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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Gericht verhandelt Klage des BUND gegen Doppel-Hähnchenfabrik in Wardow bei Laage

11. Dezember 2019 | Massentierhaltung

Am Mittwoch, den 22.01.2012 verhandelt das Verwaltungsgericht Schwerin die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Genehmigung einer doppelten Hähnchenmastanlage in Wardow am Recknitztal bei Laage. In der industriellen Mastanlage sollen in bis zu 8 Durchgängen pro Jahr mehr als eine halbe Million Hähnchen gemästet werden.

Der BUND hatte gegen die Genehmigung der doppelten Hähnchenmastanlage Wardow / Kobrow durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock im Jahr 2017 Klage eingelegt, weil der Investor den Genehmigungsantrag der Massentierhaltungsanlage in zwei identische Anträge für zwei Anlagen zu je 39.900 Tierplätzen aufgeteilt hatte und damit unter anderem die Beteiligung der Öffentlichkeit umgangen hatte. Die Genehmigung erging 2016 durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock. Die beiden völlig gleichen Stallanlagen sollen auf einem gemeinsamen Flurstück zwischen den Dörfern Wardow und Kobrow bei Laage in unmittelbarer Nachbarschaft des EU-Schutzgebietes „Recknitz- und Trebeltal mit Zuflüssen“ errichtet werden. Die Region gehört zum „Mecklenburger Parkland“, die mit dem Erhalt einer unversehrten Natur, Alleen und Urlaub in Schlössern und Gutshäusern wirbt.
Bereits zu Planungsbeginn im Jahr 2011 hatte der Investor angekündigt, die Anlage schrittweise auf acht Stallanlagen mit je 40.000 Mastplätzen erweitern zu wollen. Die Wirkungen des Industriebetriebes würden durch Lärm, Verkehr, Geruch, keimhaltigen Feinstaub und Ammoniak Anwohner, Besucher und die umliegenden Biotope, Alleen, Fahrradstrecken und das Schutzgebiet des Recknitztals betreffen. Im Frühjahr 2017 hatte der Investor geäußert, die Genehmigung möglicherweise zu verkaufen. Gegen das Vorhaben protestieren seit 8 Jahren Anwohner und eine Gruppe des BUND.
„Der BUND hat die Umweltwirkungen und die Gesellschafterstruktur für die künstliche Teilung des Genehmigungsantrages untersucht und durch Experten prüfen lassen. Die Ergebnisse wurden der Genehmigungsbehörde zur Verfügung gestellt und die Behörde wurde mehrfach auf die Widersprüche hingewiesen. In der Genehmigung sind unsere Hinweise jedoch nicht berücksichtigt worden. Wir erwarten, dass das Gericht die künstliche Teilung und die Umweltprobleme aber auch den Tierschutz bewertet “ sagt Corinna Cwielag vom BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.
Der BUND fordert wegen der erheblichen Umweltprobleme einen Stopp des Zubaus weiterer Massentierhaltungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern und beklagt auch große Tierschutzprobleme durch die industriellen Hähnchenmast. Im BUND setzen sich neun regionale BUND-Gruppen mit Massentierhaltungsanlagen für Hähnchen, Schweine und Rinder auseinander. Der BUND Landesverband hat gegen drei weitere Genehmigungen für Massentierhaltungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern Klagen eingereicht, die trotz erheblicher Wirkungen auf Anwohner, Biotope, Grundwasser und gesetzliche Schutzgebiete genehmigt wurden. Mehrfach hat der BUND vor Gericht Recht bekommen.

 

Für Rückfragen: Corinna Cwielag, BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, T. 0385 521339-12 oder 0178 5654700

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