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25. Mai 2010

Steinkohlekraftwerk Lubmin: Aktueller Stand

Am Greifswalder Bodden

Die Genehmigungsverfahren für ein Steinkohlekraftwerk Lubmin sind leider immer noch nicht  eingestellt. Nach der Absage der dänischen Firma DONG Energy an das Projekt bemühte sich die verbliebene WV Energie AG, die 25 % am Steinkohleprojekt am Greifswalder Bodden hält, eine weitere Finanzierung des Projektes sicher zu stellen. Die WV Energie AG („Wirtschaftliche Vereinigung deutscher Versorgungsunternehmen AG“) erklärte gegenüber den Genehmigungsbehörden, weitere Genehmigungsunterlagen beibringen und das Projekt "Steinkohlekraftwerk Lubmin" fortführen zu wollen. Minister Backhaus hatte im Februar 2010 öffentlich eine Aussage der Investoren zur Zukunft des Projektes eingefordert und eine Einstellung des Genehmigungsvorhabens angekündigt (Schweriner Volkszeitung, 26.02.2010). Seither sind jedoch keine öffentlichen Verlautbarungen mehr getätigt worden. Der BUND Mecklenburg-Vorpommern fordert weiter eine definitive Einstellung der Genehmigungsverfahren für das Steinkohlekraftwerk. Auch müsse sich die Firma DONG Energy, die immer noch mit ihrem Projektleiter Peter Gedbjerg als Verhandlungspartner der Genehmigungsbehörden auftritt, vollständig aus dem Projekt zurückziehen.

Weitere Stadtwerke, die das Kohlekraftwerk mitfinanzieren wollten - so die Stadtwerke Bad Vilbel in Hessen - haben sich inzwischen aus dem Kraftwerksprojekt zurückgezogen (Frankfurter Neue Presse, 10.5.2010). Damit dürfte die Finanzierung nahezu aussichtslos werden.

Weitere Informationen zum Aufbau der WV Energie AG und zu ihrer Beteiligung am Kraftwerksprojekt in Lubmin finden Sie hier.

18. Dezember 2009

Steinkohlekraftwerk Lubmin: Projektentwickler haben nichts gelernt

Zur heute veröffentlichten Ankündigung der Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH, das Genehmigungsverfahren für das Steinkohlekrafwerk Lubmin nicht einzustellen und im Gegenteil weitere Unterlagen vorzulegen, teilen die in der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin " arbeitenden Bürgerinitiativen und Umweltverbände mit, weiter mit aller Kraft Widerstand leisten zu wollen. Nach dem ersten Jubel über den Rückzug von DONG Energy sei man sich im Klaren, dass sich einige Unbelehrbare nicht von einem Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden verabschieden wollen. Mehr...

15. Dezember 2009

Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" zur Absage des Kohlekraftwerks

Folgerichtige Entscheidung, die Entwicklung erst ermöglicht

Nach der Entscheidung des dänischen Energiekonzerns DONG Energy, am Greifswalder Bodden kein Steinkohlekraftwerk zu errichten, hat sich die Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" mit einer offiziellen Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt.

Darin danken die Vertreterinnen und Vertreter von vier Bürgerinitiativen und der Umweltorganisationen BUND und WWF den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern in ganz Deutschland, die in den vergangenen drei Jahren an der Seite der regionalen Akteure für diesen Ausgang der Kraftwerkspläne gekämpft haben. Die Entscheidung von DONG Energy werde mit Respekt zur Kenntnis genommen. Ein Weg zurück in das Kohlezeitalter war und ist am Greifswalder Bodden jedoch nicht gewollt. Mehr....

14. Dezember 2009

BUND und Klimapiraten auf dem Klimagipfel in Kopenhagen: Glückwünsche an DONG Energy

Nach seiner Entscheidung, das Kohlekraftwerk in Lubmin nicht zu bauen, beglückwünschten Aktivisten am Montag in Kopenhagen den dänischen Energiekonzern DONG zu seiner Entscheidung. Ursprünglich hatten der BUND und die Klimapiraten eine Protestaktion gegen das Kraftwerk vor dem Kopenhagener DONG-Gebäude geplant. Nach der überraschenden Bekanntgabe auf den Verzicht des Kohlemeilers am Greifswalder Bodden nutzten die Aktivisten den vereinbarten Termin mit DONG Energy dazu, den Konzern zum verstärkten Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien aufzufordern.

