Im Rahmen des Wettbewerbs für den "Garten des 21. Jahrhunderts" war der Erhalt der geschützten Biotope für die Schweriner Verwaltung mit Oberbürgermeister Claussen (CDU) und Baudezernentin Bluhm (DIE LINKE) zu keinem Zeitpunkt ein Thema. Einwände der hauseigenen Umweltbehörde wurden konsequent negiert. Die Meinung der Schweriner Bürger spielte ebenfalls keine Rolle. Weder wurden Ideen der Bevölkerung erbeten, noch gab es in einer anderen geeigneten Form öffentliche Planungsrunden, die frühzeitig auf Konflikte hätten aufmerksam machen und Kompromisslösungen herbeiführen können. Der BUND musste aktiv werden und trat für den Erhalt einer natürlichen Uferzone am Burgsee ein (Aufruf aus dem Dezember 2005).
Alle Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Schwerin und der BUGA GmbH über den Erhalt von natürlichen Uferzonen am Burgsee blieben jedoch trotz zahlreicher Kompromissvorschläge des BUND ohne greifbares Ergebnis. Auch die zahlreichen Appelle an die Landespolitik, der vermeidbaren und mit EU-Fördermitteln unterstützten Zerstörung von Natur die Unterstützung zu versagen, verhallten ungehört. Die Stadt Schwerin genehmigte im Sommer 2006 die grundlegende Veränderung des Burgsees und damit die Beseitigung wertvoller Biotope.
Um eine Zerstörung der Burgseeufer doch noch zu verhindern blieb für den BUND nur der Weg, die Einhaltung der Naturschutzgesetze gerichtlich einzuklagen. Unterstützung fand er dabei bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Erst unter dem Druck der Rechtslage waren Stadtverwaltung und BUGA GmbH in den anschließenden Verhandlungen zu Kompromisslösungen bereit. Wochenlang wurde um jeden Meter natürlicher Uferzone gerungen, bis sich im November 2006 die Konfliktparteien auf einen Vergleich einigten (Karte mit der zu erhaltenden Fläche). Dem BUND war es damit gelungen, weite Teil des natürlichen Burgseeufers zu erhalten. Das Ergebnis können Sie nun genießen. Zahlreiche Lebensräume für Tier und Pflanze, gleichzeitig Erholungsräume für uns Menschen, wurden geschont. Wie eintönig wäre eine Uferpromenade am Westufer des Burgsees ohne die abwechslungsreichen Gehölze und ohne das rege Treiben der zahlreichen Wasservögel.
Allerdings zeigte sich die Stadtspitze als schlechter Verlierer. Noch im Winter 2009 lies sie in einer Nacht- und-Nebel-Aktion Weidengebüsche der erhaltenen Uferzone entgegen den Regelungen des gerichtlichen Vergleichs radikal zurückschneiden. Die gestutzten Weidenstrünke bilden noch zu Beginn der BUGA ein trauriges Bild und es wird Jahre dauern, bis sie wieder ihre ursprünglichen Maße erreichen und als Brut- und Nahrungsraum für zahlreiche geschützte Tierarten zur Verfügung stehen.