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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Statement zur Verschiebung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019:

19. Oktober 2018

Dr. B. Roloff, Agrarexperte :

„ Die Verschiebung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 ist ein Skandal und ein Zeichen, dass es den Lobbyisten und Politiker in Berlin nur um den Erhalt der industriellen Schweineproduktion in Deutschland geht und nicht um mehr Tierschutz für die Schweine ohne weitere "Ferkelqual".

Und wenn konventionelle Sauenhalter und der Bauernverband immer noch behaupten, es gäbe "keine praktikabelen Alternativverfahren", dann ist das schlichtweg falsch."

Roloff, langjähriges Mitglied im NEULAND-Vorstand erklärt: "Im konventionellen, bäuerlichen NEULAND-Programm werden die männlichen Ferkel unter Vollnarkose kastriert. Dafür gibt es Geräte aus der Schweiz. Das praktizieren die NEULAND-Bauern gemeinsam mit ihren Hof-Tierärtzten jetzt seit über 10 Jahren und das funktioniert sehr gut, ist aber wesentlich teurer als andere Systeme. Es entstehen Kosten pro männlichem Ferkel zwischen 4 und 8 Euro. Umgerechnet auf 100 Gramm Wurst oder Fleisch beträgt der Preisaufschlag an der Theke damit maximal 7 Cent. "

Hintergrund:

- Um das Entstehen des typischen Ebergeruchs zu verhindern, werden in Deutschland jährlich mehr als 20 Millionen männliche Ferkel kastriert. Ohne Betäubung, bei vollem Schmerzempfinden werden den Ferkeln operativ mit einem scharfen Messer beide Hoden entfernt. Das deutsche Tierschutzgesetz erlaubt diese Qual noch bis 2018. Bis dann dürfen männliche Ferkel bis zum Alter von sieben Tagen ohne Betäubung kastriert werden. Eine tierquälerische Praxis, die nur wenigen Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst ist

- Bei allen NEULAND-Landwirten erhalten die männlichen Ferkel eine Kurzzeitvollnarkose mit dem auch in der Humanmedizin verwendeten Narkosegas Insofluran. Gleichzeitig wird den Tieren ein Schmerzmittel gespritzt, damit der Schmerz nach dem Aufwachen ebenfalls gemindert wird. Seit 2008 arbeitet NEULAND erfolgreich mit der Schweizer Betäubungsanlage der Firma agrosystems (früher agrocomp) zusammen.

Da eine Betäubung mit dem Inhalationsgas Isofluran in Deutschland nur von einem Tierarzt durchgeführt werden darf, fahren Tierärzte mit den Geräten von Hof zu Hof und führen die Kastration durch.

 

Ausstattung der Betäubungsanlage

  •   Betäubung mit ISOFLURAN/Trägergas Sauerstoff
  •   Abschlussdichte, flexible Schnauzendoppelmaske nach Dr. Walker mit integrierter aktiver Restgasabsaugung und mechanisch-automatischer Verschlusstechnik
  •   Einfache Handhabung mit Atembeutel
  •   Anlage ist ausgerüstet mit 2-4 Ferkelhalterungen (Stationen)
  •   Unabhängige Funktion der Stationen mittels Ein- und Ausschalter

 

Erfahrungen aus der Praxis

  •  75-95 Sekunden, bis die Ferkel schlafen
  •   Ferkel sind während des Eingriffs nicht bei Bewusstsein (2-4 Min.) und erfahren keinen Stress
  •   praktisch keine Blutung
  •   keine Unruhe oder Panik im Stall
  •  90-120 Sekunden nach dem Eingriff ist das Ferkel wieder bei vollem Bewusstsein
  •  keine Schmerzen während und nach dem Eingriff
  •   gute Wundheilung
  •  normales Verhalten unmittelbar nach dem Aufwachen

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