BUND: Für eine artgerechte, bäuerliche Nutztierhaltung!

Industrielle Tierhaltungsanlagen in M-V (Grafik: BUND; zum Vergrößern bitte klicken)

Obwohl Tierschutz in Deutschland seit 2002 im Grundgesetz verankert ist, wird die Realität immer noch von Tierfabriken bestimmt. Rund 40 Millionen Schweine und über 40 Millionen Hühner, außerdem Millionen Rinder und Puten vegetieren in Anlagen vor sich hin, in denen sie aus Kostengründen auf engstem Raum gehalten werden. Eingesperrt in Käfige oder Kastenstände haben sie kaum Möglichkeit zur Bewegung. Kannibalismus und Federpicken führen eindringlich vor Augen, welchem Stress die Tiere ausgesetzt sind. Es werden alarmierend viele Medikamente – besonders Antibiotika – eingesetzt.

Verbraucher wollen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung

Für Legehennen wird sich an dieser Situation vorerst nichts ändern. Im Frühjahr 2007 wurde die von Rot-Grün auf den Weg gebrachte Abschaffung der tierquälerischen Käfighaltung unter Verbraucherminister Seehofer rückgängig gemacht. Ein neues Etikett, die „Kleingruppenhaltung“, soll dem Verbraucher artgerechte Haltung vorgaukeln. Tatsächlich ändert sich wenig. Zum bisherigen Platzangebot von der Größe eines DIN-A4-Blattes kommt ein postkartengroßes Stück hinzu. 90 Prozent der Bodenfläche bestehen nach wie vor aus Gitter, nur 10 Prozent müssen mit Sand ausgestattet sein. Aber auch mit ein paar Quadratzentimetern mehr werden Käfige nicht tiergerecht – sie bleiben Käfige. Der Trend zu großen Ställen, den Käfigbatterien, nimmt weiter zu.

Dabei kaufen Verbraucher – wenn sie die Wahl haben und die Kennzeichnung eindeutig ist – überwiegend Eier aus artgerechter Haltung. Trotzdem leben in Deutschland immer noch die meisten Hennen in Käfigen.

Tierfabriken boomen

Über 90 Prozent der Schweine in Deutschland verbringen ihr kurzes Leben in engen Ställen ohne Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeit. Harte Spaltenböden führen zu Klauenverletzungen. Der Boom an geplanten Massentieranlagen lässt wenig Hoffnung, dass sich hier auf absehbare Zeit etwas ändern wird. Neben der tierquälerischen Haltung ist auch die produzierte Gülle ein Problem. Es kommt unweigerlich zu Umweltproblemen und häufig zu starker Geruchsbelästigung. Der BUND bestärkt Bürger, gegen Massentierhaltungsanlagen Widerstand zu leisten. Außerdem empfiehlt der BUND, auf Fleisch aus Massentierhaltung zu verzichten und lieber weniger, aber dafür Öko- oder Neuland-Fleisch zu genießen.

Das tut der BUND

Der BUND fordert die Förderung der artgerechten Tierhaltung, wie sie im Ökolandbau und bei Neuland praktiziert wird. Der BUND engagiert sich in der Allianz für Tiere (www.allianz-fuer-tiere.de), die sich für die Verbesserung der Bedingungen in der Nutztierhaltung einsetzt. Die Allianz vergibt den Tierschutzförderpreis an besonders tierfreundliche Betriebe und setzt sich für die Einführung eines Stall-TÜVs ein.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der BUND-Seite: www.schweinemastanlagen.de

20. März 2012

Industrieanlagen zur Tiermast weiter gefördert

Der BUND sieht in den neuen Förderkriterien des Landwirtschaftsministeriums für Tierhaltungsanlagen keine durchgreifende Verbesserung für Umwelt- und Tierschutzstandards in Mecklenburg-Vorpommern, Größenbegrenzungen fehlen, Tierschutzstandards nur wenig erhöht, Altanträge werden weiter gefördert... Mehr

Positionspapier Umweltverbände

9. Januar 2012

Hähnchenfleisch in Supermärkten mit antibiotikaresistenten Krankheitskeimen belastet

Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten ist zu großen Teilen belastet: Auf zwölf von 20 Fleischproben hat der BUND Keime gefunden. Diese entstehen, weil in der industriellen Tierhaltung systematisch große Mengen Antibiotika eingesetzt werden.

Zur Pressemitteilung

Berichterstattung in der ARD-"Tagesschau"

Online-Aktion: Das haben wir satt!

