die An- und Abfahrverkehre für Futter, Gülle, Schweine, Ferkel, etc.. weiter

 

 

Passe

Eine weitere Industrieanlage zur Schweinezucht soll zwischen Passee, Goldberg und Tüzen im Landkreis Nordwestmecklenburg gebaut werden. Mit Sauen, Jungsauen, Ebern und Aufzuchtplätzen für Absatzferkel sollen in der Anlage insgesamt 13.549 Tiere gleichzeitig gehalten werden.

Ein Raumordungsverfahren zur Genehmigung begann im Sommer 2012. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Unterlagen geprüft und hat erhebliche Bedenken gegen die bevorstehende Genehmigung. mehr

 

Alt Tellin

Mit 10.458 Muttersauen und 35.000 Ferkelplätzen ist die von der Firma Straathof beantragte und betriebene Sauenanlage in Alt Tellin die Größte in Europa.

Seit Mai 2012 liegt ein Antrag auf Erweiterung der Kapazitäten auf 10.750 Muttersauen, 624 Jungsauen und 53.000 Ferkelplätze vor. Rund 360.000 Ferkel sollen dann im Jahr in Alt Tellin "produziert" werden. Dabei entstehen mehr als 60.000 Tonnen Gülle pro Jahr. Für die „Verwertung“ der Gülle in vier dafür neu gebauten Biogasanlagen werden ca. 600 Hektar zusätzlicher Anbaufläche für Mais benötigt, die mit der Gülle vergoren werden müssen. Die Tiertransporte für 360.000 Absatzferkel erfolgen in den Nachtstunden auf den Gemeinde- und Kreisstraßen. Die Ferkelverluste gibt Straathof in den Genehmigungsunterlagen mit 10% an. Das bedeutet rund 70 tote Ferkel pro Tag, 25.000 tote Ferkel im Jahr. Gegenüber der Ostseezeitung gibt Adrianus Straathof, der Betreiber der Sauenanlage, im Mai 2013 einen Tierbestand von 46 500 Tiere (10500 Sauen und 36000 Ferkel) sowie 39 Beschäftigte an. Hieraus resultiert erstens, dass schon jetzt mehr Tiere als in der Genehmigung beantragt gehalten werden und zweitens ein Betreuungsschlüssel von Mensch auf Tier von 1:1192 besteht. Rechnet man die Bürokräfte heraus, wird Betreuungsschlüssel noch schlechter.mehr

 

 

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