12. Dezember 2009

100.000 protestierten in Kopenhagen

BUND Mecklenburg-Vorpommern zeigt Flagge für weltweiten Klimaschutz und gegen Kohlekraftwerk in Lubmin

Zigtausende DemonstrantInnen, darunter etwa 5.000 von Friends of the Earth International und rund 600 vom BUND, haben am Samstag, dem 12.12. eine Riesenwelle aus blau gekleideten Menschen in der Innenstadt von Kopenhagen gebildet. Sie forderten ambitionierte und akzeptabel finanzierte Klimaschutz-Maßnahmen, um die weitere Erderwärmung zu stoppen. Die Polizei zählte auf dem anschließenden Demonstrationszug rund 100.000 Menschen.

11. Dezember 2009

Es ist vollbracht!

Demonstration gegen Pläne von DONG Energy am 22.10.2008 in Schwerin
Nach drei Jahren harter Arbeit: Das Kreuz am Standort Lubmin!

Das Projekt "Kohlekraftwerk Lubmin" ist Geschichte

Großer Jubel bei allen Kohlekraftwerksgegnern

10 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bleiben uns erspart

Die vergangene Woche hatte es in sich. Nach Absage der geplanten Kohlekraftwerke in Mainz (Rheinland-Pfalz) und Dörpen (Niedersachsen) hat parallel zum Klimagipfel in Kopenhagen nun auch der dänische Energiekonzern DONG Energy das Projekt "Steinkohlekraftwerk Lubmin" eingestellt. Die letztlich doch überraschende Nachricht verbreitete sich am Freitag, dem 11.12.2009 wie ein Lauffeuer und löste bei allen Kraftwerksgegnern in Mecklenburg-Vorpommern und ihren Unterstützerinnen und Unterstützern großen Jubel aus. Klimaaktivisten aus Mecklenburg-Vorpommern, unter ihnen Mitarbeiter des BUND Mecklenburg-Vorpommern, befanden sich auf dem Weg nach Kopenhagen, um anlässlich des Weltklimagipfels für verbindliche internationale Vereinbarungen im Klimaschutz und gegen die Pläne von DONG Energy in Lubmin zu protestieren. Entscheidenden Anteil an diesem Rückzug hat die entschlossene und kontinuierliche Arbeit der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" aus den Bürgerinitiativen Lubmin, Usedom, Greifswald, Rügen und den Umweltorganisationen BUND und WWF.

Mehr zum Widerstand gegen das Kraftwerksprojekt

10. Dezember 2009

Keine Förderung der CCS-Technologie für Kohlekraftwerk in Lubmin

BUND MV: Genehmigung des 1600 Megawatt Steinkohlekraftwerks wird immer unwahrscheinlicher

Das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin des dänischen Energiekonzerns DONG Energy gehört vorerst nicht zu den von der EU geförderten Pilotprojekten für die Anwendung der umstrittenen CCS-Technologie - der Abscheidung von Kohlendioxid aus dem Rauchgas von Kraftwerken und dessen anschließende Verpressung in den geologischen Untergrund. Die Versuche von DONG Energy, mit der CCS-Technologie dem Kraftwerk ein "grünes Mäntelchen" zu verpassen, sind damit gescheitert. Mehr...

9. Dezember 2009

Umweltpreis des Landtages: Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" gratuliert Gewinnern!

Die Bürgersolaranlage Neustrelitz und das Kompetenzzentrum Regiostrom Ivenack GmbH sind die Gewinner des Umweltpreises des Landtags Mecklenburg-Vorpommern 2009. Vertreter der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin", die sich ebenfalls um den Umweltpreis beworben hatte, begrüßen die Entscheidung der Jury und lobten die ausgezeichneten Projekte als hervorragende Beispiele für den dringend notwendigen Ausbau der Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Mehr...

 

Demonstration gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin am 18.12.2007 in Greifswald
Protestflyer für den Weltklimagipfel Kopenhagen 2009
7. Dezember 2009

Heute beginnt der Weltklimagipfel in Kopenhagen!

Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" appelliert an Präsidentin der UN-Klimakonferenz:
"Stoppen Sie die Pläne von DONG Energy in Deutschland!".