14. Dezember 2011

Protest gegen Megaställe und Pharmafleisch

Der BUND und Vertreter der Bürgerinitiativen des Netzwerkes gegen industrielle Tierhaltungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern protestierten heute (14.12.2011) vor dem Landtag in Schwerin gegen die Ansiedlungspolitik für industrielle Geflügel- und Schweineanlagen. In einem Brief fordert der BUND Gesundheitsministerin Manuela Schwesig auf, sich wegen der nachgewiesenen Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen durch die Anlagen mit industrieller Tierhaltung für einen Stopp der Ansiedlungspolitik einzusetzen. Landwirtschaftsminister Backhaus sagte vor den Demonstranten, dass für Neuanträge industrieller Geflügelhaltungsanlagen seit dem 30.09.2011 ein Förderstopp bestünde. Mehr ...

14. Dezember 2011

Produktion von Billigfleisch fördert gefährliche Krankheitserreger

Die Haltung von Nutzieren in großen industriell betriebenen Tierhaltungsanlagen fördert die Ausbreitung von multiresistenden Keimen. Dabei handelt es sich um Krankheitserreger, die gegen Arzneimittel unempfindlich werden. Sie entstehen beispielsweise durch die übermässige Gabe von Antibiotika an Nutztiere. Insbesondere Geflügel aus konventionellen Großanlagen wird nach aktuellen Studien mit Antibiotika regelrecht vollgepumpt. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern wendet sich gegen die Ansiedlungspolitik der Landesregierung, die solche Großanlagen vermehrt ermöglicht. Mehr...

7. Dezember 2011

Zwang zur industriellen Hähnchenmast

Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern droht Landwirtschaftsbetrieben, die nicht in Tierhaltung investieren, die Pachtverträge für landeseigene Flächen auslaufen zu lassen. Dafür gibt es konkrete Berechnungen nach denen ein Betrieb mit rund 1.000 Hektar Fläche mindestens 270.000 Hähnchen oder 500 Rinder mästen muss, um seinen Flächenbestand zu halten. Dies ist als Begründung für die Notwendigkeit einer weiteren Großanlage für 300.000 Hähnchen in Gallin bei Plau am See aufgeführt worden. Außerdem werden die Stallbauten aus EU-Mitteln gefördert. Mehr...

Steuermittel für industrielle Tierhaltung stoppen!

Jährlich wird die Massentierhaltung mit einer Milliarde Euro pauschal subventioniert, vor allem für Futtermittel und neue Mastanlagen. Die Folge: Überdüngung der Böden, Monokulturen, weniger Artenvielfalt, Lärm und Gestank. Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden Großanlagen für Billigfleischerzeugung gefördert. Der BUND weist dies mit konkreten Zahlen in einer aktuellen Studie nach. Mehr...

Widerspruchsverfahren gegen Broilerfabrik Kuppentin eröffnet

Der BUND und die Bürgerinitiative Gallin - Kuppentin haben heute fristgerecht Widerspruch gegen die Genehmigung einer Broilermastanlage für insgesamt 131.500 Broilermastplätze in Kuppentin im Landkreis Parchim eingelegt. Die Genehmigung der Anlage verstößt nach Auffassung des BUND gegen geltendes Umweltrecht. Der Abstand zur Wohnbebauung ist zu gering und in weniger als 100 Meter Entfernung befindet sich ein europäisches Naturschutzgebiet, das nicht berücksichtigt wurde. Mehr...

Agrarfabriken bedrohen Tourismusregion Plauer See

In der Region westlich des Plauer Sees sollen industrielle Mastanlagen für fast 500.000 Broiler in einem als Naturschutzvorranggebiet und Tourismusschwerpunkt­raum festgelegten Gebiet entstehen. Bürger der Region haben sich zusammengeschlossen und wehren sich gegen die Entwertung von Eigentum, privaten Investitionen und Dorfentwicklung. Mehr...      
Die Stellungnahme des BUND können Sie hier lesen.

Protest gegen industrielle Tierhaltungsanlagen vor dem Schweriner Landtag

Das Netzwerk gegen Tierhaltungsanlagen aus BUND Mecklenburg-Vorpommern und Bürgerinitiativen, Bündnis 90 / Die Grünen, die JUSOS Mecklenburg-Vorpommern und attac Schwerin protestierte am heutigen Mittwoch, dem 26. Januar, vor dem Schweriner Landtag. Landwirtschaftsminister Backhaus (SPD) sah sich massiver Kritk an seiner Landwirtschaftspolitik ausgesetzt. Die Protestaktion richtete sich gegen die fortgesetzte Politik des Landes für die Ansiedlung industrieller Großmastanlagen für Hähnchen, Schweine und Legehennen. Nach der Protestaktion lud Minister Backhaus die Bürgerinitiative Gallin-Kuppentin für Dienstag, den 1.2.11 zu einem Gespräch ein. Mehr...


Protestaufruf



Hintergrund


Forderungskatalog 



22.000 demonstrierten für Agrarwende

"Wir haben es satt – nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten": Unter diesem Motto haben am 22.1. 2011 in Berlin 22.000 Menschen für eine Reform der Agrarpolitik demonstriert und die Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft sowie besseren Verbraucherschutz gefordert. Mit dabei war das Landesnetzwerk gegen Massentierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr...