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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Umweltminister sollen gesamtes Grünes Band als Nationales Naturmonument ausweisen und für das Weltkultur- und Naturerbe nominieren

15. November 2019

BUND Mecklenburg-Vorpommern begrüßt Anträge Mecklenburg-Vorpommerns und Thüringens zum Grünen Band auf der Umweltministerkonferenz in Hamburg

"Das Grüne Band ist das längste durchgehende Refugium der Artenvielfalt in Deutschland. Es verbindet Geschichte und Natur einzigartig. Das haben inzwischen fast alle Bundesländer erkannt. Jetzt braucht es Entschlusskraft, Personal und Finanzen zur Umsetzung eines durchgehenden besonderen Schutzes. Deshalb fordern wir die Umweltministerkonferenz auf, dem Antrag Mecklenburg-Vorpommerns zuzustimmen,“ sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag aus Mecklenburg-Vorpommern heute anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg.

Die Ausweisung des Nationalen Naturmonumentes auf Länderebene sei in Thüringen vollzogen, in Sachsen-Anhalt beschlossen und in Brandenburg bereits im Koalitionsvertrag verankert. Auch die Länder Sachsen, Hessen und Bayern haben signalisiert, das Grüne Band als Nationales Naturmonument auszuweisen. „Jetzt muss auch Mecklenburg-Vorpommern mitziehen“, sagt Corinna Cwielag in Richtung Landesregierung. „Mecklenburg-Vorpommern hat mit 173 Kilometern den drittgrößten Anteil am Grünen Band. Es wäre eine Peinlichkeit, wenn die Bundesregierung die Nominierung als UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbe beschließt und die Bundesländer einen durchgehenden nationalen Schutzstatus nicht in Angriff nehmen.“

Hintergrund:

Das Grüne Band ist mit rund 1400 Kilometern Länge der größte Biotopverbund der Bundesrepublik. Während auf großer Fläche ein Schwund der Arten und Biotope stattfindet, erhält das Grüne Band eine Lebenslinie mit 1200 Arten und 146 Biotoptypen. Mecklenburg-Vorpommern hat mit 173 Kilometern den drittgrößten Anteil daran. Bedrohte Arten wie Rohrdommel und Eisvogel am Schaalsee, Moorfrösche in der Elbtalaue, Schwertlilien und seltene Libellen an den Ufern der Wakenitz oder über 40 Tagfalterarten über den östlichen Hängen der Trave am Mecklenburger Ufer finden durch extensive Nutzung hier Zuflucht. Die Ausweisung als Nationales Naturmonument bietet unter anderem die Chance, auch den kulturellen Wert der Erinnerungslandschaft und Erlebbarkeit deutlicher auszubauen.

Schutzgebietskategorie „Nationale Naturmonumente“

Eine Unterschutzstellung als Nationales Naturmonument ermöglicht, Großschutzgebiete und kleinere Naturschutzgebiete nach einem einheitlichen Konzept zu erhalten, weiterzuentwickeln und strengen Schutz zu gewährleisten. Die jüngste Schutzgebietskategorie „Nationale Naturmonumente“ wurde durch die Novelle im Jahr 2009 in das Bundesnaturschutzgesetz eingefügt, um auch für die national bedeutsamen Schöpfungen der Natur einen herausgehobenen Schutz zu haben, die die Voraussetzungen eines Nationalparks nicht erfüllen. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten spielt bei Nationalen Naturmonumenten der Kulturwert neben dem Naturwert eine wichtige Rolle, ebenso müssen Nationale Naturmonumente die Anforderungen an Seltenheit und Eigenart erfüllen. (Quelle: BfN, BMU)

UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbe / Europäisches Grünes Band:

Ziel des UNESCO Welterbeschutzes ist es unter anderem nicht nur durch Kriege, sondern auch durch eine Ausbreitung der Zivilisation bedrohte Kulturgüter und Naturstätten zu erhalten. Staaten verpflichten sich, das auf ihrem Gebiet befindliche Welterbe selbst zu erfassen, zu schützen und zu erhalten. Gleichzeitig sichern sie sich internationale Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe zu, um diese Aufgaben zu erfüllen.

Um die bestehenden Schutzgebiete im Grünen Band Europa besser untereinander und grenzübergreifend zu verknüpfen, arbeiten derzeit elf Organisationen aus acht Ländern in dem EU-geförderten Projekt "DaRe to Connect" unter Leitung des BUND zusammen. Politiker und Naturschützern aus Österreich, Ungarn, der Slowakei unterstützen das Grüne Band. Positiv bewertet der BUND die derzeitigen Bemühungen im fennoskandischen Abschnitt des Grünen Bandes in Sachen Welterbe.

Wie Perlen an einer Kette reihen sich 49 Nationalparke und 7.319 weitere Schutzgebiete im Grünen Band Europa aneinander. Dies ermöglicht es vielen Arten, zwischen unterschiedlichen Regionen zu wandern, was für die genetische Vielfalt wichtig ist und im dicht besiedelten Europa immer schwieriger wird. Auch hinsichtlich des Klimawandels hat das Grüne Band als Nord-Süd-Wanderkorridor für große Säugetiere wie Luchs, Wolf, Bär und Elch eine große Bedeutung. Der Fall des Eisernen Vorhangs in Europa vor 30 Jahren hinterließ eine 12.500 Kilometer lange Lebenslinie. im Schatten der Sperrgebiete hat sich über vier Jahrzehnte für viele bedrohte Tierarten ein wichtiger Rückzugsraum und Wanderkorridor erhalten. Diese Lebenslinie ist für die Menschen eine einzigartige Erinnerungslandschaft. Deshalb soll das Grüne Band Europa UNESCO-Welterbe werden.

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND, T. 0385 52133912 oder 0178 5654700

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