Bundesgartenschau 2009: Mit Steuermillionen Natur zerstört

Anlässlich der Eröffnung der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin am 23. April durch Bundespräsident Horst Köhler erneuert der BUND Mecklenburg-Vorpommern seine Kritik an der Planung und Umsetzung der Bundesgartenschau 2009. Nur über naturschutzrechtliche Klagen war es dem BUND gelungen, die schwerwiegendsten Schäden an der Schweriner Stadtnatur und dem EU-Vogelschutzgebiet "Schweriner See" zu minimieren. Ökologische Aspekte spielten mit Beginn der Planungen für eine BUGA in Schwerin nur eine untergeordnete Rolle. In Vorbereitung der BUGA war es im Stadtzentrum von Schwerin zu Fällungen von über 1000 Bäumen gekommen. Zahlreiche gesetzlich geschützte Biotope und Lebensräume streng geschützter Arten wurden vernichtet oder massiv geschädigt.

Radiobeitrag:
Subventionierte Naturzerstörung? BUGA ruft Umweltschützer auf den Plan;
BUND-Naturschutzreferent Arndt Müller im Gespräch mit Deutschlandradio
Sendedatum: 23.04.2009, 4 min. 38 sec.

So sieht der BUND in den zentralen BUGA-Projekten wie dem "Garten des 21. Jahrhunderts", die in erster Linie mit Betonästhetik wertvolle Biotope zerstören, unzeitgemäße Entwicklungen der Landschaftsarchitektur. In diesem Zusammenhang kritisiert der BUND, dass die Landesregierung, insbesondere das Umweltministerium, diese naturfeindliche Landschaftsgestaltung mit hohen Förderbeträgen unterstützt.

BUND-Naturschutzexperte Arndt Müller: "Wenn es in Zeiten zunehmenden Artenschwundes als 'chick' gelten kann, einen See mit natürlichen Uferzonen und zahlreichen streng geschützten Arten in ein betongefasstes Blumenbeet zu verwandeln und dies auch noch mit gewaltigen öffentlichen Mitteln gefördert wird, dann müssen wir dagegen massiv protestieren. Das Land  Mecklenburg-Vorpommern darf nicht derart leichtfertig sein Naturerbe verspielen."

Mehr zur BUGA und den Kritikpunkten des BUND: hier
Pressemeldung zur Eröffnung der BUGA: hier
Kritischer ARD-TV-Beitrag zum Thema Gartenschauen: hier

Zweckentfremdung von Steuergeldern: Naturnahe Uferzonen am Schweriner Burgsee wurden für die BUGA 2009 mit Millionenaufwand in Betontreppen verwandelt.


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