Anlässlich des heute beginnenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen hat sich die Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" mit einem Appell an die dänische Ministerin für Klima und Energie und Präsidentin der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen Connie Hedegaard gewannt.

Dänemark könne sich nicht als Gastgeber des Weltklimagipfels und Vorbild im Bereich Erneuerbare Energien präsentieren und gleichzeitig einem teils in Staatsbesitz befindlichen Energiekonzern gestatten, in Deutschland eine Kohlendioxidschleuder zu bauen. Der dänische Energiekonzern DONG Energy plant den Bau eines 1600-Megawatt-Steinkohlekraftwerkes an der vorpommerschen Osteeküste bei Lubmin. Mehr...

Lesen Sie den Brief an Connie Hedegaard hier.

Laden Sie sich den Protestflyer (A4) der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" zum Weltklimagipfel herunter und senden Sie ihn weiter:
Deutsche Fassung, Dänisch-Englische Fassung

7. Dezember 2009

Der Weltklimagipfel beginnt!

Dänemark präsentiert sich während der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vom 7.-19.12. als Vorbild im Umweltschutz.  Dieses Bild stimmt nicht mit den Plänen des dänischen Energiekonzerns DONG Energy, in Lubmin bei Greifswald ein ineffizientes Kohlekrafwerk zu errichten, überein. Die Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" appelliert mit einem offenen Brief an die designierte EU-Klimakommissarin, die dänische Ministerin für Klima und Energie und Präsidentin des derzeitigen Weltklimagipfels Connie Hedegaard, diese unstimmige Klimapolitik ihres Landes zu beenden. Mehr...

Welche Folgen hat der Klimawandel? Länderberichte aus allen Teilen der Welt: hier.

4. Dezember 2009

Briefaktion: Fordern Sie, dass das Steinkohlekraftwerk in Lubmin nicht gebaut wird!

Das Kohlekraftwerk in Lubmin ist ein Klimakiller ersten Ranges und würde auf Jahrzehnte eine veraltete, ineffiziente und schmutzige Stromproduktion zementieren. Der Bau würde dem Tourismus in der Region schaden und die einmalige Landschaft des Greifswalder Boddens auf lange Zeit beschädigen.

Fordern Sie den Vorstandsvorsitzenden des dänischen Energiekonzerns DONG Energy - Anders Eldrup - auf, die Pläne für den Bau eines 1600 Megawatt-Steinkohlekraftwerks  Lubmin fallen zu lassen.

Alle Briefe werden am 14. Dezember 2009 am Sitz des Unternehmens in Kopenhagen übergeben.

Dies ist eine Aktion der Klimapiraten in Kooperation mit der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" aus Bürgerinitiativen und den Umweltorganisationen BUND und WWF sowie der klima-allianz.

zur Briefaktion

19. November 2009

Kohlosaurus in Kopenhagen: Protestfahrt gegen Kohlekraftwerk Lubmin

Gegen das geplante Kohlekraftwerk in Greifswald/ Lubmin protestierte der BUND mit seinen Partnern in der dänischen Hauptstadt. Der staatliche Energiekonzern DONG Energy wurde mit einer Aktion vor dem Finanzministerium aufgefordert, seine Investitionsentscheidung für neue Klimakiller in Deutschland zurückzuziehen. DONG hat bereits seine Kohlekraftwerksplanungen für den Standort Emden aufgegeben, an Lubmin will er trotz zu erwartender starker Umweltbelastungen bislang festhalten.

Mit der Protestfahrt will das breite Bündnis gegen das Kohlekraftwerk die dänische Regierung und den Staatskonzern zum Umlenken bewegen. Es fanden Gesprächstermine der deutschen Kraftwerksgegner mit der Konzernspitze von DONG, mit dänischen Politikern und der Presse statt. Höhepunkt war eine Aktion mit dem ‚Kohlosaurus’, einer 5 Meter großen Dinosaurierfigur, die im wahrsten Sinne des Wortes fossile Energie symbolisiert.

An der deutschen Protestdelegation waren neben den BUND-Aktiven, Vertreterinnen von Bürgerinitiativen, der Klima-Allianz, von WWF und Greenpeace beteiligt. Tatkräftig unterstützt wurden die deutschen Aktivistinnen und Aktivisten von dänischen Organisationen, u.a. von der dänischen Partnerorganisation des BUND NOAH - Friends of the Earth.

