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BUND Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

BUND begrüßt EU-Kommissionsvorschlag für Aalfangverbot in der Ostsee - ein richtiger Schritt zur Rettung des vom Aussterben bedrohten Europäischen Aals

29. August 2017

Der europäische Aal ist ein fantastischer Fisch, ein Überlebender aus prähistorischen Zeiten, der die Eiszeiten überlebt hat. Die Tiere haben einen einzigartigen Lebenszyklus und wandern in ihrem Leben viele 1000 Seemeilen von der Sargassosee östlich von Florida, wo sie schlüpfen, bis in europäische Süßgewässer und zurück. Der durch den Menschen forcierte Fischereidruck auf den Aal war verheerend, die seit 2007 EU-weit verordneten Aalmanagementpläne haben bisher nicht zu einem entscheidenden Erfolg geführt. Der vormals im Küstenmeer der Ostsee, in Seen und Bächen sehr verbreitete Aal, ist jetzt vom Aussterben bedroht. In einem Versuch, mehr erwachsenen Aalen die Chance zu geben, sich fortzupflanzen, schlägt die EU-Kommission nun vor, die Fischerei auf Aal in den Ostseegewässern zu stoppen.

Sie folgen damit dem Rat der Wissenschaftlicher_innen, die wiederholt drastischere Managementmaßnahmen gefordert haben. „Die EU-Kommission hat mit dem Vorschlag, die Fischerei auf Aal in der Ostsee zu stoppen, Initiative ergriffen und damit die Chance für eine Erholung des Aalbestandes verbessert“, sagt Elke Körner, Meeresschutzreferentin beim BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Der BUND fordert aber auch, dass mehr getan werden muss. Es gibt nur einen einzigen Bestand des Europäischen Aals und jeder Aalfang muss gestoppt werden, bis der Bestand Anzeichen einer Erholung zeigt. Es ist bedauerlich, dass dieser Schritt die Fischereiwirtschaft zunächst beeinträchtigen wird. Aber er ist bereits Jahre überfällig, zumal es nicht sinnvoll ist ein Geschäft auf Kosten einer bedrohten Art aufzubauen. Für eine erfolgreiche  Bestandserholung ist neben dem Fangstopp die Durchgängigkeit von Gewässern während der Migrationsphase der Aale zwingend notwendig.

„Wir fordern Bund und Länder sowie alle Mitgliedstaaten der EU auf, den Schutz des Aals endlich ernst zu nehmen, die EU-Fischerei- und Umweltvorschriften sowie internationale Vereinbarungen einzuhalten, und einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten“, betont Elke Körner.

Weitere Informationen enthält eine Kleinpublikation, die auf bund-mv.de heruntergeladen werden kann.

Den vollständigen Vorschlag der EU-Kommission für einen Fangstopp von Aal in der Ostsee ab 2018 können Sie hier einsehen.

Für Rückfragen:

Elke Körner, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, E-Mail: hotspot(at)bund-rostock.de Tel.: 0381/29065525, 0176 22256766 

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