Sehen Sie ein kurzes Video und Fotos der Aktion hier.

3. November 2009

Energiewende im vollen Gange - Tagung zeigte Perspektiven auf

Zu Mecklenburg-Vorpommern passen dezentrale Lösungen für die zukünftige Energieversorgung. Dabei könne das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern noch viel von seinem nördlichen Nachbarland Dänemark lernen. Dies war eines der Ergebnisse der Tagung "Erneuerbare Energien als Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern", die gestern in Greifswald von der ALLIANZ "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" aus Bürgerinitiativen in Greifswald, auf Rügen und Usedom, den Umweltorganisationen BUND und WWF sowie der Klima-Allianz durchgeführt wurde. Mehr...

zum Ergebnispapier der Tagung hier

zu den Vorträgen der Tagung hier

Preben Maegaard, dänischer Energieexperte, wies erneut darauf hin, dass ein Steinkohlekraftwerk Lubmin wegen fehlender Kraft-Wärme-Kopplung in Dänemark nicht gebaut werden dürfte.
Klimaausstellung des BUND
16. Oktober 2009

Alternativen für Steinkohlekraftwerk Lubmin

Eintägige Konferenz zu Erneuerbaren Energien und wirtschaftlichem Aufschwung in Mecklenburg-Vorpommern am 02.11.2009 in Greifswald

Als Gastredner dabei: Solarstromexperte Hermann Scheer (Träger des Alternativen Nobelpreises)

Programm und Anmeldung

Die Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" aus vier Bürgerinitiativen, BUND und WWF veranstaltet am Montag, dem 2. November 2009 im Berufsbildungswerk in Greifswald eine Konferenz zum Thema Erneuerbare Energien als Impulsgeber für wirtschaftlichen Aufschwung in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel der Veranstaltung ist es, über die Chancen der Erneuerbaren Energien zu informieren und das Entwicklungspotenzial insbesondere in Vorpommern in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

„Es hat sich gezeigt, dass eine dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien dort Wirtschaftskraft entwickelt, wo der Strom hergestellt und verbraucht wird. Wir wollen prüfen, ob die notwendige Infrastruktur auch in Ostvorpommern eingerichtet werden kann, und ob damit die Arbeitsplätze geschaffen werden können, die wir hier so dringend brauchen“, erläutert Monique Wölk von der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" Greifswald die Motive der Veranstaltung.

Neben dem international bekannten Solarstromexperten Dr. Hermann Scheer, Bundestagsabgeordneter und Träger des alternativen Nobelpreises, werden Dr. Sven Bode, Mitbegründer des Arrhenius-Instituts für Energie und Klimapolitik Hamburg und der Umweltbeauftragte der Stadt Greifswald, Michael Haufe, Stellung zu den wirtschaftlichen Perspektiven durch erneuerbare Energien nehmen. „Mit der Thiele-Technologie-Systemberatung und weiteren Unternehmervorträgen werden wir ganz besonders die Praxis zu Wort kommen lassen und Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien die Möglichkeit bieten, neue Kontakte zu knüpfen. Dazu dient ebenfalls die ganztägig parallel stattfindende Firmenpräsentation“, erklärt Monique Wölk. "wir freuen uns über die Beteiligung von Unternehmern, Wissenschaftlern und Politikern und laden auch alle Bürgerinnen und Bürger unserer Region
herzlich ein, an der Konferenz teilzunehmen und mit uns Energiepolitik zu gestalten.“

31. Juli 2009

"Das Steinkohlekraftwerk wird nicht kommen!"

Kegelrobben: Seit wenigen Jahren wieder Stammgäste im Greifswalder Bodden. Foto: Beate Spreen /pixelio, www.pixelio.de

Weitere Einwendungsrunde zum Kraftwerk Lubmin beendet

Am Freitag, dem 31.07.2009, endete eine weitere Einwendungsrunde zum Steinkohlekraftwerk Lubmin. Der BUND hat gemeinsam mit dem WWF, den Bürgerinitiativen und zahlreichen Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft erneut zahlreiche Stellungnahmen verfasst und musste Unzulänglichkeiten der Antragsunterlagen des dänischen Energiekonzerns DONG Energy rügen.

DONG Energy war im Ergebnis der öffentlichen Anhörung im Herbst 2008 von den Behörden wiederholt aufgefordert worden, seine unvollständigen Antragsunterlagen zu ergänzen. Die nun schon zum dritten Mal überarbeiteten Unterlagen können weiterhin nicht die erheblichen Risiken für Mensch und Natur ausräumen. Selbst Bundesumweltminister Gabriel (SPD) kritisiert das geplante Kraftwerk. Sein Hauptkritikpunkt: die fehlenden Kraft-Wärme-Kopplung. Mehr...

Brief des BUND an Bundesumweltminister GabrielSteinkohlekraftwerk Lubmin

Foto: B.Boscolo, www.pixelio.de
26. Mai 2009

Klimaschutz: BUND und WWF stellen Studie zum Energiekonzept der Landesregierung vor

Studie entzaubert Energiekonzept der Landesregierung: Steinkohlekraftwerk Lubmin erhöht mittelfristig die Strompreise und gefährdet Klimaziele Deutschlands. Mehr...

Rückblende: Am 16.04.2008 übergaben die Initiatoren der Volksinitiative für mehr Klimaschutz und gegen ein Steinkohlekraftwerk Lubmin 32.000 Unterschriften an Landtagspräsidentin Bretschneider
27. April 2009

Steinkohlekraftwerk Lubmin: DONG hat noch viel zu tun

BUND MV hält Kraftwerk in diesem Jahr für nicht mehr genehmigungsfähig

Mit Unverständnis kommentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern die heutige Meldung des dänischen Energiekonzerns DONG Energy, mit der er die komplette Vorlage der noch ausstehenden Antragsunterlagen für das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin bekannt gibt. Nach Kenntnis des BUND liegen bisher allein die Unterlagen zu den Fragen des Immissionsschutzes vor. Wichtige Fragen zum Naturschutz, wie Details des Vogelzuges, die Betroffenheit von Fledermäusen, Stör, Meeresenten oder der Ausgleich für Schäden am europäischen Naturschutznetz NATURA 2000 sind weiterhin ungeklärt. Mehr...

10 Argumente gegen ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin

Es scheint völlig klar zu sein, warum es in Zeiten der überdurchschnittlichen Erderwärmung mit ihren katastrophalen Folgen für die Menschheit kein Steinkohlekraftwerk Lubmin geben darf. Schließlich gibt ein derartiges Kraftwerk rund 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr in die Atmosphäre ab. Damit würde nur dieses eine Kohlekraftwerk jene Menge Kohlendioxid produzieren, die bisher pro Jahr in ganz Mecklenburg-Vorpommern anfällt.
Leider hat dieser Wert nicht dazu geführt, dass die Koalitionsparteien SPD und CDU dem Projekt ihre Unterstützung versagen. Dass sie es könnten, ist unzweifelhaft und bereits an anderer Stelle - siehe Bremen - erfolgreich praktiziert worden.

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern ergründet seit 2006 die möglichen Folgen eines Steinkohlekraftwerks für die Gesundheit von Anwohnern und Touristen, für die benachbarten europaweit einmaligen Schutzgebiete insbesondere für den Greifswalder Bodden und für die künftige energie- und klimapolitische Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. An dieser Stelle stellen wir die aus unserer Sicht schwergewichtigsten 10 Argumente gegen ein Steinkohlekraftwerk Lubmin dar:

1. Die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser in den Greifswalder Bodden führt im Boddenwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit zur verstärkten Entwicklung von gefährlichen Krankheitserregern, so genannten Vibrionen. Diese Erreger lösen bei Menschen schwere Blutvergiftungen aus und können bei Personen mit schwachem Immunsystem innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen. In warmen Sommern gab es an den Stränden Usedoms bereits durch Vibrionen ausgelöste Todesfälle.

2. Ebenfalls durch die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser steigt die Wahrscheinlichkeit von explosionsartigen Vermehrungen von Cyanobakterien (früher als "Blaualgen" bezeichnet). Massenentwicklungen dieser Bakterien führen zu den bereits jetzt unter hohen Sommertemperaturen an der Ostseeküste auftretenden "Bakterienteppichen". Cyanobakterien sind giftig und können, z.B. wie im Herbst 2008 in Greifswald, zum Tod von Hunden führen.

3. Die Stickstoff- und Schwefelemissionen aus einem Kohlekraftwerk in Lubmin würden zu starker Belastung von Lebensräumen führen, die im FFH-Gebiet "Greifswalder Bodden, Teile des Strelasund und Nordspitze Usedom" als "prioritäre" Lebensräume nach der europäischen FFH-Richtlinie besonders zu schützen sind. Es handelt sich dabei um die "Borstgrasrasen" und die "Graudünen". Auch die Wälder wären mit einem Kohlekraftwerk am Standort Lubmin mit dem bis zu Zehnfachen der verträglichen Stickstoffmenge belastet. 

4. Der Greifswalder Bodden ist eines der wichtigsten Laichgebiete für den Hering in der Ostsee. Das Laichgeschehen der Fische ist sehr temperaturabhängig und zudem auf das Vorhandensein von bestimmten Wasserpflanzen, z.B. Seegras, angewiesen. Durch die Einleitung des mit Nährstoffen belasteten erwärmten Kühlwassers in den Greifswalder Bodden droht das empfindliche Laichgeschehen des Herings aus dem Rhythmus zu geraten. Ein dauerhafter Rückgang seiner Laichaktivität hätte katastrophale wirtschaftliche Folgen für die Küstenfischerei und den regionalen, auf ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit abzielenden Tourismus.

5. Das erwärmte Kühlwasser kann zu starken Beeinträchtigungen streng geschützter Küsten- und Meereslebensräume des Greifswalder Boddens und der dort lebenden Tiere und Pflanzen führen. Diese Folgen lassen sich nicht genau prognostizieren, müssen aber bei einem hochwahrscheinlichen Eintreten in Form von Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. Für zahlreiche Meerestiere, für Wasservögel und insbesondere für den Hering gibt es allerdings in Mecklenburg-Vorpommern keine Möglichkeit, Ersatzlebensräume zu schaffen.

6. Mit einem Steinkohlekraftwerk Lubmin würden rund 1000 Kilogramm Quecksilber pro Jahr in die Umwelt eingetragen werden. Dadurch widerspricht das geplante Kraftwerk den Verpflichtungen der internationalen HELCOM-Konvention zur Quecksilber-Emissionssenkung. Deutschland hat sich darin zur Minderung von Schadstoffeinträgen in die Ostsee verpflichtet. Das Kraftwerk würde die Einträge beträchtlich erhöhen. Derzeit trägt Deutschland mit etwa 30 kg pro Jahr zur Quecksilberbelastung der Ostsee über den Luftpfad bei. Mit dem geplanten Kraftwerk stiege der deutsche Quecksilbereintrag in die Ostsee um das 17-fache!


7. In der Leitstudie des Bundesumweltministerium 2008 (Vollständiger Titel: "Weiterentwicklung der „Ausbaustrategie Erneuerbare Energien“ vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaschutzziele Deutschlands und Europas)
lautet die zentrale Aussage:
Das Klimaschutzziel Deutschlands (bis 2020 40 % Reduktion von Kohlendioxid gegenüber 1990) ist nur zu erreichen, wenn nicht mehr als 9.000 Megawatt (MW) neue Kohlekraftwerke zugebaut werden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach Prüfung aller bekannten Kraftwerksprojekte festgestellt, das derzeit bereits 10.400 MW im Bau oder genehmigt sind. Es darf demnach in Deutschland kein einziges weiteres Kohlekraftwerk genehmigt werden, will Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen!

8. Neue Kraftwerke sind keine Ersatzbauten für alte und schmutzigere Kraftwerke. Ursache für die Ausbaupläne ist vielmehr der Wunsch der Konzerne, mehr Strom aus Kohle zu gewinnen. Alte Kraftwerke sollen hingegen nicht im gleichen Umfang stillgelegt werden, wie oft behauptet wird. Der BUND hat in einer Analyse herausgefunden, dass den geplanten neuen Kohlekraftwerken in der Größenordnung von bis zu 27.270 MW (Megawatt) lediglich geplante Stilllegungen in der Größenordnung von bis zu 6.917 MW gegenüberstehen. Dies führt unterm Strich zu einer Steigerung der jährlichen CO2-Emissionen um über 100 Millionen Tonnen.

9. Es gibt definitiv keine "Stromlücke". Eine "Studie" der DENA (Deutsche Netzagentur), die im Auftrag von RWE und E.ON angefertigt wurde, stellt einen angeblichen Bedarf von 15 neuen Großkraftwerken heraus, berücksichtigt jedoch nicht die künftig zu erwartende Reduktion des Stromverbrauchs durch mehr Effizienz. Zudem werden die Laufzeiten bestehender Kraftwerke und der zu erwartende Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung zu niedrig angesetzt.

Andere Studien z.B. aus dem Umweltbundesamt (2008), Matthes/Ziesing (2008), EUtech (2008), BMU (2008) widersprechen dem Szenario der DENA:
Deutschland braucht auch in Zukunft keinen Strom zu importieren, wenn die Bundesregierung dafür sorgt, dass die Alternativen zu Kohle und Atom engagiert ausgebaut werden!
Der Atomausstieg und der Verzicht auf neue (zusätzliche) Kohlekraftwerke sind möglich, ohne dass Strom importiert werden muss.

Übrigens: Deutschland hat im Jahr 2007 Strom in der Größenordnung von zwei Atomkraftwerken exportiert und dies obwohl mehrere AKW wegen technischer Probleme vom Netz gegangen waren. Teilweise waren 7 AKW gleichzeitig nicht in Betrieb, ohne dass es zu den geringsten Engpässen bei der Stromversorgung gekommen wäre.

Selbst das Bundeswirtschaftsministerium kommt im "Monitoring-Bericht zur Versorgungssicherheit" (2008) zu folgender Aussage:

"Die im Rahmen des Monitoring durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass das Niveau der Versorgungssicherheit im Bereich der Elektrizitätsversorgung in Deutschland als hoch einzustufen ist. Kurz- und mittelfristig kann davon ausgegangen werden, dass die Versorgung mit Elektrizität stets im erforderlichen Umfang gesichert werden kann. Es stehen derzeit national ausreichend Kraftwerkskapazitäten zur Verfügung, um den Bedarf zu decken."

10. Neue Kohlekraftwerke und Klimaschutz gehen nicht zusammen. Die Industrieländer müssen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 voraussichtlich um mindestens 80 Prozent reduzieren. Für den Bereich der Energiewirtschaft erhält man dann noch zulässige Gesamtemissionen von 85 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2050. Die zur Zeit geplanten Kohlekraftwerke in Deutschland hätten eine Kapazität von über 25.000 MW und würden allein mehr als 180 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verursachen! Mit den international angestrebten Klimazielen sind diese Planungen nicht vereinbar.



Informieren Sie sich über den Stand der einzelnen Klimakiller in der aktuellen Ausgabe des "Klima-Express" des BUND.

Ihre Spende hilft, Mensch und Natur am Greifswalder Bodden vor einem Kohlekraftwerk am Standort Lubmin zu bewahren!

Unser Spendenkonto:

BUND M-V

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin

BLZ: 140 520 00

Konto-Nr.: 370 033 370

Herzlichen Dank!

Eine Allianz gegen das Steinkohlekraftwerk

Bürgerinitiativen in Lubmin, auf Usedom, in Greifswald und auf Rügen arbeiten zusammen mit dem BUND und dem WWF an den Alternativen für ein Steinkohlekraftwerk Lubmin. Unterstützt werden sie von der Klima-Allianz, einem bundesweiten Bündnis aus 40 Organisationen wie z.B. dem NABU, dem Deutschen Naturschutzring, der Deutschen Umwelthilfe.

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Eine Protest-Postkarte an den Kohlekraft-Befürworter!

Schreiben Sie Wirtschafts-, Arbeits- und Tourismusminister Jürgen Seidel (CDU) und fordern Sie ihn auf, ein Steinkohlekraftwerk Lubmin nicht weiter zu unterstützen!
Rufen Sie uns unter Tel. 0385-521339-0 an oder senden Sie uns eine E-Mail an bund.mv@bund.net. Wir senden Ihnen auf Wunsch auch gern größere Stückzahlen zu.


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